Ein Mann hält ein Handy in die Kamera auf dem ein Foto von ihm mit Bewertungsmöglichkeiten zu sehen ist. Digital ist er vernetzt mit anderen menschen deren Fotos wir sehen © Very Nice Studio
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Plattformarbeit

Was ist Plattformarbeit? 

Huws et al. ("Crowd Work in Europe", 2016) bezeichnen Plattformarbeit als "logged labour", d.h. als protokollierte "bezahlte Arbeit, die über Online-Plattformen verwaltet wird". 

Wer macht Plattformarbeit? 

Über Apps und Algorithmen verwaltete Plattformarbeit ist extrem vielfältig und entwickelt sich ständig weiter. Sie betrifft hochspezialisierte Kreativ-Arbeiter*innen genauso wie Reinigungskräfte und Fahrrad-Bot*innen. 

In folgenden Bereichen wird Arbeit oft über Plattformen geregelt und über Apps vermittelt: 

  • Essenszustellung via Fahrrad-Bot*innen 
  • Fahrdienstleistungen 
  • Reinigungsservices 
  • Kreativschaffende 
  • Übersetzer*innen 
  • Click-Worker*innen 

Crowdwork gilt als niederschwellig, inklusiv, anonym und flexibel, aber ist sie das wirklich?

PRO: Plattformarbeit wie Online Übersetzungen, generell Clickwork oder Essen ausführen ermöglicht es besonders Frauen an zusätzliche bezahlte Arbeit zu kommen, denen das sonst nicht möglich wäre, weil ihnen der Löwenanteil der Betreuungspflichten zufällt und sie für Kinder und kranke Angehörige sorgen müssen bzw. den Haushalt in Schuss halten. Auch Migrant*innen oder Menschen, die aus anderen Gründen vom klassischen Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind, wird über App-vermittelte Plattformarbeit ein Einkommen ermöglicht.

CONTRA: Plattformarbeiter*innen haben nicht dieselben Rechte wie traditionell angestellte Menschen. ie haben schlechteren oder gar keinen Sozialschutz in Form von Krankenversicherung, Sozial- und Pensionsversicherung & Arbeitslosengeld. Ausfallszahlungen oder Ersatzansprüche bei Verletzungen oder kaputtem Equipment (Rad, Auto, Laptop). Außerdem verdienen Plattformarbeiter*innen oft sehr wenig, ihr Arbeitsplatz ist nicht sicher und ihre Arbeitszeit nicht langfristig planbar.

Ist das dann wirklich noch so inklusiv? Nicht wirklich. Momentan unternimmt die EU deswegen einen Versuch mit einem Gesetzespaket - dem Digital Services Act - diese Plattformen in die Schranken zu weisen und den Arbeiter*innen bessere Arbeitsbedingungen und Schutz zu bieten. 

Radzusteller radelt über den im Hintergrund verschommen sichtbaren New Yorker Timesquare © Unsplash - Brett Jordan

Arbeitsbedingungen Plattform-Beschäftigter

Mit neuen EU-Rechtsvorschlägen zu digitalen Dienstleistungen beginnen die Verhandlungen zur Regulierung des digitalen Sektors auf europäischer Ebene.

Frau mit Roller © Creative Christians

Branchenreport "Sharing Economy" 2020

Follow-Up Studie über Plattformökonomie in Österreich mit Fokus auf Mobility Sharing

Frau mit Roller © Creative Christians

Grundlagenpapier Plattformarbeit

Rechtliche Unsicherheit und dringender Regulierungsbedarf im Bereich Plattformarbeit

Menschen bei der Diskussion © AK Wien

Policyhack Plattformarbeit

Policyhack Plattformarbeit: Teilnahme von Crowdworkern an der öffentlichen Konsultation zum Digital Services Act

Kontakt

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Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien

Büro für digitale Agenden
Prinz Eugenstraße 20-22
1040 Wien

Telefon: +43 1 50165-0
Mail: arbeit.digital@akwien.at 

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