43. Klimadialog: Regionen im Wandel
Unsere Regionen stehen heute vor großen Umbrüchen: Klimakrise, technologische Veränderungen und wirtschaftlicher Wandel fordern neue Antworten. Vor diesem Hintergrund darf Regionalpolitik nicht allein darauf abzielen, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Sie muss vielmehr die Fähigkeit von Regionen fördern, wirksame Antworten auf die Umbrüche unserer Zeit zu entwickeln. Dazu gehört auch eine Neuausrichtung der regionalen Innovationspolitik – hin zu einer aktiven Gestaltung nachhaltiger Zukunftspfade.
Regionale Innovationssysteme neu denken
Veränderung ist nicht abstrakt, sondern zeigt sich ganz konkret – an Orten, in Betrieben und im Leben der Menschen. Regionen starten dabei mit unterschiedlichen Voraussetzungen, aus denen jeweils eigene Herausforderungen entstehen. Die Auswirkungen von Klima-, demografischem und technologischem Wandel werden sich vor allem im Alltag zeigen: darin, wie und wo Menschen leben, arbeiten und produzieren.
Diese Entwicklungen stellen Wirtschaft und Politik vor eine zentrale Frage: Reichen unsere bisherigen Instrumente und Denkweisen noch aus, um den Wandel aktiv zu gestalten – oder brauchen wir neue Ansätze?
Angesichts der Vielfalt und des Ausmaßes der Herausforderungen ist für uns klar: Wirtschaftspolitik darf – auch auf regionaler Ebene – nicht bloß Verwalterin von Fördermitteln sein. Sie muss aktiv gestalten, Menschen in Veränderungsprozesse einbinden, Perspektiven eröffnen und Mitsprache ermöglichen.
Welche Ideen und Ansätze dafür notwendig sind und wie Regionen den Wandel erfolgreich gestalten können, darüber diskutierten wir beim 43. Klimadialog „Regionen im Wandel“.
Michael Fischer präsentierte das ÖROK-Projekt „Regionale Innovation & Transformation (RIT)“, das neue Ansätze einer transformativen Regionalpolitik systematisch aufbereitet und in den Kontext europäischer Entwicklungen stellt. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie Regionen zu aktiven Gestaltern des Wandels werden können. Welche Rolle spielen Kooperation, Innovation und Governance im Mehrebenensystem? Und welche Chancen ergeben sich daraus für eine nachhaltige Entwicklung in Österreich?
Im Anschluss kommentierte Michael Soder den Input und ordnete die vorgestellten Ansätze aus arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischer Perspektive ein.
Highlights:
- Direktionalität: Innovation darf kein Selbstzweck sein, sondern muss gezielt zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und zur Steigerung der Lebensqualität beitragen.
- Rolle der Regionen: Regionen sind zentrale Räume der Transformation, weil sie globale Herausforderungen in konkrete, ortsbezogene Bedürfnisse („place-based needs“) übersetzen und Lösungen in überschaubaren Räumen erproben können.
- Systemische Transformation: Im Mittelpunkt stehen nicht nur technologische Neuerungen, sondern die grundlegende Umgestaltung ganzer sozio-technischer Systeme – etwa in den Bereichen Energie, Mobilität oder Ernährung.
- Multi-Level-Governance: Erfolgreiche Transformation erfordert eine enge vertikale und horizontale Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und Regionen.
- Exnovation: Damit sich nachhaltige Lösungen durchsetzen können, müssen bestehende nicht nachhaltige Strukturen, Routinen und Denkweisen gezielt abgebaut werden – ein bewusster Prozess des „Entlernens“.
AK Klimadialog
Die Klimadialoge sind eine Veranstaltungsreihe, die die sozialen Aspekte in den Mittelpunkt der klima- und energiepolitischen Diskussion stellt. Die Klima- und Energiewende ist nicht nur eine technische Frage, sondern vor allem eine soziale Herausforderung. Es geht um gute Beschäftigung, eine gerechte Verteilung der Kosten und die sichere Versorgung mit leistbarer Energie und Mobilität.
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