Betriebsrat und Arbeitsinspektor im Gespräch © biker3, stock.adobe.com
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6.4.2021

Betriebsrat bringt's!

Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen sind nach wie vor das bestimmende Thema in unserer Arbeitswelt. Auch wenn es in vielen Bereichen zahlreiche Fragezeichen gibt, auf eines können die Beschäftigten immer bauen: Die BetriebsrätInnen in den Unternehmen waren und sind stets mit ganzer Kraft im Einsatz. Das Engagement lohnt sich: Betriebe und Unternehmen mit BetriebsrätInnen kommen eindeutig besser durch die Krise. Das ist eine der zentralen Aussagen einer aktuellen Studie unter dem Titel Strukturwandelbarometer des Meinungsforschungsinstituts IFES im Auftrag von AK und ÖGB. 

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Über 2.100 BetriebsrätInnen befragt

Über 2.100 BetriebsrätInnen haben österreichweit im Jänner 2021 an der Befragung teilgenommen. Sie haben berichtet, was ihre Unternehmen unternommen haben, um der Ausnahmesituation entgegenzuwirken, womit die Beschäftigten am meisten zu kämpfen haben und wo sie als BetriebsrätInnen helfend eingreifen konnten. Eine ähnliche Befragung hat es bereits im Herbst 2020 gegeben. 

Homeoffice und Kurzarbeit als Kriseninstrumente

Fast jedes zweite Unternehmen, 46 Prozent, hat laut den BetriebsrätInnen mit negativen Folgen aufgrund der Pandemie zu kämpfen. Um die Folgen der Ausnahmesituation abzufedern bzw. gut durchzukommen, haben die Betriebe erneut auf Homeoffice (89 Prozent der Unternehmen), den Abbau von Urlaub oder Gutstunden (78 Prozent) und die Kurzarbeit (61 Prozent) gesetzt. 

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Betriebsräte federn Negatives besser ab

Eines zeigt die Studie ganz klar: Das Know-how und die Unterstützung der Betriebsräte sind weiterhin gefragt: Acht von zehn sagen, dass sie gut in die Entscheidungen zu den Covid-19-Maßnahmen eingebunden waren. Für den Leitenden Sekretär des ÖGB, Willi Mernyi, liegt auf der Hand, dass „Unternehmen mit Betriebsrat bisher gut durch die Krise gekommen sind. Wo Betriebsräte vor Ort sind, funktioniert es einfach besser. Betriebsräte können die negativen Covid-Auswirkungen nicht verhindern, aber auf alle Fälle dämpfen und davon profitieren die Beschäftigten“. Ein Beispiel: In fast jedem dritten Betrieb, wo Betriebsräte gut oder sehr gut eingebunden sind, hat es während der Kurzarbeit sogar mehr Geld gegeben – die Unternehmen haben dort freiwillige Aufzahlungen geleistet. 

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Kein Ende der schweren Zeiten in Sicht  

Seit mittlerweile über einem Jahr herrscht in den Betrieben Ausnahmesituation. Darunter leiden die ArbeitnehmerInnen ganz besonders: der Arbeitsdruck für sie ist laut Studie deutlich in die Höhe geschnellt, das Arbeitsklima weiter auf Talfahrt. Steigende Belastungen orten die Betriebsräte gerade bei jenen KollegInnen, die im Homeoffice tätig sind. Die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt zusehends. Es wird also deutlich mehr gearbeitet als am eigentlichen Arbeitsplatz.   Angesichts dieser alarmierenden Ergebnisse sind „Unternehmen aufgerufen, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen. Den ArbeitnehmerInnen muss es gut gehen, und wenn sie beim Arbeiten zuhause nicht auf die Uhr schauen, darf das nicht ausgenutzt werden“, so Mernyi. 

Arbeitsplätze sichern und auch Druck auf die Beschäftigten herausnehmen, müssen weiterhin klare Ziele bleiben. Ziele erreicht man am besten gemeinsam. „Die Umfrage beweist, dass betriebliche Sozialpartnerschaft gerade in schweren Zeiten bestens funktioniert. Daher ist die Bundesregierung gut beraten, die Sozialpartner einzubinden. Wir sind jederzeit bereit, unser Know-how einzubringen“, appellieren Mernyi und AK Direktor Christoph Klein unisono. 

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