Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Plastikgeld im Urlaub bequem, aber nicht ohne Tücken!

Wer im Urlaub eine Plastikkarte zückt, muss mitunter mit Spesen rechnen. Zahlen ist mit Plastikgeld in Euro-Urlaubsländern spesenfrei, abheben nicht immer. In Nicht-Euro-Ländern fallen immer Spesen an. Für bestimmte Länder außerhalb Europas/USA muss man die Bankomatkarte fürs Geldabheben sogar freischalten lassen (GeoControl). Das zeigt ein aktueller AK-Plastikkarten-Test bei American Express, Card Complete, Diners Club und PayLife.

Bankomatkarte im Urlaubsort

Wer mit der Bankomatkarte in einem EURO-Urlaubsort abhebt oder zahlt, hat gewöhnlich keine Spesen. „Achtung, in Deutschland können Spesen beim Abheben anfallen“, wissen die AK KonsumentenschützerInnen. Und zwar dann, wenn die Automaten von sogenannten Abwicklungsgesellschaften betrieben werden. „Achten Sie darauf, die Information über die Spesen steht am Display des Bankomaten. Brechen Sie die Transaktion ab, wenn Sie das nicht wollen.“ Die Spesen widersprechen einer EU-Verordnung, wonach grenzüberschreitende Zahlungen nicht mehr kosten dürfen als im Inland. „Reden Sie mit Ihrer Hausbank, falls Ihnen Spesen verrechnet wurden“, raten die AK ExpertInnen.  

Wer im Nicht-Euro-Raum am Bankomat abhebt, hat Spesen von 0,75 Prozent plus 1,82 bis 1,90 Euro. ING DiBa verlangt generell zwei Euro. Beim Bezahlen machen die Spesen 0,75 Prozent plus 1,09 bis 1,15 Euro aus. ING DiBa verlangt durchwegs ein Euro. Ein Beispiel: Wer 100 Euro in einer Fremdwährung abhebt, muss mit zwei bis 2,65 Euro an Spesen rechnen, beim Zahlen mit ein bis 1,90 Euro. Positiv: Es gibt bei einigen Banken Ausnahmen – sie verlangen keine Spesen beim Abheben oder Bezahlen in Nicht-Euro-Ländern, etwa in Schweden.

Seit Ende 2014 haben die Banken GeoControl als zusätzliche Sicherheitsfunktion installiert. „Sie müssen dafür extra ihre Maestro-Bankomatkarte freischalten, also GeoControl deaktivieren lassen. Die Banken veröffentlichen auf ihren Homepages Listen, in welchen Ländern die Bankomatkarte uneingeschränkt verwendet werden kann. Ist Ihr Urlaubsort nicht dabei, lassen Sie die Karte dafür von der Bank freischalten“, rät die AK.

Kreditkarte in Urlaubsländern

Zahlen mit der Kreditkarte ist in Euro-Urlaubsländern spesenfrei, abheben nicht. Wer mit der Kreditkarte abhebt, auch in Österreich, muss mit drei bis 3,3 Prozent vom abgehobenen Betrag rechnen, mindestens aber mit 2,50 bis vier Euro. 

Wer in Nicht-Euro-Ländern seinen Urlaub verbringt, zahlt beim Einkaufen mit der Kreditkarte Spesen von 1,5 bis 2 Prozent, beim Abheben kommt zu den drei bis 3,3 Prozent oder den Mindestspesen noch eine Manipulationsgebühr von bis zu zwei Prozent dazu. Ein Beispiel: Wer 100 Euro in einer Fremdwährung abhebt, muss mit fünf bis 5,50 Euro an Spesen rechnen, beim Bezahlen mit 1,50 bis zwei Euro.

Kreditkartenunternehmen bieten ein breites Angebot mit und ohne Versicherungsschutz an. Kreditkarten ohne Versicherung gibt’s ab einer Jahresgebühr von 19,20 Euro.

Die jährliche Kartengebühr für Bankomatkarten ist oft im Kontopaket enthalten.

Geld umwechseln kann teuer kommen!

Die Spesen beim Geld wechseln in eine Fremdwährung können bis zu drei Prozent ausmachen. Banken können auch Mindestspesen verlangen – das Wechseln von kleineren Beträgen kann daher teuer kommen. Das zeigt ein aktueller AK Test bei sechs Banken in Wien.

Die Arbeiterkammer Wien hat sechs Banken mit Filialen in Wien über die Kosten beim Geldwechsel befragt. Die AK erhob im April/Mai 2016 bei Bank Austria, Bankhaus Schelhammer & Schattera, BAWAG PSK, Erste Bank, Hypo Niederösterreich und Raiffeisen Landesbank NÖ Wien.

