Gesund bis zur Pension? Für viele unrealistisch
Wer jahrzehntelang schwer hebt, in Wechselschicht arbeitet oder unter Dauerdruck Kranke pflegt, spürt die Belastung jeden Tag im Körper. In Österreich liegen die gesunden Lebensjahre im Schnitt bei nur 63 Jahren – bei körperlich und psychisch fordernden Berufen oft weit darunter. Die Zahlen zeigen, wie praxisfern die Debatten über ein höheres Pensionsalter sind: Laut Arbeitsklima Index hält es mehr als ein Drittel aller Beschäftigten für unmöglich, im Beruf überhaupt bis 65 durchzuhalten.
Einkommen macht den Unterschied
Und die Unterschiede sind enorm: Während 90 Prozent der Spitzenverdiener das Pensionsalter gesund erreichen, sind es bei Arbeitern im Niedriglohnbereich gerade einmal 57 Prozent. Die restlichen 43 Prozent sind bis dahin invalid oder verstorben.
Früher raus heißt weniger Pension
Wer aus gesundheitlichen Gründen früher aussteigen muss, zahlt schon heute einen bitteren Preis: bis zu 5,1 Prozent Abschlag pro Jahr in der Korridorpension, 4,2 Prozent bei Berufsunfähigkeit und selbst bei anerkannter Schwerarbeit 1,8 Prozent.
Höheres Pensionsalter verschärft das Problem
Das gesetzliche Pensionsalter weiter hinaufzuschrauben, löst kein einziges Problem. Es erhöht nur die Abschläge für jene, die ohnehin nicht mehr können. Das ist reiner Pensionsraub!
Gesunde Jobs statt Kürzungsdebatten
Unser Pensionssystem funktioniert und wird zum Großteil von den Beschäftigten selbst finanziert. Es muss nicht kaputtgespart, sondern abgesichert werden. Statt über ein höheres Pensionsalter zu diskutieren, müssen Betriebe Verantwortung übernehmen.
Viele Beschäftigte schaffen den direkten Übergang von der Arbeit in die Pension nicht, weil sie noch vor 65 abgebaut werden. Wer ein Leben lang gearbeitet hat, darf kurz vor der Pension nicht in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden. Die AK kämpft für alternsgerechte Arbeitsbedingungen und steht Ihnen mit Beratung und rechtlicher Unterstützung zur Seite.
Beratungserfolge
Immer mehr Chefs erwarten von ihren Mitarbeiter:innen, für die Firma ständig erreichbar zu sein. Alles andere muss untergeordnet werden, nicht zuletzt die eigene Gesundheit. Wenn Chefs dabei Gesetze verletzen, sind die AK Expert:innen zur Stelle. Hier konnten wir helfen: