Datengierige Apps: So schützen Sie Ihre persönlichen Daten

Smartphones begleiten uns täglich. Sie kennen unseren Standort, speichern Kontakte, Fotos und Nachrichten und liefern zahlreiche Informationen über unser Verhalten. Besonders Apps greifen häufig auf diese Daten zu – oft weit über das hinaus, was für ihre Funktion notwendig ist.

Vielen Nutzer ist nicht bewusst, welche Daten erhoben, gespeichert oder an Dritte weitergegeben werden.

Standortdaten verraten mehr als den Aufenthaltsort

Apps nutzen GPS, WLAN oder Mobilfunkdaten, um Ihren Standort zu bestimmen. Dadurch lassen sich nicht nur einzelne Orte, sondern auch Bewegungsprofile erstellen. So kann nachvollzogen werden, wo Sie sich aufhalten, welche Wege Sie zurücklegen und wie Sie Ihr Smartphone nutzen.

Standortdaten sind zwar für viele Dienste sinnvoll – etwa für Navigation oder Notfälle. Gleichzeitig können sie Ihre Privatsphäre erheblich beeinträchtigen. 

Gratis-Apps bezahlen Sie oft mit Ihren Daten

Viele kostenlose Apps finanzieren sich nicht über den Verkauf der Anwendung, sondern über Werbung. Dafür sammeln sie personenbezogene Daten und geben diese an Werbenetzwerke oder Analyseunternehmen weiter.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Standortdaten,
  • Gerätekennungen,
  • Kontakte,
  • Nutzungsverhalten und
  • weitere persönliche Informationen.

Aus diesen Daten entstehen detaillierte Nutzerprofile, die vor allem für personalisierte Werbung genutzt werden.

Der Datenhandel bleibt meist im Verborgenen

Personenbezogene Daten sind ein lukratives Geschäft. Viele App-Anbieter verkaufen oder übermitteln Informationen an Dritte. Für Konsument ist häufig nicht nachvollziehbar,

  • welche Daten gesammelt werden,
  • wer sie erhält,
  • wie lange sie gespeichert werden und
  • wofür sie verwendet werden.

Es fehlt an Transparenz. Dadurch verlieren Verbraucher zunehmend die Kontrolle über ihre persönlichen Daten.

Datenschutz endet oft an der Landesgrenze

Viele App-Anbieter und Werbenetzwerke haben ihren Sitz außerhalb Europas. Datenschutzrechte durchzusetzen ist deshalb oft schwierig. Gleichzeitig werden Apps in den App-Stores nur eingeschränkt kontrolliert. So gelangen immer wieder Anwendungen auf den Markt, die umfangreiche Daten sammeln oder weitergeben.

Das fordert die AK

Die AK setzt sich für einen besseren Schutz der Konsument ein. Notwendig sind:

  • verständliche Informationen über die Datenerhebung und Datenverarbeitung,
  • datenschutzfreundliche Smartphones und Apps,
  • mehr Transparenz über Datenweitergaben,
  • europaweit einheitliche Datenschutzstandards,
  • wirksame Kontrollen und Sanktionen bei Verstößen sowie
  • mehr Entscheidungsmöglichkeiten für Nutzer darüber, welche Daten weitergegeben werden.

So können Sie Ihre Daten besser schützen

Mit wenigen Maßnahmen reduzieren Sie das Risiko:

  • Installieren Sie Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen.
  • Lesen Sie Bewertungen vor der Installation.
  • Prüfen Sie die verlangten Berechtigungen sorgfältig.
  • Erteilen Sie nur jene Zugriffe, die für die Nutzung der App notwendig sind.
  • Seien Sie bei kostenlosen Apps besonders kritisch.
  • Deaktivieren Sie Standortdienste, wenn Sie diese nicht benötigen.
  • Löschen Sie Apps, die Sie nicht mehr verwenden.
  • Achten Sie besonders darauf, welche Apps Kinder auf dem Smartphone nutzen.

Fazit

Apps erleichtern den Alltag. Gleichzeitig sammeln viele Anwendungen umfangreiche personenbezogene Daten. Konsument brauchen daher mehr Transparenz, wirksamen Datenschutz und einfache Möglichkeiten, selbst zu entscheiden, welche Informationen sie preisgeben. Nur so bleibt die Kontrolle über die eigenen Daten erhalten.

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