6.8.2019

Von der Umverteilung durch die öffentliche Hand profitieren alle

Von den Leistungen des Sozialstaats, wie etwa der Gesundheitsversorgung oder den öffentlichen Kindergärten und Schulen, profitieren in Österreich alle Menschen im Laufe ihres Lebens. Dabei stärkt der Sozialstaat besonders Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Grafik zeigt, wer von der Umverteilung profitiert © Tea Mina Jaramaz
Grafik Sozialstaat wirkt © Tea Mina Jaramaz


Wie die Grafik zeigt, wird im österreichischen Sozialstaat von Haushalten mit hohem Einkommen hin zu Haushalten mit niedrigem und mittlerem Einkommen umverteilt. Betrachtet man den Querschnitt eines Jahres, so steigt etwa der Anteil der 10 Prozent der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen um das Fünffache: Ohne Umverteilung erhielten sie lediglich 1 Prozent vom gesamten Einkommenskuchen, durch die staatliche Umverteilung sind es zumindest 5 Prozent. Insgesamt erfolgt die Umverteilung von den 40 Prozent der Haushalte mit den höchsten Einkommen hin zu den 60 Prozent der Haushalte mit mittleren und niedrigen Einkommen. Dies führt zu mehr Gleichheit in der Gesellschaft.

Steuern und Abgaben spielen für die Umverteilung geringe Rolle

Betrachtet man den Längsschnitt eines gesamten Lebens, profitieren alle Menschen von der Umverteilung durch die öffentliche Hand: Sei es etwa über den Besuch einer öffentlichen Schule in der Kindheit, der Gesundheitsversorgung im Fall von Krankheit oder durch Pensionszahlungen im Alter.   

Steuern und Abgaben spielen für die Umverteilung nur eine geringe Rolle. Denn alle Erwerbstätigen, leisten unabhängig von der Höhe ihres Einkommens, etwa 30 bis 40 Prozent an Steuern und Abgaben an den Staat. Wir alle finanzieren den Sozialstaat gemeinsam. Der Grund dafür ist, dass Verbrauchssteuern wie etwa die Mehrwertsteuer bei niedrigen Einkommen besonders ins Gewicht fallen, wohingegen die Lohnsteuer, bei hohen Einkommen eine größere Rolle spielt.  

Umverteilung erfolgt vor allem durch öffentliche Mittel

Die Umverteilung erfolgt in Österreich vor allem über die Bereitstellung öffentlicher Leistungen. Diese werden meist universell − unabhängig vom Einkommen – gewährt.

Ebenso tragen die Geldleistungen des Staates zu mehr Gleichheit bei, indem sie Menschen in konkreten Situationen unterstützen: etwa Familienbeihilfe bei Ausgaben für Kinder, das Arbeitslosengeld im Fall von Arbeitslosigkeit, Pensionen im Alter. Insgesamt sorgt der Sozialstaat durch die Umverteilung nicht nur für mehr Gleichheit, sondern reduziert auch die Armut in Österreich von 35 Prozent auf 11 Prozent.  

Angesichts von Digitalisierung und Klimakrise braucht es vermehrte Investitionen in den Sozialstaat. Die wirtschaftlichen Gewinne und Verluste, die durch den digitalen Strukturwandel entstehen, müssen fair verteilt werden. Dafür braucht es eine faire Besteuerung von Unternehmensgewinnen, hohen Vermögen und großen Erbschaften mit dem ein Ausbau der sozialen Sicherung und klimafreundlicher Infrastruktur finanziert werden.

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