v.l.n.r.: AK Präsidentin Renate Anderl, die Preisträger:innen Johannes Amann, Nicole Osimk und Daniel Mayerhoffer, AK Direktorin Silvia Hruška-Frank
Bild teilen v.l.n.r.: AK Präsidentin Renate Anderl, die Preisträger:innen Johannes Amann, Nicole Osimk und Daniel Mayerhoffer, AK Direktorin Silvia Hruška-Frank © Erwin Schuh

AK Essaypreis zu „Überreichtum“

Die Arbeiterkammer Wien hat 2023 erstmals einen mit 5.000 € dotierten Essaypreis zum Thema „Überreichtum“ ausgelobt. Dieser würdigt Aufsätze zur gesellschaftlichen und demokratiepolitischen Herausforderung von Überreichtum. Gewonnen hat dieses Jahr der Essay „Über Reichtum und politische Macht“ von Johannes Amann. Zwei Anerkennungspreise gingen an Nicole Osimk für ihr Langgedicht „Das Spiel des Lebens“, in dem einem vom Spiel begeisterten Kind im Laufe seines Lebens die Leichtigkeit abhandenkommt, sowie an Daniel Mayerhoffer, Jan Schulz und Daria Tisch für ihren Text zur Fehlwahrnehmungen von Überreichtum in der Bevölkerung.

So reich ist Österreich

Die Arbeiterkammer thematisiert die enorme Vermögenskonzentration in Österreich seit Langem. Die weltweit führenden Vermögensforscher wie Thomas Piketty, Gabriel Zucman oder Lucas Chancel haben die Ergebnisse ihrer Forschung und ihre politischen Schlussfolgerungen in der AK Wien einem großen Publikum präsentiert. Wir beauftragen Studien zur Konzentration der Vermögen in Österreich, zur Rolle von Erbschaften oder zu den Netzwerken der Superreichen.

Unsere Expert:innen publizieren ihre wissenschaftlichen Analysen zum Reichtum in Fachzeitschriften und Massenmedien, sie erarbeiten konkrete und detaillierte Konzepte zur Realisierung einer progressiven Besteuerung von Vermögen und Erbschaften. Auf der Website „So reich ist Österreich“ können sich alle selbst einschätzen, wo sie in der Vermögensverteilung in Österreich stehen.

AK Essaypreis zum ersten Mal vergeben

Doch wissenschaftliche Studien allein reichen nicht. Wir wollen neue Formen der Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Übel des Überreichtums finden. Deshalb haben wir uns zur Ausschreibung des ersten AK Essaypreises entschieden, um Überreichtum auch kulturell und literarisch zu thematisieren.

Die Entscheidung fiel der Jury bestehend aus Juliane Nagiller (Ö1), Armin Thurnher (Falter), Martin Schürz (Autor), Sybille Pirklbauer (AK Wien) und Markus Marterbauer (AK Wien) nicht leicht: Über 30 Essays der unterschiedlichsten literarischen Formen wurden eingereicht, sie spiegeln genau jene Vielfalt an Texten wider, auf die die Ausschreibung abzielte. Gewonnen hat dieses Jahr ein Essay von Johannes Amann, zwei Anerkennungspreise gingen an Nicole Osimk sowie an Daniel Mayerhoffer, Jan Schulz und Daria Tisch. Die Texte der Preisträger:innen stehen exemplarisch für die große Bandbreite der Einreichungen.

Die herausragendste Einreichung von Johannes Amann wurde mit einem Preisgeld von 5.000 € prämiert. Zusätzlich hat die AK Wien zwei Anerkennungspreise an Nicole Osimk sowie an Daniel Mayerhoffer, Jan Schulz und Daria Tisch in der Höhe von je 1.500 € vergeben.

Zu den Autor:innen

Johannes Amann, geb. 1986, Gedenkdienstjahr in Brüssel (BE), Studium der Volkswirtschaft in Wien und Utrecht (NL). Amann spannt in seinem originellen Essay den Bogen von der Geschichte überreicher Herrscher zu den politischen Ambitionen heutiger Milliardäre. Amann arbeitet als Ökonom und Deutschlehrer in Wien, wie auch die anderen prämierten Texte war sein Essay „Über Reichtum und politische Macht“ bisher unveröffentlicht.

Nicole Osimk, 29 Jahre, in Wien lebend und in der Welt zu Hause. Sozialarbeiterin und Bildungswissenschafterin (MA). Aktivistin für Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit. Seit 2019 setzt sie in Wien als Projektleiterin der Agentur Sonnenklar mit einem inklusiven Team Schulungen zu Gewaltprävention für Menschen mit und ohne Behinderungen um. In der Freizeit trifft man sie im Kino, bei einer guten Tasse Kaffee oder vertieft im Lesen und Schreiben. Nicole Osimk legt den Fokus mit ihrem kreativen und berührenden Langgedicht auf die persönlichen Auswirkungen von Reichtum. In „Das Spiel des Lebens“ nähert sie sich dem Thema Überreichtum auf literarischem, autobiographischem Weg.

Daniel Mayerhoffer, Jan Schulz und Daria Tisch haben wiederum einen wissenschaftlich geprägten Essay zu den Fehlwahrnehmungen von Überreichtum geschrieben und welche Folgen diese für die Überwindung von übermäßigem Reichtum haben können. Mayerhoffer ist Assistant Professor in der Forschungsgruppe Institutions, Inequalities, and Life Courses am Amsterdam Institute for Social Science Research und dem Data Science Centre der UvA Amsterdam. Schulz arbeitet als Postdoktorand am Lehrstuhl für Internationale Wirtschaft am Institut VWL der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Tisch ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Forschungsgruppe „Vermögen und soziale Ungleichheit“ am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung.

Die Sieger:innentexte

Die Sieger:innentexte zum Downloaden gibt es hier.

Kontakt

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