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Sozialpolitische Errungenschaften von AK, ÖGB und Gewerkschaften

Acht-Stunden-Tag, Arbeitslosenversicherung, fünf Wochen Urlaub im Jahr, Elternkarenz, Genderbudgeting: Vieles, was heute selbstverständlich erscheint, wurde in den vergangenen 90 Jahren gemeinsam von Arbeiterkammern (AK), ÖGB und Gewerkschaften erkämpft. Hier eine Übersicht:

Film: „90 Jahre Arbeiterkammern“


Erste Republik

Die Grundlagen des modernen Sozialstaates werden geschaffen: etwa der Acht-Stunden-Tag, die Arbeitslosenversicherung, das Betriebsrätegesetz und das Kollektivvertragsgesetz. Mit dem Arbeiterkammergesetz wird der Grundstein für die Errichtung der Arbeiterkammern gelegt. 1921 konstituieren sich die Kammern für Arbeiter und Angestellte. 1924 setzt die AK setzt durch, dass die im Kollektivvertrag (KV) vereinbarten Löhne auch nach Kündigung des KV weiterbezahlt werden müssen, bis ein neuer KV-Abschluss ausverhandelt ist. Die Arbeiterkammer setzt sich für die Notstandshilfe ein.

Der Ständestaat nimmt der AK die Selbstverwaltung, die Nazis lösen sie gänzlich auf.

Zweite Republik

Die Arbeiterkammern werden wiedererrichtet. 1947 wird das erste Preis-Lohn-Abkommen zwischen den Sozialpartnern und der Regierung geschlossen. 1955 beginnen die Arbeiterkammern intensiv mit dem Aufbau einer „Einkaufsberatung“ und Preisinformation: der Grundstein für die heutige KonsumentInnen-Information und -politik. 1960 wird auf Druck von Arbeiterkammer, ÖGB und Gewerkschaften das Karenzgeld eingeführt.

Deutliche Verbesserungen bringen auch die 1970er- und 1980er-Jahre: 1973 wird die Mitbestimmung im Betrieb eingeführt. 1975 erkämpfen AK, ÖGB und Gewerkschaften die 40-Stundenwoche. 1979 wird das Gleichbehandlungsgesetz beschlossen, das den Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ verankert. 1986 setzen AK, ÖGB und Gewerkschaften den heute bestehenden Urlaubsanspruch durch: mindestens fünf Wochen. 1988 folgt der Schutz der LeiharbeiterInnen.

In den 1990er-Jahren erreichen AK, ÖGB und Gewerkschaften wesentliche Verbesserungen auch für Frauen und Familien: 1990 wird die Väterkarenz wird eingeführt. 1992 wird das Gleichbehandlungspaket beschlossen und bringt unter anderem „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ (davor: nur für gleiche Arbeit) und das Benachteiligungsverbot bei Teilzeit. 1995/1996 kommt auf Druck von AK, ÖGB und Gewerkschaften die Bereitstellung der Kindergarten-„Milliarde“ durch den Bund zum Ausbau der Kinderbetreuung. Später wird der Bundeszuschuss zum Ausbau der Kinderbetreuung wieder fortgeführt.

Bei der Euro-Einführung sind die Arbeiterkammern die „Preiswächterinnen der Nation“, um Teuerungen durch unfaires Umrechnen zu verhindern.

In den 2000er-Jahren können die Gewerkschaftsbewegung und die Arbeiterkammer viele drohende Verschlechterungen für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abwenden, etwa bei den Pensionen.

2004 wird die langjährige Forderung von AK, ÖGB und Gewerkschaften nach Elternteilzeit umgesetzt. Drei Jahre später folgen deutliche Verbesserungen für „Freie“: Sie werden den ArbeitnehmerInnen gleichgestellt und sind somit besser abgesichert.

Angesichts einer weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise fordern AK, ÖGB und die Gewerkschaften im Jahr 2010 konkrete Verbesserungen für ein faireres Steuersystem, Entlastung der Löhne und Gehälter und mehr Verteilungsgerechtigkeit, etwa die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Die Arbeiterkammern sprechen sich vehement gegen Rohstoffspekulationen aus und bekämpfen spekulationsgetriebene Teuerung insbesondere von Lebensmitteln und Benzin. AK, ÖGB und Gewerkschaften setzen sich erfolgreich für ein Anti-Lohn- und Sozialdumping-Gesetz ein.

Im Jahr 2011 erreichen AK, ÖGB und Gewerkschaften, dass Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten Einkommensberichte legen müssen. Seit 2014 gilt das auch für Unternehmen mit mehr als 150 ArbeitnehmerInnen. Überdies besteht nun die Verpflichtung für Betriebe, bei Jobausschreibungen das Einkommen bekannt zu geben.

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