AK Anderl: „Klare arbeitsmarktpolitische Prioritäten wichtiger denn je“
Die aktuellen AMS-Zahlen zeigen: Viele unterschiedliche Gruppen sind mittlerweile von Arbeitslosigkeit betroffen. Gleichzeitig gibt es weiterhin eine Lücke zwischen den Qualifikationen der Jobsuchenden und den Anforderungen der angebotenen Stellen.
„Ungeachtet dessen ziehen sich Arbeitgeber aus der Aus- und Weiterbildung zurück und zeigen weiterhin zu wenig Offenheit, bisher auf dem Arbeitsmarkt benachteiligten Gruppen Chancen zu bieten“, kritisiert Renate Anderl, Präsidentin der Arbeiterkammer.
Die von Bundesministerin Korinna Schumann Anfang der Woche vorgestellten arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben, begrüßt Renate Anderl. „Das ist ein wichtiger Schritt, denn angesichts der multiplen Herausforderungen sind klare arbeitsmarktpolitische Prioritäten aktuell wichtiger denn je.“
Fokus auf Qualifizierungen ist wichtig
Dass Bundesministerin Schumann in der derzeitigen Situation den Fokus auf Qualifizierungen setzt, ist ein zentraler Schlüssel „So eröffnet man Arbeitssuchenden Möglichkeiten für gute und nachhaltige Beschäftigung, trägt zur Deckung des Bedarfs an offenen Stellen bei und stärkt somit den Wirtschaftsstandort“, so die Präsidentin.
Erfreut zeigt sich Renate Anderl, dass in den Zielvorgaben auf die Existenzsicherung eingegangen wird. „Das ist entscheidend, denn bis jetzt scheitern längere Qualifizierungen auch daran, dass es sich Menschen oft schlichtweg nicht leisten können.“
AK begrüßt qualitätsvolle Beratung und nachhaltige Vermittlung als Ziel
Die Vermittlung von Arbeitsuchenden auf offene Stellen ist gesetzlicher Kernauftrag des AMS, diese ist aber vor allem dann nachhaltig erfolgreich, wenn die Menschen durch das AMS gut beraten und betreut werden. Die AK Präsidentin zeigt sich daher erfreut, dass eine qualitätsvolle Beratung und die nachhaltige Vermittlung als gemeinsame Ziele des AMS genannt werden.
Es braucht aktive Arbeitsmarktpolitik und vorausschauende Wirtschaftspolitik
Zudem sollen künftig viele der bereits jetzt erfolgreichen Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik, wie Arbeitsstiftungen, oder das Wiener Jugendcollege, sowie Projekte zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit weitergeführt beziehungsweise ausgebaut werden. Damit werden insbesondere auch jene Menschen unterstützt, die es bisher schwer auf dem Arbeitsmarkt hatten.
„Die arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben sind ein wichtiger Schritt, doch Arbeitsmarktpolitik allein schafft noch keine Arbeitsplätze“, so die AK Präsidentin. Hier ist vor allem eine vorausschauende Wirtschaftspolitik gefordert, sie muss dafür sorgen, dass der Konjunkturmotor trotz der aktuellen Herausforderungen wieder anspringt, damit wieder mehr Menschen Arbeit haben.
Gerade die Klimakrise bietet eine große Chance, die es im Sinne einer sozialen und ökologischen Transformation für nachhaltige Beschäftigung zu nutzen gilt. „Neben der Wirtschaftspolitik müssen aber selbstverständlich auch die Unternehmen selbst ihren Beitrag zu einem gerechteren Arbeitsmarkt leisten“, appelliert Anderl.
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