AK Stilling zu NEOS-Pensionsplänen: „Arbeiten bis 67 geht völlig an der Lebensrealität der Beschäftigten vorbei“
Zur neuerlichen Forderung von NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger nach einem Pensionsantrittsalter von 67 Jahren findet Ines Stilling, AK-Bereichsleiterin Soziales, klare Worte: „Eine rein rechnerische Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters löst kein einziges Problem am Arbeitsmarkt, sondern provoziert lediglich soziale Härten. Es fehlt nicht am gesetzlichen Rahmen, es fehlt an Arbeitsbedingungen, die es den Menschen ermöglichen, gesund bis zur Pension zu arbeiten. Wer stur das Arbeiten bis 67 fordert, ignoriert die Realität in den Betrieben und die enorme körperliche Belastung vieler Berufe.“
Fakten statt Panikmache
Statt immer neuer Scheindebatten fordert die Arbeiterkammer einen Blick auf die Fakten. Das tatsächliche Pensionsantrittsalter steigt bereits rasant an: Seit dem Jahr 2000 bleiben Männer im Schnitt vier Jahre und Frauen sogar 4,1 Jahre länger im Erwerbsleben. Doch selbst jene Älteren bei guter Gesundheit haben am Arbeitsmarkt oft schlechte Karten. Aktuell beschäftigt jedes vierte Unternehmen mit mehr als 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern keine einzige Person über 60 Jahre. Acht Prozent der Betriebe haben nicht einmal Arbeitskräfte zwischen 50 und 59 Jahren im Team. Ältere Menschen werden systematisch aussortiert oder gar nicht erst eingestellt.
Kein budgetärer Nutzen
„Wer unter diesen Umständen die gesetzliche Altersgrenze nach oben schraubt, schickt die Menschen direkt in die Altersarbeitslosigkeit oder die Invalidität“, kritisiert Stilling. Auch budgetär mache die Forderung keinen Sinn: „Es bringt keine echten Einsparungen. Die Kosten werden lediglich von der rechten Tasche – der Pensionsversicherung – in die linke Tasche der Arbeitslosen- oder Krankenversicherung umgeschichtet.“
AK fordert Bonus-Malus-System gegen Altersdiskriminierung
Die AK verlangt deshalb die rasche Einführung eines Bonus-Malus-Systems, um Betriebe bei der Beschäftigung Älterer endlich in die Pflicht zu nehmen.
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