29.10.2019

Sparbuch: Zinsen unten, Spesen oben!

Die Zinsen für täglich abhebbare Sparbücher, Sparcards und Online-Konten sind am Nullpunkt festgefroren. Wer ein neues Sparkonto eröffnet, kann immerhin bei Direktbanken gute Zinsen für bis zu vier Monate bekommen, danach purzeln sie. Vorsicht, es gibt teils saftige Spesen, die Sparen zum Minusgeschäft machen können. Das zeigt ein AK Sparzinsen-Test bei insgesamt 33 Banken. 

„Die Zinsen für täglich fällige Sparbücher betragen durchschnittlich zwischen 0,01 Prozent“, sagt AK Konsumentenschützer Christian Prantner. Konkret gibt es Zinsen zwischen 0,01 Prozent (Bank Burgenland, BSK Bank, Hypo OÖ, RLB NÖ-Wien, UniCredit Bank Austria, BAWAG P.S.K, Hypo NÖ, Austrian Anadi Bank, Hypo Tirol, Oberbank) und 0,10 Prozent (DenizBank). Für täglich fällige Sparcards machen die Zinsen durchschnittlich 0,02 Prozent aus (0,00 bis 0,15 Prozent). Bei Online-Sparkonten (täglich fällig) bekommen SparerInnen Zinsen zwischen 0,01 und 1,4 Prozent (im Schnitt 0,1175 Prozent).

Top Ten Online-Sparkonten

Bank ProduktZinssatz Mindestsparsumme 
ING-DiBa Austria 1)   Direkt-Sparen                               1,40% 2)0
Santander 3) 1)         BestFlex1,35%0
Austrian Anadi 4)     Online-Sparen     1,01%0
RCI Banque 3)         Online-Tagesgeld  0,50%1
Addiko Bank         Tagesgeld-Konto    0,40%0
Austrian Anadi Bank Online-Sparen      0,40%0
Santander 3)          BestFlex 0,40%0
Denzel Bank         Onlinesparen 0,35%0
Kommunalkredit 3)Tagesgeld0,31%10.000,00
Porsche Bank        Direktsparen Flex. 0,20%1

1) Zinssatz nur für NeukundInnen, gilt 4 Monate ab Kontoeröffnung; 2) bis zu einem Betrag von 25.000 Euro; 3) exakter Name hier; 4) Zinssatz nur für NeukundInnen, gilt 3 Monate ab Kontoeröffnung 

„Banken dürfen für Sparbücher keine Negativzinsen verlangen“, so Prantner. „Da aber die Spesen bei Sparbüchern teils beträchtlich sind, können Sparkonten zu einem Minusgeschäft werden“, warnt Prantner. Der AK Sparzinsen-Test zeigt: Bei der Schließung eines täglich fälligen Sparbuches verrechnen sechs von 14 Banken keine Spesen. Acht Banken verlangen zwischen 3,20 (Bank Burgenland) und sieben Euro (Hypo Tirol). Die BKS (6,35 Euro) verrechnet zusätzlich eine Kontoführungsgebühr von 1,28 Euro pro Quartal. Ein Check von Banken-Websites ergab: Die Kosten-Transparenz ist keine Selbstverständlichkeit. In den Sparbedingungen einer Bank heißt es kryptisch, dass Spesen bei Kontoeröffnung vereinbart werden – wie hoch, bleibt unerwähnt.

Gebundene Sparbücher: Vorsicht Spesenfallen!

Die Zinsen für gebundene Sparbücher sind „am Sand“. Das zeigt ein AK Sparzinsen-Test bei 33 Banken. So betragen die Zinsen für Kapitalsparbücher auf zwölf Monate durchschnittlich 0,2 Prozent, für 36 Monate 0,5 Prozent und für 60 Monate 0,7 Prozent.

„Wer sein Geld auf einem Kapitalsparbuch bindet und höhere Zinsen will, muss genau hinschauen“, rät AK Konsumentenschützer Christian Prantner. Für Kapitalsparbücher auf zwölf Monate betragen die Zinsen zwischen 0,05 bis 0,8 Prozent, für 36 Monate zwischen 0,125 bis 1 Prozent, für 60 Monate zwischen 0,2 bis 1,01 Prozent.  

Drei Tipps für SparerInnen 

  • Kredit tilgen: Haben Sie Geld auf der Kante und einen Kredit? Überlegen Sie, ob Sie den Kredit teilweise oder ganz zurückzahlen möchten. Der Zinsertrag eines Sparbuchs bringt deutlich weniger als die Zinsersparnis durch eine Sondertilgung am Kreditkonto.  

    Beispiel

    Ein Kapitalsparbuch auf fünf Jahre mit einem Einmalerlag von 7.000 Euro, Zinssatz 0,70 Prozent bringt einen Zinsertrag von rund 186 Euro. Die Einzahlung von 7.000 Euro auf ein Kreditkonto (etwa 25.000 Euro offener Saldo) bringt eine Ersparnis an Kreditzinsen von 955 Euro. Ein „Plus“ von 769 Euro!
  • Falle Spesenfresser: Spesen auf Sparkonten und Sparcards für Kontoführung, die Sparcard (jährliche Kartengebühr) oder einzelne Buchungen können den Zinsertrag zur Gänze auffressen. Zudem verrechnen einzelne Banken Schließungsspesen bei Sparbüchern. Und: Bei Sparbüchern mit Bindungsfrist kann die vorzeitige Auflösung teuer kommen. In diesem Fall werden Vorschusszinsen von einem Promille pro Monat der nicht eingehaltenen Bindungsdauer vom Zinsertrag abgezogen. 

  • Vorsicht beim Fondssparen“: Das Fondssparen hat mit einem Sparbuch nichts zu tun – es werden Anteile von Kapitalanlagefonds (Investmentfonds) veranlagt. Dafür fallen im Regelfall Kauf- (Ausgabeaufschlag) und Depotführungsspesen an. Ein Beispiel zur Illustration: Die Kosten für Depot und Verrechnungskonto eines Investmentfondsplan – unter der Annahme eines Einmalerlag von 3.000 Euro und elf Einzahlungen von 50 Euro – können im ersten Jahr bis 107 Euro betragen. Überlegen Sie sich den Kauf von Wertpapieren gut – eine gleichrangige Sicherheit wie bei einer Spareinlage gibt es nicht, Stichwort Einlagensicherung.  

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