Die Spesen für das Wechseln von fremder Währung betragen zwischen null und drei Prozent. Die Mindestspesen betragen zwischen null und 5,80 Euro. „Wer kleinere Beträge wechseln möchte, für den kann es teuer zu stehen kommen“, warnen die AK KonsumentenschützerInnen.

Wie hoch sind die Wechselspesen beim Tausch von Euro in eine Fremdwährung?

Bank Spesen Mindestspesen
Bank Austria 3,0 %*) 5,8 Euro
Bankhaus Schelhammer & Schattera keine keine
BAWAG PSK 3,00% 3,5 Euro
Erste Bank 3,0 %**) 3,5 Euro
HYPO NÖ Wien 1,50% 4,0 Euro
RLB NÖ Wien 2,00% 5,0 Euro

*) für KundInnen 1,5 %; **) bei Verrechnung über Girokonto nur 1,5 %;  

Achtung, Plastikkarte kann zur Spesenfalle werden

Bei Plastikkarten können im Urlaub Spesen anfallen. Wer in ein Nicht-Euro-Urlaubsland fährt und Geld wechseln möchte, sollte sich nach den Spesen und eventuellen Mindestspesen erkundigen. Die AK gibt Tipps. 

TIPP

Plastikgeld – darauf sollten Sie achten:

  • Leistungen prüfen: Checken Sie bei Ihrer Kreditkarte, welche Leistungen sie enthält.
  • Spesen nachfragen: Erkundigen Sie sich bei Kreditkartenfirmen, welche Spesen bei Umsätzen in Fremdwährungen anfallen können.
  • Teure Kreditkarte: Bargeld mit der Kreditkarte beheben ist teuer.
  • Abrechnungen checken: Kontrollieren Sie Ihre Monatsabrechnungen. Bei strittigen Umsätzen informieren Sie sofort die Kreditkartenfirma. Erheben Sie gegebenenfalls schriftlichen Einspruch.
  • Kursschwankungen beachten: In Nicht-Euro-Ländern kann es zu Kursschwankungen kommen. Der Wechselkurs kann am „Zahltag“ ein anderer sein, als am späteren Abbuchungstag.
  • Achtung bei Sperre: Karte verloren oder gestohlen? Wenn Ihnen (seit 1. November 2009) eine Sperrgebühr verrechnet wurde, dann fordern Sie die Gebühr zurück. Sperrgebühren dürfen nicht verlangt werden – das verbietet das Zahlungsdienste-Gesetz und hat der OGH in einem Fall ganz allgemein bestätigt. Nun liegt noch ein Urteil des OGH gegen die BAWAG PSK vor, wonach ein Sperrentgelt für die Bankomat- und die Kreditkarte unzulässig ist. Das gilt für alle Banken und Kartenunternehmen. Ein Verfahren gegen Card Complete ist noch im Laufen.
  • Klick auf AK Zahlungskarten-Spesenrechner: Hier finden Sie, mit welcher Karte wo welche Spesen anfallen.
TIPP

Spesen beim Geldwechseln – das sollten Sie wissen:

  • Spesen nachfragen: Fragen Sie bei Ihrer Bank nach den verrechneten Wechselprovisionen, ob es Mindestspesen gibt, oder für Sie als Kunde/in Sonderkonditionen?
  • Kurse vergleichen: Vergleichen Sie die Wechselkurse – sie können sehr unterschiedlich sein. Auch im Ausland gilt, vergleichen lohnt sich!
  • Kleiner Betrag, hohe Spesen: Das Wechseln oder der Rücktausch von kleinen Mengen zahlt sich aufgrund der Mindestgebühren oft nicht aus. Münzen werden üblicherweise nicht zurückgetauscht.
  • „Fremdgeld“ da: Nicht immer sind alle Fremdwährungen lagernd – erkundigen Sie sich rechtzeitig, ob Sie vorbestellen sollen.


Nein zur kostenpflichtigen Kreditkartenabrechnung!

Wer von Card Complete eine monatliche Kreditkartenrechnung auf Papier haben will, soll künftig zahlen. Die AK klagt. Wie Sie sich wehren können.

Zahlscheingebühren

OGH: Keine Strafentgelte, wenn man mit Erlagschein oder Überweisungsauftrag bezahlt. Sie haben schon gezahlt? So bekommen Sie Ihr Geld zurück.

Zah­lungs­kar­ten-Rech­ner

Wie hoch sind die Spesen, wenn Ban­ko­mat- oder Kre­dit­kar­te im Ausland ver­wen­det werden?

TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Facebook-Funktion aktivieren

Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen
Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK