Förderungen

Die staatlichen Zuschüsse und Beihilfen im Wohnbereich sind in den einzelnen Bundesländern teilweise sehr unterschiedlich geregelt. Hier findest du eine Zusammenstellung der möglichen Förderungen in Wien.

Die Wohnbeihilfe in Wien

Mit der Wohnbeihilfe unterstützt die Stadt Wien Menschen mit geringem Einkommen, indem sie einen Zuschuss zu deren Miete leistet: Dazu gibt es einen festgeschriebenen zumutbaren Wohnungsaufwand (ZWA). Übersteigt der tatsächlich anrechenbare Wohnungsaufwand (AWA) den zumutbaren – muss eine Person also mehr Miete bezahlen, als sie mit ihrem geringen Einkommen bewältigen kann – übernimmt die Stadt Wien die Differenz zwischen ZWA und AWA. Das gilt sowohl bei Genossenschafts- und Gemeindewohnungen als auch bei privaten Mietwohnungen. Den Antrag dafür reichst du bei der Magistratsabteilung 50 ein.

Im Allgemeinen wird die Wohnbeihilfe auf zwei Jahre gewährt. Beim Bezug von Arbeitslosengeld, Krankengeld usw. ist auch ein kürzerer Zeitraum möglich. Wird zusätzlich zur Wohnbeihilfe auch eine Bedürfnisorientierte Mindestsicherung bewilligt, kann es zu einer Kürzung oder Einstellung der Wohnbeihilfe kommen, denn ein Teil der Mindestsicherung muss für die Miete verwendet werden. Ob du Wohnbeihilfe bekommst oder nicht, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Haushaltsgröße
  • Haushaltseinkommen
  • Wohnungsgröße
  • Wohnungsaufwand

Haushaltsgröße
Zum Haushalt gehören alle Personen, die mit dem Antragsteller in einem Haushalt leben und in dieser Wohnung hauptgemeldet sind. Als Nachweis genügt der Meldezettel. Bei Wohngemeinschaften von Studierenden zählen alle Mitbewohner zur Haushaltsgröße, egal ob die WG ihr Haupt- oder Nebenwohnsitz ist.

Haushaltseinkommen
Als Haushaltseinkommen gilt das Nettoeinkommen (nachdem Sozialversicherungsbeiträge und Einkommensteuer bezahlt wurden) aller im Haushalt lebenden Personen inklusive Weihnachts- und Urlaubsgeld. Das monatliche Einkommen ist also ein Zwölftel des gesamten Jahres-Nettoeinkommens. Hast du selbst kein eigenes Einkommen und lebst du ausschließlich von Unterhaltszahlungen deiner Eltern, kannst du keine Wohnbeihilfe beantragen. Das gleiche gilt, wenn dein nachweisbares Einkommen niedriger ist als das festgelegte Mindesteinkommen.

Folgende Einkünfte zählen auch zum Einkommen:

  • Lehrlingsentschädigung, Alimente, Kinderbetreuungs-, Karenz-, Wochengeld
  • Arbeitslosengeld, (Sonder-)Notstandshilfe, Beihilfe nach dem Arbeitsmarktförderungsgesetz
  • Krankengeld
  • Stipendium einer inländischen Universität
  • Präsenz-, Zivildienstentgelt
  • Nicht geltend gemachte Unterhaltsansprüche

Monatliches Mindest-Nettoeinkommen: 

Jahr 1 Erwachsener 2 Erwachsene je Kind
2020 € 917,35 € 1.328,11 € 142,92
2019 € 885,47 € 1.327,62 € 136,63
2018 € 863,04 € 1.293,98 € 133,16

Wohnungsgröße
50 m2 für eine Person, 70 m2 für zwei Personen und zusätzlich 15 m2 für jede weitere Person gelten bei der Wohnungsbeihilfe als angemessene Nutzfläche. Diese Wohnungsgrößen werden beim anrechenbaren Wohnungsaufwand berücksichtigt.

Tipp

Was als zumutbarer Wohnungsaufwand gilt und wie sich die Wohnungsbeihilfe berechnet findest du hier.

Anrechenbarer Wohnungsaufwand
Bei der Wohnbeihilfe zählt nicht die gesamte Brutto-Miete als AWA, sondern nur der Hauptmietzins (ohne Betriebskosten und Umsatzsteuer). Zudem gibt es folgende Obergrenzen:

  • Wohnungskategorie A: € 5,81/m2 Wohnnutzfläche
  • Wohnungskategorie B bzw. befristete Mietverträge: € 4,36/m2 Wohnnutzfläche
  • Wohnungskategorie C und D: € 2,91/m2 Wohnnutzfläche

Bei Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen kann nur der Teil der Miete, der für die Rückzahlung der Baudarlehen vorgesehen ist, berücksichtigt werden.

