Politik auf Sparkurs – Mit wenig Geld viel bewegen
Wie können Städte trotz knapper Budgets lebenswert, sozial gerecht und klimafit gestaltet werden? Mit dieser Frage setzte sich die AK Stadttagung „Politik auf Sparkurs – Mit wenig Geld viel bewegen“ am 20. Mai 2026 in Wien auseinander. Vertreter:innen aus Wissenschaft, Verwaltung, Stadtplanung und Interessenvertretungen diskutierten gemeinsam mit den Teilnehmer:innen innovative kommunalpolitische Ansätze sowie kosteneffiziente Maßnahmen für die Stadt der Zukunft.Internationale Beispiele für wirksame Stadtpolitik mit wenig Budget
Im Mittelpunkt der Tagung standen konkrete Beispiele dafür, wie Städte mit vergleichsweise einfachen und kostengünstigen Maßnahmen spürbare Verbesserungen erzielen können. Zum Auftakt skizzierte Thomas Ritt die Herausforderungen wachsender Städte unter budgetärem Druck. In seiner Keynote hob Stavros Stavrides die Bedeutung städtischer Gemeingüter hervor, die gerade in Krisenzeiten neue Möglichkeiten für Selbstverwaltung, Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt eröffnen können.
Anschließend zeigten Christian Iaione, Eckhard Hasler und Francesca Galimberti anhand internationaler Beispiele aus Städten wie Rom, Berlin und Mailand, wie kommunale Innovationen auch mit begrenzten finanziellen Mitteln wirksam umgesetzt werden können – etwa durch Verkehrsberuhigung, flexible Radverkehrslösungen oder eine stärkere Einbindung der Bewohner:innen.
Wien im Fokus: Tactical Urbanism und Beteiligung
Zum Abschluss richtete sich der Blick wieder auf Wien. Sabrina Halkic erläuterte das Potenzial von Tactical Urbanism für eine kostengünstige, innovative und partizipative Stadtgestaltung. In der anschließenden Round-Table-Diskussion erörterten Sabrina Halkic, Gabu Heindl, Gunnar Grandel, Agnes Wyskitensky und Ilkim Erdost neue Ansätze der Stadtentwicklung, Fragen der gerechten Verteilung öffentlicher Mittel sowie die Bedeutung qualitätsvoller lokaler Beteiligungsprozesse.
Öffentliche Budgets stärken, Handlungsspielräume nutzen
Aus Sicht der AK ist klar: Langfristig müssen öffentliche Budgets durch geeignete Umverteilungsmaßnahmen wieder gestärkt werden. Gleichzeitig braucht es gerade in finanziell herausfordernden Zeiten politischen Gestaltungswillen und kreative Lösungen, um Lebensqualität, soziale Teilhabe und Klimagerechtigkeit zu sichern.
Die Forderungen der AK
Vorhandene Räume besser nutzen
Parks, Straßen – insbesondere Wohnstraßen – und Freiflächen sollen stärker als Orte der Begegnung genutzt werden. Flexible und temporäre Nutzungen, etwa für Grätzelfeste oder andere gemeinschaftliche Aktivitäten, können den öffentlichen Raum beleben. Begrünungen und temporäre Beschattungen helfen zudem, Hitze-Hotspots zu entschärfen und die Stadt klimafitter zu machen.
Öffentlichen Verkehr und klimafitte Stadträume sichern
Eine klimafreundliche Stadt braucht einen leistungsfähigen öffentlichen Verkehr. Sein Ausbau muss langfristig abgesichert werden. Gleichzeitig sind Straßen und Plätze durch mehr Begrünung, Entsiegelung sowie konsumfreie Aufenthalts- und Sitzmöglichkeiten klimaresilient und lebenswert zu gestalten.
Beteiligung für alle ermöglichen
Mitsprache im Grätzel, im Bezirk und in der gesamten Stadt muss niederschwellig, barrierefrei und unabhängig von Sprachkenntnissen möglich sein. Beteiligungsangebote sind systematisch auszubauen und so zu gestalten, dass sie zu verbindlichen Ergebnissen führen. Demokratische Teilhabe in der Stadtentwicklung muss sozial ausgewogen und inklusiv sein.