Nachhilfebarometer 2026: Kinder besser fördern
Der AK Nachhilfebarometer zeigt auf, wie stark Familien durch private Nachhilfe belastet werden.
Österreichs Schulsystem schafft es noch immer nicht, allen Jugendlichen die Grundkompetenzen zu vermitteln, die sie brauchen. Schülerzentriertes Lernen und eine hohe Unterrichtsqualität sind wichtig – am Ende der Pflichtschule müssen alle Kinder und Jugendlichen sicher lesen, schreiben und rechnen können
, sagt Ilkim Erdost, AK Bereichsleiterin Bildung, zu den aktuellen PISA-Ergebnissen. Die am 8. September 2026 von der OECD präsentierten Ergebnisse der PISA-Studie 2025 zeigen einmal mehr: Die Leistungen der Schüler:innen in Mathematik und Lesen haben seit der letzten Messung weiter abgenommen (lediglich in den Naturwissenschaften sind sie in Österreich wieder leicht gestiegen).
PISA zeigt nicht nur sinkende Leistungen, sondern ein grundlegendes Problem: Zu viele Jugendliche verlassen die Pflichtschule ohne die Grundkompetenzen, die sie für ihre Zukunft brauchen. Gleichzeitig wird Nachhilfe zur privaten Reparatur dessen, was im Schulsystem nicht ausreichend gelingt: Kinder gezielt zu fördern
Vor allem im langjährigen Vergleich gibt der klare Abwärtstrend Grund zur Sorge: Im Vergleich zu 2006 nahm die Leistung in Mathematik um -28 Punkte ab (477), in den Naturwissenschaften um -14 Punkte (497) und im Lesen -23 Punkte (467).
Besonders alarmierend: 28 % der Schüler:innen gehören in Lesen und Mathematik zur Risikogruppe, 21 % in Naturwissenschaften. Sie können am Ende der Pflichtschule etwa einfache Texte nicht sinnerfassend lesen oder alltägliche Rechenaufgaben nicht lösen.
Und das, obwohl der aktuelle AK-Nachhilfebarometer zeigt, dass ein Drittel der Schüler:innen mittlerweile private oder bezahlte Nachhilfe bekommt.
Wir können nicht verlangen, dass Eltern das Bildungssystem am Abend und mit privatem Geld reparieren. Das ist unsozial und verschärft die Bildungsungerechtigkeit: Wer sich Nachhilfe leisten kann, hat bessere Chancen – und Bildung wird noch stärker vererbt
, sagt Ilkim Erdost, Bereichsleiterin Bildung der AK Wien.
Der Chancenbonus, ein Zuschuss für Schulen mit besonderen Herausforderungen, ist eine positive Entwicklung: Schulen können damit gezielt auf die Bedürfnisse ihrer Schüler:innen eingehen. Ob die Maßnahmen wirken, wird sich erst weisen. Die PISA-Ergebnisse zeigen aber schon jetzt: Schulen mit größeren Herausforderungen brauchen mehr Ressourcen. Eine bedarfsgerechte Schulfinanzierung muss daher dringend ausgebaut werden. Es braucht mehr, und es braucht mehr Tempo
, so Ilkim Erdost.
Prinz Eugenstraße 20-22
1040 Wien
Telefon: +43 1 50165-0
- erreichbar mit der Linie D -
© 2026 AK Wien | Prinz-Eugen-Straße 20-22 1040 Wien, +43 1 501 65