Was denken Führungskräfte über Mitbestimmung und Betriebsräte?
Über 1.000 Führungskräfte auf unterschiedlichen Unternehmensebenen (von Geschäftsführer-Gesellschafter:innen bis zu Abteilungsleitungen) aus Österreichs Privat- und Gemeinwirtschaft wurden im Herbst 2025 über ihre Sichtweise zu betrieblicher Mitbestimmung und Betriebsräten befragt.
Methodisch erfolgte diese Befragung als Zusatzmodul zu einer Studie des Instituts für empirische Sozialforschung (IFES) zu Mediennutzung und Informationsverhalten von Führungskräften. Die Respondent:innen waren zu zwei Drittel männlich, mehrheitlich im mittleren Management tätig und formal überdurchschnittlich hoch gebildet.
Führungskräfte schätzen positive Wirkungen des Betriebsrates
Führungskräfte sehen Vorteile in kollektive Vereinbarungen gegenüber individuellen Vereinbarungen– auch wenn Führungskräfte oftmals bevorzugen, mit „informellen Vertrauenspersonen“ und nicht mit Betriebsräten (die im Gegensatz zu Vertrauenspersonen mit Rechten aus der Arbeitsverfassung ausgestattet sind) zu verhandeln.
Unabhängig vom Vorhandensein eines Betriebsrates erkennen Führungskräfte positive Effekte durch einen Betriebsrat, insbesondere im Bereich des Arbeitsrechts, der Gestaltung der Arbeitsbedingungen, bei der internen Kommunikation und bei der Lösung von Konflikten. Auch (mittlere) Führungskräfte selbst fühlen sich (zu knapp drei Vierteln) gut oder sehr gut von ihrem Betriebsrat vertreten.

Ablehnungen eher bei Top-Management und Eigentümer:innen
Eine explizit ablehnende Haltung gegenüber Betriebsräten (iSv Betriebsratsverhinderung) äußert nur knapp jede achte Führungskraft – jedoch besonders häufig Eigentümer:innen. Dies während das mittlere Management eine positive Einstellung hat. Bei weiblichen Führungskräften ist die geäußerte Ablehnung in Summe auch geringer.
Mitbestimmung und Mitwirkung ergänzen sich – Kontakt zum Betriebsrat wirkt
Auch bestätigen die Führungskräfte wesentliche Ergebnisse aus Beschäftigtenbefragungen: Mitbestimmung durch den Betriebsrat und direkte (informelle) Einbindung der Beschäftigten sind keine Gegensätze – dort wo es Betriebsräte gibt, können Beschäftigte auch (informell) verstärkt mitwirken.
Wie schon in der Studie „Betriebliche Mitbestimmung 2022“ aus Sicht der Arbeitnehmer:innen gezeigt wurden, kann auch – nicht zuletzt – aus Sicht der Führungskräfte bestätigt werden:
- Wenn es einen Betriebsrat gibt, sehen Führungskräfte Betriebsräte positiver.
- Jene Führungskräfte, die öfter mit dem Betriebsrat verhandeln, haben ein positiveres Bild vom Betriebsrat als Führungskräfte, die nicht mit dem Betriebsrat verhandeln. Kontakt und Praxiserfahrung wirken sich offenbar positiv auf die Einstellungen von Führungskräften zu Betriebsräten aus.
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