Flüchtling mit einem Koffer auf dem Weg nach Europa
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16.9.2026

Geflüchtete am Arbeitsmarkt

Geflüchtete bringen vielfach Qualifikationen mit, die am österreichischen Arbeitsmarkt dringend gebraucht werden. Trotzdem ist eine Beschäftigung entsprechend ihrer Ausbildung und Berufserfahrung derzeit die Ausnahme. Das zeigt eine Studie der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt (FORBA) im Auftrag der AK Wien – mit besonderem Fokus auf Frauen. 

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Presseunterlage

Dequalifizierung schadet nicht nur den Betroffenen: Unternehmen verlieren potenzielle Fachkräfte, dem Staat entstehen höhere Kosten durch Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung. Eine zu rasche Vermittlung in irgendeinen Job kann zudem einen „Drehtüreffekt“ aus kurzfristiger Beschäftigung und wiederkehrender Arbeitslosigkeit auslösen.  

Viele Hürden erschweren den Einstieg

Unsichere Aufenthaltsrechte, komplizierte Übergänge von der Grundversorgung in den Arbeitsmarkt und der Vorrang schneller Vermittlung gegenüber Qualifizierung erschweren eine nachhaltige Integration. Hinzu kommen langwierige und teure Anerkennungsverfahren für ausländische Abschlüsse sowie hohe Anforderungen an Deutschkenntnisse, vor allem in reglementierten Berufen. Auch Unternehmen haben oft wenig Erfahrung mit der Beschäftigung von Geflüchteten und Unsicherheiten bei Aufenthaltsstatus und Arbeitserlaubnis. Diskriminierung, Rassismus und psychosoziale Belastungen schaffen zusätzliche Hürden.

Geflüchtete Frauen besonders betroffen

Für geflüchtete Frauen kommen weitere strukturelle Barrieren hinzu: fehlende Kinderbetreuung, Pflegeverpflichtungen und Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass viele Geflüchtete gefragte Qualifikationen und hohe Motivation mitbringen. Erfolgreiche Beispiele zeigen, was hilft: Sprachförderung und berufliche Qualifizierung verbinden, individuelle Beratung anbieten, gezielte Programme für Frauen schaffen und Qualifizierung sowie berufsspezifisches Deutsch direkt im Betrieb ermöglichen.

AK fordert bessere Rahmenbedingungen

Die AK fordert:

  • bessere Übergänge zwischen Asylsystem und Arbeitsmarkt sowie die Möglichkeit eines „Spurwechsels“ in die Rot-Weiß-Rot-Karte, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind,
  • eine ausreichende Finanzierung des Integrationsjahres,
  • mehr Personal und Fördermittel für das AMS,
  • die Gleichstellung von Qualifizierung und rascher Vermittlung im AMS,
  • durchgängige und berufsspezifische Deutschförderung,
  • schnellere und leistbare Verfahren zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen,
  • flexible Einstiegs- und Nachqualifizierungsmodelle,
  • mehr Offenheit beim Recruiting, bessere Information und Qualifizierung „on the job“ in Unternehmen.
 

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