AK Essaypreis 2025: „Stadt-Land"
Die Arbeiterkammer Wien hat 2025 zum dritten Mal den Essaypreis ausgelobt – diesmal zum Thema „Stadt-Land". Gewonnen hat Cornelia Travnicek mit ihrem Essay „Topografien der Nähe“, der der simplen Dichotomie von Stadt und Land widerspricht. Zwei Anerkennungspreise gingen an Caren Ohrhallinger für ihren Essay „Da draußen, wo die Freiheit wohnt.“ und Valerie Springer für den Text „Vom Leben im Dazwischen.“ Bei der feierlichen Preisverleihung am 13. April 2026 wurden die drei prämierte Essays vor einem interessierten Publikum vorgestellt.
Über den Essaypreis
Die Kluft zwischen Stadt und Land prägt unsere Gesellschaft zunehmend. Unterschiedliche Lebensbedingungen, divergierende Weltsichten und auseinanderdriftende Wahlergebnisse können gegenseitiges Unverständnis befördern. Während in den Städten leistbarer Wohnraum knapper wird, kämpfen ländliche Regionen mit dem Verschwinden von Nahversorgung, öffentlichem Verkehr und sozialer Infrastruktur. Diese Unterschiede sind nicht nur geografischer Natur – sie spiegeln fundamentale Fragen von Gerechtigkeit, Teilhabe und Zukunftschancen wider.
Die Arbeiterkammer setzt sich seit jeher für gleichwertige Lebensverhältnisse und gerechte Zugänge zu öffentlicher Daseinsvorsorge ein. Ob es um Kinderbetreuung, Gesundheitsversorgung, Mobilität oder Zugänge zu Bildung geht – die Postleitzahl darf nicht über Lebenschancen entscheiden. Wir thematisieren die Herausforderungen sowohl in urbanen Ballungszentren als auch in ländlichen Regionen. Dabei geht es uns um mehr als Infrastruktur: Es geht um die Frage, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen.
Aus knapp 180 Einreichungen wählte die Jury, bestehend aus Dominik Barta (Schriftsteller), Karin Heitzmann (WU), Julia Hofmann (AK Wien), Sina Moussa-Lipp (AK Wien), Juliane Nagiller (ORF Wissen), Sybille Pirklbauer (AK Wien) und Armin Thurnher (Falter) die drei ausgezeichneten Texte aus.
Zu den Autor:innen
Cornelia Travnicek
Geboren 1987 in Niederösterreich. Studium der Sinologie und Informatik an der Universität Wien. Sie ist freie Schriftstellerin und Übersetzerin aus dem Chinesischen und arbeitet in Teilzeit in einem Forschungszentrum für Visual Computing. Für ihre literarischen Arbeiten erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Publikumspreis bei den Tagen der Deutschsprachigen Literatur 2012. Ihr Roman „Feenstaub" war 2020 für den Österreichischen Buchpreis nominiert. Letzte Veröffentlichung: „Ich erzähle von meinen Beinen", Picus Verlag 2026.
Caren Ohrhallinger
Architektin und Autorin, Prozessbegleiterin und Moderatorin. Aufgewachsen in Oberösterreich, lebt sie heute in Wien und begleitet Menschen, Orte und Organisationen bei räumlichen und organisatorischen Veränderungen. Sie ist Partnerin bei nonconform, dem Büro für partizipative Baureduktionsplanung, hält Vorträge und publiziert zu Baukultur, Stadtentwicklung und Beteiligung. Daneben schreibt sie Essays, Kurzgeschichten und Romane; seit 2024 erscheinen erste Kurzgeschichten, 2025 erhielt sie den 5. Platz beim Putlitzer-Preis.
Valerie Springer
Geboren 1958, lebt im Sommer in Österreich, im Winter auf Reisen. Verheiratet, zwei erwachsene Kinder. Freie Schriftstellerin seit 2000, davor Arbeit als Werbekonzeptionistin, Journalistin und Kulturredakteurin. Diverse Förderungen und Auszeichnungen (u. a. Theodor-Körner-Förderpreis, BMUK, Igfem, Bleiburg). Veröffentlichungen: Romane, Lyrik, Essays, Radiofeatures. Aktuell: „Eine Ziege, ein Dorf und kein Internet", Roman, Milena-Verlag 2026.
Die Sieger:innentexte
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Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien
Abteilung Wirtschaftswissenschaft
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