Das Eigenmittelersatzdarlehen für geförderten Wohnraum

Wenn du eine Genossenschaftswohnung mieten möchtest, den meist relativ hohen Finanzierungsbeitrag aber nicht aufbringen kannst, kannst du ein Eigenmittelersatzdarlehen beantragen. Bei diesem besonders günstigen, zweckgebundenen Kredit, der vom Land Wien ausgegeben wird, bezahlst du nur 1 % Zinsen. Zusätzlich zu dieser Baukostenförderung können Jungfamilien auch eine Grundkostenförderung beantragen.

So beantragst du ein Eigenmittelersatzdarlehen
Den Antrag auf ein Eigenmittelersatzdarlehen reichst du bei einer der zuständigen Banken ein. Dabei darf dein Miet-, Kauf-, beziehungsweise Anwartschaftsvertrag nicht älter als drei Monate sein. Die Bank füllt den Antrag mit dir zusammen aus und leitet ihn zur Genehmigung an die Magistratsabteilung 50 weiter. Am besten, du vereinbarst im Vorfeld einen Beratungstermin mit der betreffenden Bank, damit du bei der Antragsstellung alle nötigen Unterlagen beisammen hast.

Weitere Voraussetzungen und Bestimmungen
Es muss sich um den Baukostenanteil einer geförderten Mietwohnung, Genossenschaftswohnung, Eigentumswohnung oder Gemeindewohnung handeln. Die Benützungsbewilligung der Wohnung darf nicht älter als 20 Jahre sein. Die Höhe der Förderung ist von der Höhe deines Einkommens und deiner familiären Situation abhängig. Das Eigenmittelersatzdarlehen ist eine personengebundene Förderung. Ziehst du vorzeitig aus der Wohnung aus, musst du eventuell noch offene Beträge ausgleichen.

Die Bedarfsorientierte Mindestsicherung

Wenn dein Einkommen unterhalb der Mindeststandards liegt oder du kein eigenes hast, kannst du die Wiener Mindestsicherung beantragen. Sie gilt jedoch nur für Menschen, die nicht aus eigener Kraft oder mit der Hilfe anderer in der Lage sind, Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die aktuellen Leistungen
Bei der Mindestsicherung ist im Betrag für den Lebensunterhalt bei volljährigen Personen ein Betrag zur Deckung des Wohnbedarfs enthalten. Die Höhe der Leistungen richtet sich nach den aktuellen Mindeststandards.

Monatliche Leistungen für den Lebensunterhalt 2020:

  • Alleinstehende, Alleinerziehende: € 917,35
  • Paare (pro Person): € 688,01
  • Minderjährige Kinder: € 247,68

Monatliche Leistungen für den Wohnbedarf 2020:

  • Alleinstehende, Alleinerziehende: € 229,32
  • Paare (pro Person): € 171,99
  • Personen, die auf die Dauer arbeitsunfähig sind: € 123,84

Die Wohnkostenbeihilfe für Wehr- und Zivildienstleistende

Die Wohnkostenbeihilfe für Wehr- und Zivildienstleistende soll es dir ermöglichen, deine schon bestehende Wohnung während deines Dienstes behalten zu können.

Dabei muss deine Wohnung eine abgeschlossene Einheit bilden, und du selbst musst für den Haushalt verantwortlich sein. Wohnst du bei den Eltern oder mit deinem Lebenspartner zusammen, kannst du die Wohnkostenbeihilfe nicht beantragen.

Die Leistungen
Die Bemessungsgrundlage für die Wohnkostenbeihilfe besteht u. a. aus deinen Ausgaben für die Wohnung und deinem Durchschnittseinkommen der letzten drei Monate des vorangegangenen Jahres. Die tatsächlichen Leistungen betragen maximal 30 % deiner individuellen Bemessungsgrundlage. Für eventuelle Grundgebühren, z. B. für den Telefonanschluss, gibt es den Grundgebühren-Pauschalbetrag. Ausgaben für Strom und Heizung können nicht berücksichtigt werden.

Tipp

Auch als Zivildienstleistender suchst du beim Heerespersonalamt um diesen Zuschuss an. Der Antrag dafür wird dir zusammen mit dem Zuweisungsbescheid zugeschickt.

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