Wir brauchen: Altersgerechte Arbeitsplätze und eine faire Pension
Wie war es früher?
Eine Pension gab es lange nicht für alle: 1909 gab es in Österreich erstmals eine Pensionsversicherung. Aber nur für Angestellte mit „vorwiegend geistigen Tätigkeiten“. Schwer körperlich arbeitende Menschen schufteten weiter, bis es gar nicht mehr ging - und standen dann ohne Einkommen da.
1927 wurde eine Altersversicherung für Arbeiter:innen beschlossen. Aber wegen der schlechten Wirtschaftslage nie ausgezahlt. Stattdessen gab es eine kümmerliche Fürsorgerente, nur bei nachgewiesener Notlage. Im Austrofaschismus (1933-38) wurden selbst diese Leistungen zusammengekürzt. Das NS-Regime führte zwar eine Rentenversicherung nach deutschem Vorbild ein. Mit viel Propaganda, aber niedrigen Leistungen. Oft schlechter als das, was Angestellte vorher bekommen hatten.
Dann, 1956 war es so weit. Das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG) trat in Kraft. Zum ersten Mal galt eine Pensionsversicherung für alle Unselbständigen, Arbeiter:innen wie Angestellte. Nach dem Plan des Gewerkschafters Friedrich Hillegeist: 80 Prozent des Einkommens nach 45 Arbeitsjahren. Wer arbeitet, zahlt ein – und bekommt später eine Pension. Witwen, Waisen, Menschen mit Behinderung eingeschlossen.
Das haben wir erreicht
Das Pensionssystem wurde seither laufend weiterentwickelt. Dazu zählen die Anrechnung von Kindererziehungszeiten, das persönliche Pensionskonto und Verbesserungen bei der sozialen Absicherung. Gewerkschaften und AK haben sich wiederholt gegen Verschlechterungen und für faire Pensionen eingesetzt.
Schon immer waren die Zweifler laut. Bereits 1959 erschienen Zeitungsartikel, die die Pensionen als unfinanzierbar bezeichneten. Seither ist diese Debatte nie verstummt. Jede Generation wurde mit der Botschaft konfrontiert: „Wir können uns das nicht leisten“ – dabei wurden die Pensionen bislang immer ausgezahlt. Und das wird auch in Zukunft so sein.
Forderungen der AK
So wie schon 1959 schreien auch heute die Gegner:innen unseres Pensionssystems, dass wir uns die Pensionen nicht leisten können. Das stimmt so nicht.
Ausschlaggebend für die Finanzierung ist, wie viele Menschen im erwerbsfähigen Alter eine Arbeit haben. Und wie gut diese bezahlt ist.
Ein gutes Pensionssystem braucht gute und gut bezahlte Arbeitsplätze über das gesamte Berufsleben. Damit Menschen bis 65 gesund arbeiten können, braucht es bessere Arbeitsbedingungen, faire Anrechnung von Kindererziehungszeiten und mehr altersgerechte Arbeitsplätze. Unternehmen sollen stärker dazu beitragen, ältere Arbeitnehmer:innen zu beschäftigen – etwa durch ein Bonus-Malus-System.
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