Buchhalterin im Homeoffice
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15.9.2026

AK Erfolg: 15.000 Euro für Buchhalterin

Länger arbeiten für die Pension? Für viele Beschäftigte klingt diese politische Forderung wie Hohn. Ein Fall der Arbeiterkammer (AK) zeigt, unter welchem Druck ältere Beschäftigte tatsächlich stehen.

Mit 60 aussortiert

Jahrzehntelang hat eine Buchhalterin Bilanzen geprüft, Rechnungen verbucht und dem Betrieb die Treue gehalten. Doch kurz nach ihrem 60. Geburtstag fand sich die erfahrene Angestellte plötzlich im eigenen Büro isoliert wieder: Nach und nach entzog ihr die Geschäftsführung Kernaufgaben und verteilte sie ohne Erklärung an jüngere Kolleg:innen. Als sich die Buchhalterin gegen diese Behandlung wehrte und das Gespräch suchte, folgte die Kündigung. 

„Es ist inakzeptabel, wie hier mit einer langjährigen Mitarbeiterin umgegangen wurde“, betonen die AK Expert:innen des Sozialbereichs. „Statt wertvolles Know-how und jahrzehntelange Loyalität zu schätzen, drängen Betriebe ältere Beschäftigte oft systematisch an den Rand, um sie kurz vor der Pension loszuwerden.“ 

AK hilft: 15.000 Euro Entschädigung

Die Betroffene ließ das Manöver nicht auf sich sitzen und schaltete die Arbeiterkammer ein. Die Rechtsexpert:innen brachten den Fall vor das Arbeits- und Sozialgericht: Angefochten wurde die Kündigung wegen eines verpönten Motivs sowie wegen massiver Sozialwidrigkeit. Mit Erfolg: Vor Gericht knickte der Arbeitgeber ein, das Verfahren endete mit einem Vergleich über 15.000 Euro.  

Ein wichtiger Erfolg, der für die AK Expert:innen jedoch ein grundlegendes Problem offenbart: „Die Rufe nach einem Arbeiten bis 67 gehen an der Lebensrealität völlig vorbei. Viele Beschäftigte spüren den Gegenwind am Arbeitsmarkt schon ab Mitte 50 oder noch früher. Wer das Pensionsalter am Reißbrett nach oben schraubt, während ältere Beschäftigte längst vor der Pension aus dem Erwerbsleben gedrängt werden, betreibt reine Augenauswischerei.“ 

Klare Lösung: Betriebe in die Pflicht nehmen

Wer will, dass die Menschen überhaupt gesund bis zum gesetzlichen Pensionsalter arbeiten können, muss zuallererst bei den Betrieben ansetzen. Die AK verlangt deshalb klare Hebel gegen die Diskriminierung älterer Arbeitnehmer:innen. 

„Wir brauchen endlich ein wirksames Bonus-Malus-System: Betriebe, die ältere Beschäftigte halten, gehören belohnt – wer sie vor der Pension aussortiert, muss zur Kasse gebeten werden“, fordern die AK Expert:innen. „65 ist genug. Statt über noch längeres Arbeiten zu debattieren, müssen die Menschen erst einmal sicher und gesund bis zum gesetzlichen Pensionsalter im Job bleiben können.“

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