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Selbsterhalter-Stipendium

SelbsterhalterInnen sind Studierende, die sich vor der ersten Zuerkennung einer Studienbeihilfe wenigstens vier Jahre lang durch eigene Einkünfte selbst erhalten haben. Dafür müssen für mindestens 48 Monate eigene Einkünfte nachgewiesen werden, die pro Kalenderjahr höher als € 7.272,–/Jahr (brutto minus Sozialversicherung, Sonderausgaben und Werbungskostenpauschale) waren.

Die Zeiten des Präsenz- oder Zivildienstes gelten jedenfalls als Zeiten des Selbsterhaltes. In jenen Jahren, in denen die Berufstätigkeit begonnen bzw. beendet wurde, werden die jeweiligen Monate herangezogen, wenn pro Monat ein Durchschnittseinkommen von mindestens € 606,– erzielt wurde. 

Als eigene Einkünfte gelten u.a. auch Arbeitslosenunterstützung, Notstandshilfe, Karenzgeld und Kinderbetreuungsgeld. Unterhaltsleistungen der Eltern oder der Ehepartnerin/des Ehepartners und Einkünfte aus Ferialarbeit können nicht als Selbsterhalt berücksichtigt werden. Auf Grund der vorangegangenen eigenen Berufstätigkeit spielt das Einkommen der Eltern beim SelbsterhalterInnen-Stipendium, im Gegensatz zur herkömmlichen Studienbeihilfe, keine Rolle. Alle anderen Voraussetzungen, die einen Beihilfenanspruch begründen und im Studienförderungsgesetz geregelt sind, müssen jedoch erfüllt sein:

  • ordentliche/r HörerIn an einer österreichischen Universität, Fachhochschule, pädagogischen Hochschule oder Akademie (z.B. Hebammenakademie), oder außerordentliche/r HörerIn mit einer Zulassung zur Studienberechtigungsprüfung
  • noch kein Abschluss einer gleichwertigen Ausbildung (Bachelor-/Diplomstudium) im In- oder Ausland (Ausnahmen für Kurzstudien und Doktorats- sowie Masterstudien)
  • vorher noch nie Studienbeihilfe bezogen
  • österreichische/r StaatsbürgerIn oder gleichgestellte/ r AusländerIn
  • günstiger Studienerfolg im Sinne des Studienförderungsgesetzes
  • Maximal zweimaliger Studienwechsel, wobei jeder Wechsel nach spätestens zwei Semestern oder einem Ausbildungsjahr des vorangegangenen Studiums erfolgt sein muss. Bei einem Studienwechsel nach mehr als zwei Semestern entsteht der Anspruch erst im späteren Verlauf des neuen Studiums wieder.
  • Die im Studienförderungsgesetz für die jeweilige Ausbildung vorgesehene Ausbildungszeit muss eingehalten werden. Bei Studien, die in Abschnitte gegliedert sind, ist die Anspruchsdauer pro Studienabschnitt festgelegt.

So hoch ist das SelbsterhalterInnen-Stipendium

Die maximale Höhe des SelbsterhalterInnenstipendiums inklusive 12% Erhöhungszuschlag beträgt jährlich € 8.148,– und wird in zwölf Monatsraten zu je € 679,– ausbezahlt. Für Studierende mit einem Kind oder mehreren Kindern erhöht sich diese Summe für jedes Kind um € 720,– pro Jahr bzw. € 60,– pro Monat.

Bei Studierenden, für die auf Grund ihres Alters noch Anspruch auf Familienbeihilfe besteht, wird der entsprechende Betrag für Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag von der Stipendiensumme abgezogen. Dadurch verringert sich aber auch die Gesamtsumme, da der Erhöhungszuschlag nur von der errechneten Studienbeihilfe bemessen wird. Eine Verminderung des Höchststipendiums kann außerdem durch die zumutbare Unterhaltsleistung der Ehegattin bzw. des Ehegatten, der geschiedenen Ehegattin bzw. des geschiedenen Ehegatten und durch die zumutbare Eigenleistung aus eigenen Einkünften erfolgen.

BezieherInnen eines SelbsterhalterInnen-Stipendiums, die eine Studiengebühr bezahlen müssen, bekommen dies in Form des Studienzuschusses refundiert. Darüber hinaus können im Einzelfall noch ein Versicherungskostenbeitrag, Fahrtkosten- sowie Auslandszuschüsse dazukommen.

Altersgrenze

Das Studium muss vor dem 30. Geburtstag begonnen worden sein. Ausnahmen gibt es aber für SelbsterhalterInnen bis 35: Für jedes Jahr, das sich SelbsterhalterInnen länger als 4 Jahre selbst erhalten haben, steigt die Altersgrenze um ein Jahr. Weiters kann die Pflege und Erziehung eigener Kinder zur Anhebung der Altersgrenze geltend gemacht werden. Dabei wird sie pro Kind um zwei Jahre nach oben gesetzt, höchstens jedoch um 5 Jahre. Für Menschen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 % ist ein Studienbeginn vor dem 35. Geburtstag jedenfalls ausreichend. Bei Masterstudien gilt grundsätzlich die Altersgrenze von 35, wenn das vorangegangene Bachelorstudium rechtzeitig begonnen wurde.

