Besorgte Frau mit Notebook
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02.01.2026

Renate Anderl: Angespannte Situation erfordert Investitionen in die Arbeitsmarktpolitik

Seit April 2023 zeigt sich jeden Monat ein ähnliches Bild: Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt kontinuierlich an. Auch im Dezember 2025 gibt es einen erneuten Zuwachs von 2 Prozent an Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer:innen gegenüber Dezember 2024. Bei Frauen stieg diese Zahl sogar um 5,3 Prozent. Diese Entwicklung hinterlässt deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt.

Frauen sind besonders betroffen 

Besonders Frauen sind aktuell stärker vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Dies hängt unter anderem mit dem steigenden Frauenpensionsalter und der schlechten Lage im Handel zusammen. Viele Frauen stehen vor einer schwierigen Situation für ihre Existenzsicherung, da sie im Durchschnitt ein geringeres Einkommen und damit auch eine niedrigere Arbeitslosenleistung erhalten.

"Frauen sind besonders stark von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen. Wir müssen dringend Maßnahmen ergreifen, um ihre Existenzsicherung zu gewährleisten", betont AK Präsidentin Renate Anderl.

Deutlicher Anstieg von Langzeitarbeitslosigkeit

Eine weitere besorgniserregende Entwicklung ist der deutliche Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit. In Bereichen wie der Pflege oder vielen handwerklichen Berufen wird nach Fachkräften gesucht. Oft passen die vorgewiesenen Qualifikationen nicht für die angebotene Stellen. Eine aktuelle Studie der Arbeiterkammer zeigt aber auch, dass es sich um Diskriminierung aufgrund von Alter oder Herkunft, handelt. "Die Diskriminierung von älteren und zugewanderten Menschen auf dem Arbeitsmarkt ist inakzeptabel. Wir müssen sicherstellen, dass jede und jeder eine faire Chance bekommt", fordert Anderl.

Wirtschaftsprognosen 2026

Die Wirtschaftsprognosen für das kommende Jahr sind vorsichtig positiv. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) prognostiziert für 2026 ein Beschäftigungswachstum von +0,7% und einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit um -1,3%. Neben wirtschaftlichen Impulsen, wie dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Investitionen in erneuerbare Energien und dem Schaffen von Wohnraum, sind verstärkte Investitionen in die Arbeitsmarktpolitik notwendig:

  • Bessere Chancen für Frauen: Um Frauen auf dem Weg in Beschäftigung gezielt zu begleiten, braucht es mehr Kapazitäten in frauenspezifischen Beratungseinrichtungen und mehr Qualifizierungen, denn ein stabiler Einstieg und Verbleib im Erwerbsleben gelingt durch Ausbildung.

  • Bessere Existenzsicherung: Arbeitsuchende müssen im Rahmen der Arbeitslosenversicherung finanziell besser abgesichert werden, das bedeutet eine Erhöhung der Nettoersatzrate und der Familienzuschläge, davon würden Frauen verstärkt profitieren.

  • Mehr Qualifizierungen: Arbeitskräfte müssen in den Bereichen ausgebildet werden, wo sie benötigt werden, das erfordert entsprechende Investitionen. Besonders junge und zugewanderte Menschen ohne Ausbildung müssen nachhaltig unterstützt werden.

  • Nachhaltigere Beschäftigungsintegration: Es braucht mehr Mittel für Beratungs- und Beschäftigungsprojekte, die eine stabile Arbeitsmarktintegration länger arbeitsuchender Personen zum Ziel haben.

  • Mehr Personal im AMS: Um die Menschen passgenauer und nachhaltiger zu vermitteln, ist mehr Personal im Arbeitsmarktservice (AMS) erforderlich. Eine zukunftsweisende Arbeitsmarktpolitik muss Vermittlung und Qualifizierung gleichrangig behandeln und eine gute Existenzsicherung während längerer Qualifizierungsphasen gewährleisten.

Forderungen der AK

Trotz Spardruck sind gerade im Bereich der Arbeitsmarktpolitik jetzt Investitionen notwendig. Jeder Euro, der in die Arbeitsmarktpolitik investiert wird, spart Folgekosten im Bereich der Arbeitslosenversicherung und bringt mehr Einnahmen für den Staat durch höhere Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge. Wenn die Bundesregierung hier weiter spart, wird dies die Arbeitslosigkeit zusätzlich erhöhen und mittelfristig fehlen qualifizierte Fachkräfte. "Investitionen in die Arbeitsmarktpolitik sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes. Wir dürfen hier nicht sparen, sondern müssen aktiv handeln", so die AK Präsidentin.  

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