AK Jugendmonitor 2026: Zuversicht braucht faire Chancen
Der 2. AK Jugendmonitor zeigt: Nicht die Inflation allein entscheidet darüber, wie stark junge Menschen belastet sind. Ausschlaggebend ist vor allem ihre finanzielle Ausgangslage. Sie beeinflusst, wer Einschränkungen erlebt, wer Chancen nutzen kann und wer optimistisch in die Zukunft blickt.
Welche Folgen hat diese ungleiche Verteilung von Zuversicht für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Demokratie? Darüber informierten Ilkim Erdost, Bereichsleiterin Bildung der AK Wien, Laura Zandonella, stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, und Martina Zandonella, Studienautorin bei Foresight, im Rahmen einer Pressekonferenz:
Hohe Lebenshaltungskosten belasten viele
Steigende Preise setzen junge Menschen weiterhin unter Druck:
- 58 Prozent fühlen sich durch hohe Lebensmittelpreise stark belastet.
- Rund die Hälfte nennt Wohn- und Energiekosten als große Belastung.
- 57 Prozent mussten ihre Freizeitaktivitäten aus Kostengründen einschränken.
- 52 Prozent haben ihre Ersparnisse aufgebraucht oder Schulden gemacht.
Während sich die Belastung bei Energie und Lebensmitteln gegenüber 2024 leicht verringert hat, bleiben Wohnkosten sowie Aus- und Weiterbildung weiterhin teuer. Von den Entlastungen profitieren vor allem finanziell gut abgesicherte junge Menschen.
Soziale Ungleichheit verschlechtert Zukunftschancen
Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede bei der Bildung: Unter den finanziell schlechter gestellten jungen Menschen stieg der Anteil jener, die aus Geldmangel eine Aus- oder Weiterbildung nicht beginnen oder fortsetzen konnten, von 36 auf 44 Prozent.
Auch die finanzielle Zufriedenheit ist in dieser Gruppe deutlich gesunken. Junge Menschen mit wenig Geld berichten außerdem rund viermal häufiger von Traurigkeit, Verzweiflung oder Ängsten als finanziell besser abgesicherte Gleichaltrige.
Wer finanziell abgesichert ist, blickt optimistischer in die Zukunft
Insgesamt sehen 64 Prozent der 16- bis 29-Jährigen ihre Zukunft optimistisch. Die Unterschiede zwischen den sozialen Gruppen sind jedoch groß:
- 82 Prozent der finanziell gut abgesicherten jungen Menschen blicken optimistisch in die Zukunft.
- Bei den finanziell schlechter gestellten sind es nur knapp vier von zehn.
Entscheidend für Zuversicht sind sichere Berufsperspektiven, finanzielle Sicherheit und ein stabiles soziales Umfeld.
Junge Menschen wollen mitgestalten
Die wichtigsten politischen Anliegen junger Menschen sind:
- steigende Lebenshaltungskosten (39 Prozent),
- Bildung, Ausbildung und Arbeit (24 Prozent) sowie
- bessere Zukunfts- und Beteiligungschancen (13 Prozent).
72 Prozent wünschen sich mehr Möglichkeiten, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig zeigt der Jugendmonitor: Junge Menschen trauen sich zu, Veränderungen zu bewirken – besonders dann, wenn sie gemeinsam mit anderen handeln.
Dafür setzt sich die AK Wien ein
Die AK Wien fordert:
- faire Zukunftschancen durch hochwertige Bildung und ausreichend Ausbildungsplätze
- soziale Sicherheit durch leistbares Wohnen, wirksame Maßnahmen gegen die Teuerung und gute Arbeitsbedingungen sowe
- mehr Mitbestimmung, damit junge Menschen ihre Zukunft aktiv gestalten können.
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