Bauarbeiter verputzt Fassade
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13.10.2026

Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters wäre versteckte Pensionskürzung 

Die Arbeiterkammer bekennt sich zu einem starken und verlässlichen Pensionssystem – für die heutige ebenso wie für die kommenden Generationen.
Dass ein höheres Pensionsalter und Kapitalmarktmodelle kein Erfolgsrezept sind, zeigt der Blick nach Schweden.

Schweden zeigt Risiken kapitalgedeckter Pensionen

Ines Stilling, AK Bereichsleiterin Soziales, dazu: Höheres Pensionsalter und kapitalgedeckte Zusatzvorsorge haben noch nirgends zu einer besseren Absicherung im Alter geführt. Auch am Beispiel Schwedens kann man sich die Risiken kapitalgedeckter Pensionselemente ansehen:

Während der Finanzkrise 2008 und erneut 2022 verzeichneten die staatlichen Pufferfonds deutliche Verluste, auch die individuellen Pensionskonten büßten erheblich an Wert ein. Zusätzlich erschütterten Betrugsfälle, wie jener um das schwedische Finanzunternehmen Allra, das Vertrauen in das System und führten zu einer drastischen Reduktion der zugelassenen Fondsanbieter. Gleichzeitig kam es durch automatische Anpassungen wiederholt zu Pensionskürzungen ohne politische Beschlussfassung. Um die Auswirkungen für Pensionist:innen abzufedern, mussten letztendlich die Steuerzahler:innen einspringen.

Beschäftigte arbeiten bereits deutlich länger

Forderungen nach einer generellen Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters weist die AK entschieden zurück. Österreich hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Reformen umgesetzt, das Pensionssystem harmonisiert und gleichzeitig das tatsächliche Pensionsantrittsalter deutlich erhöht.

„Unser Pensionssystem wurde laufend weiterentwickelt und ist langfristig abgesichert. Die Beschäftigten leisten ihren Beitrag längst. Wer jetzt pauschal ein höheres Antrittsalter fordert, verschweigt, dass die Menschen heute bereits deutlich länger arbeiten als noch vor wenigen Jahrzehnten“, so Stilling. 

Ältere brauchen faire Beschäftigungschancen

Aus Sicht der AK liegt die eigentliche Herausforderung nicht beim Pensionssystem, sondern am Arbeitsmarkt. Viele ältere Arbeitnehmer:innen sind bereit, länger zu arbeiten, stoßen jedoch auf Hürden bei Beschäftigung, Weiterbildung und Wiedereinstieg.

In körperlich belastenden Berufen wie Bau, Pflege oder Reinigung wäre es geradezu fahrlässig, das Antrittsalter weiter zu erhöhen. Denn gerade in diesen Branchen schaffen es jetzt schon viele nicht gesund bis zur Pension. 

Betriebe statt Beschäftigte in die Pflicht nehmen

„Für viele Beschäftigte würde ein höheres Antrittsalter eine Pensionskürzung bedeuten. Wer ein längeres Erwerbsleben verlangt, muss auch für altersgerechte Arbeitsplätze und faire Beschäftigungschancen sorgen – und genau das passiert derzeit nicht. Daher erübrigt sich jede weitere Diskussion über einen späteren Pensionsantritt. Es wäre vernünftiger, ganz sachlich darüber zu reden, wie Unternehmen mit älteren Mitarbeiter:innen umgehen. Die Fakten sprechen eine klare Sprache, alles andere ist ideologische Propaganda“, erklärt Stilling abschließend.

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