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Die Beschäftigten in Österreich stehen immer stärker unter Druck. Das zeigt das Strukturwandelbarometer 2026, das das Forschungsinstitut IFES im Auftrag von AK und ÖGB erstellt hat. Für die Studie wurden rund 1.500 Betriebsratsvorsitzende befragt. Sie vertreten insgesamt rund 600.000 Beschäftigte und geben damit einen repräsentativen Einblick in die Situation in österreichischen Unternehmen.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Arbeit wird intensiver, Krankenstände nehmen zu und viele Beschäftigte stehen auch in ihrer Freizeit oder während eines Krankenstands unter Druck. Gleichzeitig wird über ein höheres Pensionsalter diskutiert. AK und ÖGB sehen darin einen klaren Widerspruch: Wer länger arbeiten soll, braucht gesunde Arbeitsbedingungen und Arbeitsplätze, die auch im Alter bewältigt werden können.
„Die Arbeit wird immer intensiver, was in einer steigenden Anzahl von Krankenständen resultiert. Gleichzeitig wird von Vertreter:innen der Wirtschaft nach einem höheren Pensionsalter gerufen. Unsere Umfrage zeigt deutlich, dass hier völlig an der Realität vorbei argumentiert wird“, zieht AK Direktorin Silvia Hruška-Frank Bilanz.
Willi Mernyi, Bundesgeschäftsführer des ÖGB, schlägt in die selbe Kerbe: „Es reicht, dass Beschäftigte die Rechnung für den wirtschaftlichen Druck zahlen. Schluss mit mehr Stress, mehr Belastung und weniger Lebensqualität. Unternehmen müssen aufwachen und verstehen: Gute Arbeit braucht gute Bedingungen – denn ohne Beschäftigte gibt es keinen Erfolg.“
Für AK und ÖGB ist klar: Gesundheit, altersgerechte Arbeitsplätze, Qualifizierung sowie Mitbestimmung müssen stärker gefördert werden.
Positiv beurteilen die Befragten die Kommunikation im Betrieb. Weniger erfreulich ist jedoch die Entwicklung bei der Mitbestimmung: Erstmals wird die Einbindung des Betriebsrats in Unternehmensentscheidungen schlechter bewertet als in den vergangenen Jahren.
Die Digitalisierung wird weiterhin überwiegend positiv bewertet. Die Betriebsratsvorsitzenden sehen hier insgesamt eine stabile Entwicklung.
Viele Unternehmen haben weiterhin Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.
63 Prozent der Befragten berichten, dass ihr Betrieb große oder eher große Probleme hat, die benötigten Arbeitskräfte zu finden. Damit bleibt der Fachkräftemangel hoch, auch wenn der Wert unter jenem der Vorjahre liegt (73 bzw. 85 Prozent).
Gleichzeitig sehen die Betriebsratsvorsitzenden ungenutztes Potenzial bei der Personalsuche. Aus ihrer Sicht zeigen viele Unternehmen nur geringe Bereitschaft, bestimmte Personengruppen einzustellen:
Für 73 Prozent der Befragten spielt das Thema Produktivität im eigenen Unternehmen eine große Rolle.
Mehr als die Hälfte berichtet, dass die Produktivität in den vergangenen drei Jahren gestiegen ist. Gleichzeitig sehen viele Betriebsratsvorsitzende, dass dieser Anstieg häufig mit höherem Arbeitsdruck und einem schlechteren Arbeitsklima einhergeht.
Am häufigsten nannten die Befragten folgende Maßnahmen:
Vor allem bei der Einbindung der Beschäftigten und bei der Qualifizierung sehen die Betriebsratsvorsitzenden noch erheblichen Nachholbedarf.
Für AK und ÖGB darf Produktivität nicht auf Kosten der Beschäftigten steigen.
Aus den Ergebnissen des Strukturwandelbarometers 2026 leiten AK und ÖGB folgende Forderungen an die Unternehmen ab:
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