Essenslieferant mit Helm und großem grünen Thermo-Rucksack sucht auf seinem Handy, sitzt dabei auf einem (E-)Moped
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30.09.2026

AK Stilling: „Essenszustellung darf nicht die Gesundheit kosten!“

Mit 1. Oktober stuft der Gesetzgeber E-Mopeds als Kraftfahrzeuge ein – für Tausende Rider der Lieferdienste bedeutet das den Umstieg auf Fahrräder und E-Bikes. Dazu haben die Arbeiterkammer Wien und die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) eine biomechanische Studie durchführen lassen, um den Systemwechsel präventiv zu begleiten.

Wie stark die Rucksäcke den Körper strapazieren, belegen die Ergebnisse deutlich: Durch das Tragen der beladenen Transportboxen wirken Kräfte auf die Lendenwirbelsäule, die als gesundheitlich bedenklich einzustufen sind. Anders als beim kurzen Heben einer Last wirkt dieser Druck beim Radfahren permanent über die gesamte Schicht – dauerhafte Schäden am Bewegungsapparat drohen.

Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales
 
„Das Geschäft mit schnellen Lieferungen wird buchstäblich auf dem Rücken der Rider ausgetragen. ... Die schweren Transportboxen gehören auf feste Gepäckträger montiert und weg vom Körper.“  – Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien

Rucksäcke runter vom Rücken – rauf auf den Gepäckträger

„Das Geschäft mit schnellen Lieferungen wird buchstäblich auf dem Rücken der Rider ausgetragen“, betont Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien. „Der Schutz der Gesundheit gilt auch für freie Dienstnehmer:innen. Arbeitgeber sind gesetzlich verpflichtet, sichere Arbeitsmittel bereitzustellen. Die schweren Transportboxen gehören auf feste Gepäckträger montiert und weg vom Körper. Zudem braucht es praxistaugliche Wetterschutzkleidung und Helme.“

Die AUVA unterstreicht die Dringlichkeit technischer Präventionsmaßnahmen:

„Fahrradkuriere sorgen dafür, dass unser Alltag bequem funktioniert. Umso wichtiger ist es, ihren Schutz nicht aus den Augen zu verlieren. Die Studie macht deutlich, dass insbesondere das Tragen schwerer Lasten am Rücken zu erheblichen Belastungen führen kann. Wer heute jung in diesen Beruf einsteigt, soll auch in vielen Jahren noch gesund sein. Deshalb brauchen wir Arbeitsbedingungen, die Gesundheit schützen, anstatt sie zu gefährden“, betont Caroline Krammer, Präventionsdirektorin in der AUVA.

Klare Regeln und Kontrollen für faire Bedingungen

AK drängt auf ein verbindliches Schutzpaket für Rider:

  • Sichere Arbeitsmittel & Gepäckträger: Kostenlose Bereitstellung und regelmäßige Wartung geeigneter Fahrräder und E-Bikes; Transportboxen gehören auf den Gepäckträger und weg vom Rücken.
  • Persönliche Schutzausrüstung: Pflicht der Arbeitgeber zur Beistellung von Helmen, Wetterschutzkleidung (Kälte, Regen) sowie UV- und Hautschutz.
  • Schulung & Extremwetterschutz: Verkehrssicherheitstrainings und Begleitfahrten für Neulinge; verbindliche Schutzmaßnahmen bei Hitze, Schnee oder Sturm sowie Zugang zu Sanitärräumen.
  • Schwerpunktkontrollen: Konsequente Überprüfung der Einhaltung dieser Standards durch das Arbeitsinspektorat in den Niederlassungen der Plattformen.

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