25.11.2019

„Verbandelt“ – Maklerin musste Maklerprovision an Mieterin zurückzahlen

Herr S. und Frau F. suchten über eine Maklerin eine Mietwohnung. Gesucht – gefunden: Für die befristete Mietwohnung zahlte Frau F. knapp 1.770 Euro Maklerprovision. Der Haken: Zwischen Vermieterin und Maklerfirma bestand ein wirtschaftliches Naheverhältnis. Die Maklerin hätte die beiden darauf inhaltlich ausreichend hinweisen müssen – tut sie das nicht, steht der Maklerin keine Provision zu, so die AK. Das Paar wandte sich an die AK Wohnrechtsberatung. Die AK vertrat die Mieter erfolgreich gegen die Maklerin – Herr S und Frau F. bekamen die Provision zurück. 

Herr S. und Frau F. beauftragten die Maklerfirma ÖRAG Immobilien Vermittlungsges. m. b. H., eine Mietwohnung mit rund 73,25 Quadratmetern zu finden. Nach einiger Zeit fand die Maklerin. eine passende Wohnung. Die UniCredit Bank vermietete die Wohnung. Die Hausverwaltung der Vermieterin war die ÖRAG Österreichische Realitäten AG – einzige Gesellschafterin der Maklerin. Da die Hausverwaltung der Vermieterin die einzige Gesellschafterin der Immobilienmaklerin war, bestand zwischen Vermieterin und Maklerin ein wirtschaftliches Nahverhältnis.

Der Vermieterin zu nah

„Werden Mieterinnen und Mieter inhaltlich nicht ausreichend auf ein wirtschaftliches Naheverhältnis hingewiesen, steht der Maklerfirma keine Maklerprovision zu“, weiß AK Wohnrechtsexpertin Susanne Peinbauer. „Die Maklerin hätte also Herrn S. und Frau F. darauf aufmerksam machen müssen, dass die Hausverwaltung der Vermieterin einzige Gesellschafterin der Maklerin ist. Die Maklerin hat lediglich auf ein sonstiges wirtschaftliches Naheverhältnis im Sinne des Maklergesetzes zu den ÖRAG Gesellschaften in Österreich wie zum Beispiel zu der ÖRAG Österreichische Realitäten-Aktiengesellschaft hingewiesen. Demgegenüber unterblieb der Hinweis, dass es sich bei dieser Firma um die Hausverwaltung der Vermieterin handelt, welche Machthaberin der Vermieterin ist.“

Herr S. und Frau F. suchten Hilfe bei der AK

Herr S. und Frau F. suchten Hilfe bei der Wohnrechtsberatung der AK und ließen ihren Fall prüfen. Die AK befand, dass im Fall von Herrn S. und Frau F. ein wirtschaftliches Naheverhältnis zwischen Maklerin und Vermieterin vorlag und die Mieter inhaltlich nicht ausreichend konkret darüber informiert wurden. Anfang Juni brachte die AK  einen entsprechenden Antrag bei der Schlichtungsstelle für wohnrechtliche Angelegenheiten in Wien ein. Das Verfahren wurde schließlich nicht durchgeführt.

gütliche Einigung

„Im Rahmen einer gütlichen Einigung über die unterschiedlichen Rechtsstandpunkte hat die Maklerin Herrn S. und Frau F. die volle Maklerprovision inklusive Zinsen in der Höhe von 1.975,56 Euro (zwei Bruttomonatsmieten) zurückerstattet.“, erzählt Peinbauer.

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