Eine ältere Tischlerin restauriert einen alten Stuhl.
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9.1.2026

Aktion 55+ braucht eine langjährige abgesicherte Finanzierung

Ältere Menschen haben es am österreichischen Arbeitsmarkt besonders schwer. Wenn Sie arbeitslos werden, sind ihre Chancen wieder eine Arbeit zu finden deutlich schlechter als in anderen Altersgruppen. „Das liegt daran, dass viele Betriebe schlichtweg keine älteren Menschen beschäftigen“, sagt Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales der AK Wien.

Ines Stilling, Bereichsleiterin Soziales

Ines Stilling, AK Wien Bereichsleiterin für Soziales: „Unternehmen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen, müssen in die Pflicht genommen werden“.

Ältere haben es am Arbeitsmarkt besonders schwer 

So gibt es in Österreich ca. 25.000 mittlere und größere Betriebe, die mehr als 20 Arbeitnehmer:innen haben. Nur ein Viertel davon beschäftigt Menschen zwischen 60 bis 64 Jahren. Das hat zur Folge, dass zwei von fünf Personen direkt aus der Arbeitslosigkeit in Pension gehen, bei Frauen geht sogar jede dritte Frau nicht aus der Erwerbstätigkeit in Pension.

In manchen Branchen ist das Bild noch eklatanter. In der Branche Herstellung von Waren gibt es rund 6.200 Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten, dort sind insgesamt rund 570.000 Menschen beschäftigt. Aber nur rund 23.000 sind über 60 Jahre – das sind magere 4 Prozent. Rund 2.400 Betriebe bzw. 40 Prozent von den 6.200 Betrieben in der Herstellung von Waren beschäftigen keinen Mann über 60, und rund 4.800 Betriebe oder 80 Prozent beschäftigen keine Frau über 60.

Aktion 55+ finanziell absichern

„Umso wichtiger ist es, dass die Regierung die Aktion 55+ startet. Das zeigt, dass das Problem der älteren Arbeitslosen erkannt wurde. Es ist jedoch entscheidend, dass diese Aktion über viele Jahre hinweg durchgeführt wird, um ihre volle Wirkung zu entfalten“, sagt Ines Stilling.

Derzeit ist die Finanzierung nur für das Jahr 2026 gesichert, weshalb es dringend notwendig ist, auch über 2026 hinaus eine Finanzierungssicherheit zu gewährleisten. „Ein ausreichendes Budget ist hierbei essenziell, und geplante Einsparungsmaßnahmen für 2027 wären kontraproduktiv“, so Stilling. 

Um die Arbeitsplatzsituation für ältere Arbeitnehmer:innen zu verbessern, müssen neben einer gesicherten langjährigen Finanzierung und der Förderung von größeren Betrieben auch spezifische Maßnahmen ergriffen werden. So sollten ältere Personen besonders unterstützt und begleitet werden beim Wiedereinstieg in den Beruf und auch gesundheitliche Rehabilitationsmaßnahmen sollten gezielt gesetzt werden. Spezielle Betreuungsangebote wie „Schritt für Schritt“ in Wien sind hierbei notwendig.

Außerdem ist es wichtig, ein Bonus-Malus-System zu implementieren. „Unternehmen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen, müssen in die Pflicht genommen werden“, sagt Stilling. 

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