Die Anspruchsdauer umfasst grundsätzlich die für die Ausbildung vorgesehene Studiendauer zuzüglich eines Semesters („Toleranzsemester“). Ist das Studium in Abschnitte gegliedert, beginnt der Anspruch für den folgenden Abschnitt erst, wenn der vorangegangene erfolgreich abgeschlossen wurde. Bei Ausbildungen, die das Studienjahr nicht in Semester gliedern, umfasst die Anspruchsdauer die vorgesehene Studienzeit plus ein halbes Ausbildungsjahr. Die Anspruchsdauer kann aus verschiedenen Gründen auch verlängert werden, z.B. bei Krankheit, Schwangerschaft, Pflege und Erziehung eines Kindes.

Welcher Studienerfolg nötig ist

Der Studienerfolg ist nach den ersten beiden Semestern bzw. dem ersten Ausbildungsjahr besonders wichtig, denn nur damit sichert man sich den weiteren Anspruch auf das SelbsterhalterInnen-Stipendium. An Universitäten und Fachhochschulen sind positive Zeugnisse über mindestens 14 Semesterstunden oder 30 ECTS-Punkte zu erwerben.

Über die Erfordernisse in anderen geförderten Ausbildungen geben die Stipendienstellen Auskunft. Wird der vorgesehene Studienerfolg nicht erreicht, so ist wenigstens die Hälfte davon nachzuweisen, da anderenfalls das im ersten Studienjahr bezogene Stipendium zurückzuzahlen ist. Bei einem Studienabbruch bereits nach dem ersten Semester müssen zumindest 4 Semesterstunden oder 7 ECTS-Punkte nachgewiesen werden, um eine Rückzahlung zu vermeiden.

Für Studienrichtungen, die nicht in Studienabschnitte gegliedert sind oder deren vorgesehene Studienzeit im ersten Studienabschnitt mindestens 6 Semester umfasst, ist nach dem 6. Semester ein weiterer Nachweis im Ausmaß von insgesamt 42 Semesterstunden oder 90 ECTS-Punkten vorgesehen. In Masterstudien sind nach dem 2. Semester Zeugnisse über 10 Semesterstunden oder 20 ECTS-Punkte vorzulegen, in Doktoratsstudien genügen nach dem ersten Jahr 6 Semesterstunden oder 12 ECTS-Punkte.

Fristen

Für den Antrag gibt es folgende Fristen:

  • Wintersemester: 20. Sep. – 15. Dez.
  • Sommersemester: 20. Feb. – 15. Mai

Fristgerecht eingebrachte Anträge gelten grundsätzlich ab Semesterbeginn, allerdings kann der Zeitpunkt der Zuerkennung auch selbst bestimmt werden. Anträge, die außerhalb dieser Fristen gestellt werden, gelten ab dem nächsten Kalendermonat. Die Antragstellung erfolgt mit den vorgesehenen Formularen der Studienbeihilfe, die bei der Stipendienstelle und über die Homepage www.stipendium.at erhältlich sind.

Grundsätzlich gilt der Antrag für das ganze Studium. Verschiedene Umstände können jedoch zwischendurch einen Neuantrag notwendig machen. Unmittelbar nach einem Studienwechsel oder nach dem Abschluss der Studienberechtigungsprüfung oder nach erfolgreicher Beendigung eines Bachelor-, Master- oder Diplomstudiums ist für das Folgestudium auf jeden Fall wieder ein euer Antrag zu stellen.

Wie viel man dazu verdienen darf

Seit 2008 gilt für das Einkommen während des Stipendienbezuges eine einheitliche Zuverdienstgrenze in der Höhe von € 10.000,-/Jahr (brutto minus Sozialversicherung, Sonderausgaben und Werbungskostenpauschale). Wird nicht während des ganzen Kalenderjahres Studienbeihilfe bezogen, verringert sich die Zuverdienstgrenze entsprechend (Aliquotierung).

Berücksichtigt werden dabei nur die Einkünfte jener Monate, für die auch ein Stipendienbezug vorliegt. Ob es sich dabei um Ferialarbeit oder eine regelmäßige Beschäftigung handelt, macht keinen Unterschied. Für SelbsterhalterInnen ist es dadurch nicht notwendig, ihre Berufstätigkeit völlig aufzugeben, es genügt eine entsprechende Einschränkung. Neben dem Einkommen aus Berufstätigkeit unterliegen auch Pensionen (z.B. Waisenpension), Renten und Sozialleistungen wie Karenzgeld, Kinderbetreuungsgeld oder Arbeitslosenunterstützung der Zuverdienstgrenze.

Nach Ablauf eines Kalenderjahres kann die Stipendienstelle nachträglich feststellen, ob die Zuverdienstgrenze überschritten wurde. Sollte das der Fall sein, kommt es zu einer Rückforderung. Allerdings wird nur jener Betrag zurück gefordert, um den die Einkommensgrenze überschritten wurde. Die endgültige Höhe des Stipendiums wird somit erst nach Vorliegen der tatsächlichen Einkünfte berechnet.

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