Früher in Pension

Die vorzeitige Alterspension ("Frühpension") wird nach und nach abgeschafft. Doch es gibt weiterhin Möglichkeiten, vor dem Regelpensionsalter in Pension zu gehen, und zwar:

  • Schwerarbeitspension
  • Korridorpension
  • Langzeitversicherungspension ("Hacklerregelung")

Darüber hinaus gibt es noch die Invaliditätspension, die wegen geminderter Arbeitsfähigkeit gewährt wird. 

Schwerarbeitspension

Was für Männer gilt

Nach Vollendung des 60. Lebensjahres können Männer eine Schwerarbeitspension in Anspruch nehmen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Erwerb von 540 Versicherungsmonaten (45 Jahre) und
  • Erwerb von zumindest 120 Schwerarbeitsmonaten (10 Jahre) in den letzten 240 Kalendermonaten (20 Jahre) vor dem Stichtag

Was für Frauen gilt

Für Frauen gelten grundsätzlich die gleichen Voraussetzungen wie für Männer. Weil bis zum 1.12.1963 geborene Frauen ohnehin mit Vollendung des 60. Lebensjahres die Alterspension in Anspruch nehmen können, kommt die Schwerarbeitspension grundsätzlich nur für ab 2.12.1963 geborene Frauen ab dem Jahr 2024 in Betracht.

Für ab dem 1.1.1959 und vor dem 1.1.1964 geborene Frauen besteht jedoch die Möglichkeit, eine vorzeitige Alterspension bei langer Versicherungsdauer nach Vollendung des 55. Lebensjahres (Frauen) in Anspruch zu nehmen, wenn die erforderlichen Schwerarbeitsmonate vorliegen und 480 Beitragsmonate erworben haben. Dabei beträgt der Abschlag 1,8 % pro Jahr (0,15 % pro Monat) des Pensionsantrittes vor dem Regelpensionsalter.

Wie Schwerarbeit definiert ist

Als Schwerarbeit gelten alle Tätigkeiten, die unter körperlich oder psychisch besonders belastenden Bedingungen erbracht werden:

  • Schicht- oder Wechseldienst
  • Regelmäßige Arbeit unter Hitze oder Kälte
  • Arbeit unter chemischen oder physikalischen Einflüssen, wenn dadurch eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von mindestens 10 % verursacht wurde
  • schwere körperliche Arbeit
  • Pflege (Hospiz- oder Palliativmedizin)

Abschläge
Sollten Sie in Schwerarbeitspension gehen, müssen Sie mit einem Abschlag in Höhe von 1,8 % pro Jahr rechnen.

Achtung!

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (446,81 Euro im Jahr 2019) vorliegen darf. 

Korridorpension

Sollten Sie das 62. Lebensjahr beendet und bereits 480 Versicherungsmonate (= 40 Jahre) erworben haben, können Sie in Korridorpension gehen.

Ab 2028 für Frauen

Da die Korridorpension frühestens nach Vollendung des 62. Lebensjahres in Anspruch genommen werden kann, kommt sie für Frauen ab 2028 in Betracht. Für Frauen wird sie später von Bedeutung, weil sie bereits vor Vollendung des 62. Lebensjahres in die Regelalterspension gehen können.

Achtung!

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2019: € 446,81) vorliegen darf.

Zu- und Abschläge bei der Korridorpension

Wenn Sie vor dem Regelpensionsalter in Pension gehen, gibt es Abschläge, sprich: weniger Pension. Wenn Sie nach dem Regelpensionsalter gehen, bekommen Sie dafür eine höhere Pension. Für jedes Jahr früher oder später wird Ihnen ein bestimmter Prozentsatz abgezogen oder dazugerechnet. Dazu ein Beispiel:

  • Wenn Sie mit 62 in Pension gehen, werden Ihnen bei einer Gesamtgutschrift von 800 Euro 15,3 Prozent abgezogen. Das sind pro Jahr, um das sie vor 65 gehen, 5,1 Prozent. In unserem Beispiel wären das also statt 800 Euro nur mehr 677 Euro. Also erheblicher weniger.

  • Wenn Sie bis zum Regelpensionsalter arbeiten gehen, erhöht sich die Pension auf 933 Euro. Sie ist also im Vergleich zur Pension zum 62. Lebensjahr um rund 30 Prozent höher. Diese deutliche Erhöhung ergibt sich, weil die Abschläge wegfallen, die Gutschriften dazukommen und darüber hinaus eine Aufwertung erfolgt.

  • Sollten Sie bis zum 68. Lebensjahr arbeiten, erhöht sich die Pension um weitere 30 Prozent auf rund 1250 Euro. Insgesamt beträgt der Unterschied zwischen einem Pensionsantritt mit 62 und 68 Jahren damit 60 Prozent.
  • Zusätzlich ist bei einem Pensionsaufschub über das Regelpensionsalter hinaus für die ersten drei Jahre des Aufschubs nur der halbe Pensionsversicherungsbeitrag zu bezahlen.

Langzeitversicherungspension ("Hacklerregelung")

Was für Männer gilt

Männer können eine Langzeitversicherungspension in Anspruch nehmen, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  •  Vollendung des 62. Lebensjahres
  • Erwerb von 540 Beitragsmonaten (45 Jahre): Das sind beispielsweise Arbeitsjahre und Präsenz- und Zivildienst, nicht jedoch Arbeitslosigkeit. 

Was für Frauen gilt

Für Frauen gilt folgende Regelung:

Geburt Pensions-Antrittsalter Beitragsmonate
1959 57 504 (42 Jahre)
1960 58 516 (43 Jahre)
1961 59 528 (44 Jahre)
1.1.1962 bis 1.12.1963 60 540 (45 Jahre)
2.12.1963 bis 1.6.1964 60 Jahre 6 Monate
2.6.1964 bis 1.12.1964 61
2.12.1964 bis 1.6.1965 61 Jahre 6 Monate
Ab 2.6.1965 62

Abschläge

  • Wenn Sie die Langzeitversicherungspension („Hacklerregelung“) in Anspruch nehmen, müssen Sie mit einem Abschlag in Höhe von 4,2 % pro Jahr zu rechnen.

Achtung!

Beachten Sie, dass am Stichtag weder eine Pflichtversicherung in der Pensionsversicherung noch ein Erwerbseinkommen über der Geringfügigkeitsgrenze (2018: € 446,81) vorliegen darf.

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Die Pensionsversicherungsanstalt bietet eine umfassende Broschüre zum „Altrecht“, auf die wir Sie gerne verweisen. Wende Sie sich bei Fragen gerne an das Sozialversicherungsteam in Ihrer Arbeiterkammer

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