AK Anderl: Anstieg der Frauenarbeitslosigkeit ist alarmierend
Die Arbeitslosigkeit steigt bei Frauen seit einigen Monaten deutlich stärker als bei Männern. Für AK Präsidentin Renate Anderl ist das ein alarmierendes Signal: „Frauen tragen schon im Alltag eine enorme Last und müssen oft Erwerbs- und Sorgearbeit unter einen Hut bringen. Wenn sie dann auch noch häufiger arbeitslos werden, läuft etwas grundlegend falsch. Diese Entwicklung dürfen wir keinesfalls hinnehmen!“
Arbeitslosigkeit trotz Fachkräftemangel
Besonders vom Anstieg betroffen sind Branchen, in denen viele Frauen beschäftigt sind. Im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel ist die Arbeitslosigkeit zuletzt deutlich gestiegen. Gerade im Gesundheits- und Sozialbereich werden jedoch in den kommenden Jahren dringend Fachkräfte gebraucht.
„Es ist völlig absurd: Einerseits wird der Personalbedarf im Pflege- und Sozialbereich weiter steigen, andererseits nimmt aktuell genau in diesen Branchen die Arbeitslosigkeit zu. Wer hier spart, spart an der Zukunft“, warnt Anderl.
Vor Pension in Arbeitslosigkeit gedrängt
Auch die steigende Arbeitslosigkeit älterer Frauen gibt Anlass zur Sorge. Seit der Anhebung des Frauenpensionsalters wächst die Zahl der arbeitslosen Frauen über 60 Jahre deutlich.
„Wer ein höheres Pensionsalter verlangt, muss auch dafür sorgen, dass Frauen gesund bis zur Pension arbeiten können. Es darf nicht sein, dass immer mehr Frauen vor dem Ruhestand in die Arbeitslosigkeit gedrängt werden. Hier müssen auch die Betriebe ihrer Verantwortung nachkommen und sicherstellen, dass ihre Beschäftigten bis zur Pension arbeiten können“, so Anderl.
Arbeitslosigkeit ist Armutsrisiko
Für viele Frauen bedeutet Arbeitslosigkeit zudem ein hohes Armutsrisiko. Weil sie im Erwerbsleben durchschnittlich weniger verdienen, erhalten sie auch weniger Arbeitslosengeld. Im Jahr 2025 bekamen Frauen durchschnittlich rund 225 Euro pro Monat weniger als Männer.
„Frauen sind schon im Job finanziell benachteiligt und werden in der Arbeitslosigkeit dann ein zweites Mal bestraft. Das ist nicht akzeptabel! Arbeitslosengeld und Familienzuschläge müssen dringend erhöht werden“, betont die AK Präsidentin.
Mehr Geld für Qualifizierung und Weiterbildung
Außerdem fordert die AK den Ausbau von ganztägigen Kinderbetreuungs- und Pflegeangeboten, bessere Chancen für ältere Arbeitnehmerinnen sowie mehr Geld für Qualifizierung und Weiterbildung. Anderl: „Frauen brauchen keine schönen Worte, sondern konkrete Unterstützung. Wer in Betreuung, Pflege und Qualifizierung investiert, stärkt nicht nur Frauen, sondern den gesamten Sozialstaat.“
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