Erwerbsdruck gefährdet Studienerfolg
Die Ergebnisse der regelmäßig stattfindenden Studierendensozialerhebung des Instituts für Höhere Studien (IHS) zeigen: Die meisten Studierenden in Österreich müssen neben dem Studium arbeiten, um sich ihr Leben leisten zu können. Was oft als persönliche Entscheidung und Karriereschritt dargestellt wird, ist in Wahrheit ein strukturelles Problem.
Erwerbstätigkeit unter finanziellem Druck
Die Erwerbsquote der Studierenden bleibt mit 68% weiterhin hoch. Sie ist Ausdruck steigender Lebenshaltungskosten (+6% von 2023 auf 2025) und unzureichender finanzieller Unterstützung. Für 71% der Studierenden ist Erwerbsarbeit keine freie Entscheidung, sondern für die Bestreitung der Lebenserhaltungskosten ein Muss. Die Daten zeigen klar: Je mehr Stunden Studierende arbeiten, desto stärker leidet ihr Studium. Für vier von zehn Studierenden ist es schwierig, Studium und Job zu vereinbaren.
„Bildung und Weiterentwicklung soll jedem und jeder in Österreich möglich sein, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Dafür muss dann auch der Staat beisteuern. Aktuell ist das oft nicht so, viele arbeiten in Teilzeit und machen ein Studium. Als Arbeiterkammer setzen wir uns für bessere Studienbedingungen ein.
Unsere Kampagne mit Petition zum Thema Teilzeit setzt sich zum Ziel, dass mehrstunden auch in Teilzeit voll abgegolten werden,“ so Arbeiterkammerpräsidentin Renate Anderl.
Wohnen und Essen als zentrale Kostenfaktoren
Den Großteil der Kosten für Studierende machen Wohnen (38%) und Essen aus (21%). In den letzten Jahren sind die Gesamtkosten von Studierenden um 6% angestiegen. Besonders die steigenden Wohnkosten setzen Studierenden massiv unter Druck. Diese sind in den letzten 10 Jahren um enorme 51% angestiegen. Besonders betroffen sind Studierende ohne familiäre Unterstützung, ältere Studierende über 27 Jahre sowie Studierende mit Kind. Für sie fallen viele Förderungen weg – das Risiko von finanziellen Engpässen bis hin zur Armutsgefährdung steigt.
„Studierende, die nicht von ihren Eltern finanziell unterstützt werden, sollten genug Beihilfe erhalten, um ohne Armut leben zu können. Derzeit sind die Beihilfen so niedrig, dass sie für niemanden zum Leben reichen, insbesondere nicht für ältere Studierende oder Studierende mit Kind. Dafür bräuchte es eine starke Anhebung der Studienbeihilfe, mindestens über die Armutsgefährdungsschwelle“, so Renate Anderl. Wer arbeitet und studiert, leistet doppelt – und verdient faire Bedingungen.“
Die Arbeiterkammer setzt sich dafür ein, dass Studierende und Berufseinsteiger:innen in Teilzeit fair behandelt werden. Arbeiten und Studieren darf nicht zum Armutsrisiko werden.
Politik gefordert: Chancengleichheit sicherstellen
Um allen Studierenden faire Bildungsbedingungen zu ermöglichen, braucht es gezielte Maßnahmen: leistbares Wohnen, bessere Studienförderung und Rahmenbedingungen, faire Entlohnung von Teilzeitarbeit, die Vereinbarkeit von Studium und Erwerbsarbeit erleichtert. Von den Unis fordern wir als AK, die Studienbedingungen für alle zu verbessern und zu flexibilisieren, um faire Chancen zu schaffen. Die Ergebnisse der IHS-Studie unterstreichen die Dringlichkeit arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Maßnahmen – auch im Kontext der aktuellen AK-Kampagne zur Teilzeit und fairen Arbeitsbedingungen.
Hier geht’s zur Petition: Mehr Respekt für Teilzeit
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Telefon: +43 1 50165-0
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