Arbeiter mit Klemmbrett in Produktionshalle
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28.11.2025

Stabile Pensionen trotz Krise

„Die Pensionen sind sicher – das bestätigt das aktuelle Mittelfristgutachten der Alterssicherungskommission“, kommentiert Ines Stilling, Leiterin des AK Sozialbereichs. Die Problemlage ist jedoch klar: die schwächelnde Wirtschaft, der Rückgang der Beschäftigung und vor allem zu wenige Jobs für Ältere.  „Genau hier müssen wir ansetzen. Mehr Beschäftigung – besonders für Menschen über 55, das entlastet das Bundesbudget doppelt: in der Arbeitslosen- und der Pensionsversicherung. Wir brauchen – damit die Bundesmittel in der Pension nicht weiter steigen – eine starke Wirtschaft – Unternehmen, Arbeitgeber:innen und Politik sind gefordert.“

Für Ältere gibt es zu wenige Jobs

„Wir müssen die jüngsten Reformen – wie die Verschärfungen bei den Korridorpensionen und die Einführung der Teilpension – wirken lassen“, sagt Stilling. „Außerdem steigt das gesetzliche Antrittsalter der Frauen. Das eigentliche Problem: Viele Unternehmen beschäftigten keine älteren Menschen. Die Zahlen sprechen Bände: Rund 30 Prozent aller mittleren und großen Betriebe haben überhaupt keine Mitarbeiter:innen über 60 angestellt. Ein höheres gesetzliches Pensionsalter bedeutet daher in der Realität oft nur mehr Jahre in Krankenstand oder Arbeitslosigkeit.

Faire Chancen für über 55-Jährige

„Der Schlüssel zu einem stabilen Pensionssystem liegt nicht in einem noch höheren gesetzlichen Antrittsalter, das zu viele Menschen gar nie erreichen, sondern in einem Arbeitsmarkt, der Beschäftigung stärkt und Arbeitsplätze bietet, in denen Menschen tatsächlich bis zur Pension gesund arbeiten können“, betont Stilling.

„Der beste Beitrag zur nachhaltigen Pensionsfinanzierung ist die Erhöhung des faktischen Pensionsalters. Daher brauchen wir die rasche Umsetzung des von der Regierung geplanten Älterenbeschäftigungspakets, alternsgerechte Arbeitsplätze sowie verbesserte Arbeitsbedingungen. Nur so können Menschen gesund bis 65 arbeiten. Auch Arbeitssuchende benötigen bessere Erwerbschancen. Sehr wichtig wäre auch ein Bonus-Malus-System für Betriebe, die ältere Menschen nicht beschäftigen wollen.“

Ines Stilling betont: Unser umlagefinanziertes Pensionssystem ist solide aufgestellt und jedem privaten System überlegen. Voraussetzung für die Nachhaltigkeit sind nicht die ewig gestrigen Belastungsdebatten, sondern konsequente Maßnahmen für einen gesunden Arbeitsmarkt.

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