Die Kunst des Fragens 

Fragen sind ein wichtiges Kommunikationsinstrument, mit dem es möglich ist, Einblick, Überblick und Ausblick zu Sachverhalten und Themen zu bekommen. Passende Fragen im richtigen Augenblick eingesetzt ermöglichen eine klare Analyse von Vorfällen und können Impulsgeber für zukünftige Vorhaben sein. Und nicht zuletzt sind Fragen ein Steuerungs­element der Führung: Wer fragt, der bzw. die führt! Mit Fragen werden Gespräche gelenkt und geführt, mit Fragen werden Aussagen hinterfragt und Ziele und deren Erreichung ins Visier genommen. Zu wissen, wann welche Frageform in welchem Zusammenhang dialogfördernd und zielorientiert eingesetzt werden kann, ist die Kunst des Fragens.

Offene Fragen

Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum - diese Fragewörter ("W-Fragen") öffnen einen Dialog und ein vielfältiges Spektrum an Antworten wird möglich. W-Fragen sind für die Analyse von Situationen und Themen nützlich, da sie auf die Problem­ebene verweisen. Beispiel: Warum haben wir dieses Jahr eine geringere Auslastung? Im Zwischenmenschlichen führen "Warum-Fragen" häufig zu Rechtfertigungen und Entschuldigungen, deshalb empfiehlt es sich, sie durch andere, offene Fragen zu ersetzen.

Geschlossene Fragen

Fragen, die mit "Ja" oder "Nein" bzw einer konkreten Angabe beantwortet werden, sind nützlich, um sich zu vergewissern, Zustimmungen festzuhalten oder Fragen rasch zu klären. Beispiele: Wurde der Bericht schon erstellt? Hat noch jemand einen Einwand? Werden Sie dem zustimmen?

Verständnisklärung mit Paraphrasierung
Geschlossene Fragen eignen sich auch für die Verständnis­klärung, indem das Gehörte in der Frageform und mit eigenen Worten wiedergegeben wird. Ziel ist es, das Verständnis zu prüfen und gegebenenfalls den Inhalt zu ergänzen oder zu korrigieren. Beispiel: Habe ich Sie richtig verstanden, dass es Ihnen vor allem darum geht, die Verluste zu minimieren und deshalb vermutlich 200 Stellen abgebaut werden sollen?

Zirkuläre Fragen

Das Erfragen von Reaktionen und Auswirkungen auf das Umfeld ermöglicht die Betrachtung des eigenen Agierens und Verhaltens unter neuen Aspekten. Mit zirkulären Fragen werden Konsequenzen sichtbar. Beispiele: Was glauben Sie, wird morgen in der Presse stehen? Was meinen Sie, wie die Öffentlichkeit die Schließung des Werkes beurteilen wird?

Suggestivfragen

Mit Suggestiv-Fragen wird oft ein „Ja“ des Gesprächspartners  provoziert. Wörter wie „doch“, „sicherlich“, „bestimmt“, „gewiss“, usw. geben Fragen einen suggestiven Charakter. Mit Suggestivfragen kann einerseits eine gewisse Überein­stimmung erzielt werden, andererseits kann diese
Fragetechnik äußerst manipulativ wirken. Beispiele: Sie möchten doch sicherlich auch, dass das Unternehmen gut dasteht? Diesem guten Resultat können Sie doch nur zustimmen, oder?



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