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6.5.2026

Ein eigenes Gesetz für die Kreislaufwirtschaft

Weniger verbrauchen, länger nutzen, wiederverwerten: Die Kreislaufwirtschaft bietet das Potenzial, unseren übermäßigen Ressourcenverbrauch wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Gleichzeitig kann sie die strategische Abhängigkeit von globalen Lieferketten verringern und neue Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze schaffen.

Ein Gesetz als treibende Kraft

Allzu oft wird Kreislaufwirtschaft auf Recycling reduziert. Tatsächlich erfordert sie einen tiefgreifenden Umbau unserer Produktions- und Lebensweise. Aus Sicht der Arbeiterkammer (AK) kann dieser Wandel nur gelingen, wenn er das Leben der breiten Bevölkerung verbessert. Dafür braucht es klare Rahmenbedingungen mit eindeutigen Verantwortlichkeiten, konkreten Umsetzungsfristen und verlässlicher Planungssicherheit.

Ein eigenständiges Kreislaufwirtschaftsgesetz könnte genau diese Voraussetzungen schaffen und den notwendigen Wandel gezielt vorantreiben. Derzeit fehlt ein solches Gesetz jedoch.

Die Universität für Bodenkultur und ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung haben daher im Auftrag von Global 2000 einen Gesetzesvorschlag erarbeitet, der zeigt, wie ein solcher Rahmen aussehen könnte. Die AK Wien hat das Projekt unterstützt und insbesondere die Perspektive von Beschäftigten sowie Konsument:innen eingebracht.

Wertschöpfung und Beschäftigung stärken

Aus Sicht der AK ist ein zentraler Aspekt der Kreislaufwirtschaft die Nutzung von Wertschöpfungs- und Arbeitsplatzpotenzialen. Bereits heute erwirtschaftet die Kreislaufwirtschaft rund 4,1 Milliarden Euro an Bruttowertschöpfung – mehr als die Stahlindustrie. Bis 2030 werden EU-weit etwa 700.000 zusätzliche Arbeitsplätze erwartet.

Um dieses Potenzial gezielt zu nutzen, sieht der Gesetzesvorschlag unter anderem Entwicklungspläne für die betroffenen Wirtschaftssektoren vor.

Gute Arbeit sicherstellen

Neue Arbeitsplätze müssen auch gute Arbeitsplätze sein. Beschäftigung entsteht vor allem in Bereichen wie Reparatur, Wiederverwendung oder der Sharing Economy – Branchen, die derzeit häufig durch niedrige Löhne und unsichere Arbeitsbedingungen geprägt sind.

Der vorgeschlagene gesetzliche Rahmen enthält daher konkrete Maßnahmen, um faire Arbeitsbedingungen und eine hohe Arbeitsplatzqualität sicherzustellen.

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