AK und ÖGB zum Monitoringbericht Elementarbildung
Knapp 60 Prozent der betreuten Kinder besuchen eine vollzeittaugliche Einrichtung – AK und ÖGB fordern verlässliche Angebote, mehr Personal und bundesweite Qualitätsstandards.
Große regionale Unterschiede
Der Ausbau der elementaren Bildung geht voran, doch die neuen Zahlen der Statistik Austria zeigen weiterhin große regionale Unterschiede. Besonders bei den unter Dreijährigen, bei der Vereinbarkeit mit Vollzeitarbeit sowie der Ausbildung besteht Handlungsbedarf.
„Für viele Eltern ist entscheidend, ob ein Kinderbildungsplatz auch mit ihrem Arbeitsalltag vereinbar ist. Die neuen Zahlen zeigen: Hier gibt es weiterhin große regionale Unterschiede. Gerade in Oberösterreich und der Steiermark ist der Anteil der unter Dreijährigen in vollzeittauglichen Einrichtungen niedrig. Wer Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglichen will, muss deshalb für verlässliche Kinderbildungsangebote sorgen – und zwar unabhängig davon, wo eine Familie lebt“, sagt Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK.
Knapp sechs von zehn betreuten Kindern besuchen eine Einrichtung, die eine Vollzeiterwerbstätigkeit der Eltern ermöglicht. Bei den unter Dreijährigen liegt der Anteil in Oberösterreich bei nur 27,0 Prozent und in der Steiermark bei 32,5 Prozent. Wien kommt auf 88,5 Prozent.
„Mehr Plätze brauchen mehr Personal. Ohne eine bundesweite Ausbildungsoffensive, mehr Personal pro Gruppe und bessere Arbeitsbedingungen bleibt der Ausbau hinter dem Bedarf zurück“, so Stilling.
Einheitliche Qualitäts- und Personalstandards notwendig
Neben dem weiteren Ausbau der Angebote kommt es dabei entscheidend auf die Rahmenbedingungen für die Beschäftigten an. Denn gute Elementarbildung ist ohne ausreichend qualifiziertes Personal nicht möglich.
Sandra Steiner, geschäftsführende ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende, betont die Bedeutung guter Ausbildungsstandards in der Elementarbildung: „Pädagog:innen und Assistent:innen in Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen übernehmen täglich große Verantwortung. Dafür braucht es endlich bundesweit einheitliche Ausbildungsstandards, klare Berufsbilder und eine fundierte Ausbildung. Qualität in der Elementarpädagogik beginnt bei gut qualifiziertem Personal.“
„Wer den Ausbau der Kinderbildungseinrichtungen ernst meint, darf nicht nur mehr Plätze schaffen. Hohe Bildungsqualität braucht ausreichend Personal, kleinere Gruppen, gute Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und Zeit für pädagogische Arbeit“, so die Gewerkschafterin.
Abschließend fordert Steiner bundesweit verbindliche Standards: „Gute Arbeitsbedingungen dürfen nicht von der Postleitzahl abhängen. Es braucht einheitliche Qualitäts- und Personalstandards, eine nachhaltige Finanzierung und eine stärkere Anerkennung der Verantwortung von Assistent:innen. Nur so gewinnen und halten wir die Fachkräfte, die für den weiteren Ausbau dringend gebraucht werden.“
Forderungen von AK und ÖGB
1. Personaloffensive und besserer Betreuungsschlüssel
Der Ausbau muss mit ausreichend qualifiziertem Personal einhergehen. Es braucht mehr Personal pro Gruppe, verbindliche Fachkraft-Kind-Schlüssel sowie eine Ausbildungs- und Weiterqualifizierungsoffensive.
2. Bundesweiten Qualitätsrahmen schaffen
Bund und Länder müssen in der Reformpartnerschaft Elementarbildung verbindliche bundesweite Mindeststandards vereinbaren – insbesondere bei Gruppengrößen, Betreuungsschlüsseln, Ausbildung und Arbeitsbedingungen. Qualitätsvolle pädagogische Arbeit braucht außerdem verbindliche Vor- und Nachbereitungszeiten, Reflexionszeiten sowie eine Entlastung von Verwaltungsaufgaben und anderen fachfremden Tätigkeiten.
3. Vollzeittaugliche Angebote flächendeckend ausbauen
Die regionalen Unterschiede sind hier besonders deutlich. Der Ausbau muss insbesondere dort ansetzen, wo Angebote fehlen, damit Kinderbildung tatsächlich mit Vollzeitarbeit vereinbar ist. Gerade für Familien im ländlichen Raum braucht es verlässliche ganztägige und ganzjährige Angebote.
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„Für viele Eltern ist entscheidend, ob ein Kinderbildungsplatz auch mit ihrem Arbeitsalltag vereinbar ist. Die neuen Zahlen zeigen: Hier gibt es weiterhin große regionale Unterschiede. Gerade in Oberösterreich und der Steiermark ist der Anteil der unter Dreijährigen in vollzeittauglichen Einrichtungen niedrig. Wer Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglichen will, muss deshalb für verlässliche Kinderbildungsangebote sorgen – und zwar unabhängig davon, wo eine Familie lebt.“ - Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK