Wer ist bei euch der Mann?

Unter dem Motto  „Bunt, na und?!“ stand der 26. September 2018. Wie mit Homosexualität und sexueller Identität in der Arbeitswelt umgegangen wird, darüber diskutierten über 100 BetriebsrätInnen, betroffene und interessierte Beschäftigte und ArbeitgeberInnen im Bildungszentrum der AK Wien.

Denn über 200.000 ArbeitnehmerInnen in Österreich sind homo-, oder bisexuell oder lassen sich nicht in die gängige Kategorisierung von Mann oder Frau zuordnen. Wie es ihnen geht, dazu hat die AK Wien eine Studie beauftragt. 

Studie zur Arbeitssituation von LSBTI-Personen

Auf der Tagung wurden die Ergebnisse dieser Studie von den AutorInnen Daniel Schönherr und Martina Zandonella (SORA) präsentiert. Dabei zeigt sich, dass die positiven Veränderungen in der Gesellschaft zwar auch in den Unternehmen angekommen sind, Benachteiligungen und soziale Ächtungen aber nach wie vor vorkommen.

So gibt es markante Unterschiede nicht nur zwischen Branchen und Arbeitsbereichen, sondern auch zwischen den einzelnen Personengruppen. Trans* Personen sind beispielsweise sehr viel öfter von harten Diskriminierungen wie Benachteiligungen bei Gehalt und Aufstieg, aber auch von Jobverlust betroffen. Schwule Männer und lesbische Frauen sind auch betroffen vom Problem mangelnder Gleichstellung in der Arbeitswelt. So fürchten sich schwule Männer im Falle eines Outings sehr viel häufiger Karrierenachteile als lesbische Frauen, die ihre Chancen schon aufgrund ihres Frau-Seins schlechter einschätzen.

Positive Erfahrungen im Betrieb

Die Studie hat aber auch positive Erfahrungen zum Umgang im Betrieb erhoben - und welche Formen der Unterstützung gewünscht werden. Martin Risak, Professor für Arbeits- und Sozialrecht, machte in seinem Referat deutlich dass die arbeitsrechtliche Ebene zwar wichtig ist und auch weiterentwickelt werden muss, aber es auch Aktivitäten auf Unternehmensebene braucht, um ein diskriminierungsfreies Arbeitsklima zu schaffen.

Beispiele und Initiativen

Das war dann auch der Fokus der anschließenden Talkrunden: dort wurden Beispiele und Initiativen vorgestellt, wie ein Klima im Betrieb geschaffen werden kann, in dem jeder und jede Wertschätzung erfährt. In zwei bunten Runden -von Austrian Airlines bis zur Vernetzung der LehrerInnen, von den Gay Cops bis zum Großhandelsunternehmen Metro– tauschte man sich über Erfahrungen und Anliegen aus und diskutierte auch darüber, was ein offener Zugang zu dem Thema den Unternehmen bringt.

Ablauf

Begrüßung 

mit Videobotschaft von Renate Anderl, Präsidentin der Bundesarbeiterkammer, und Wolfgang Katzian, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes. Hier zum Nachsehen...


Präsentation der Studie  

Daniel Schönherr und Martina Zandonella, SORA, fassen die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Hier zum Nachsehen...

Was kann das Arbeitsrecht lösen, was nicht? 

Martin Risak, Institut für Arbeits- und Sozialrecht der Universität Wien, gibt darauf die Antwort. Hier zum Nachsehen... 

Talkrunde mit ArbeitgeberInnen und BetriebsrätInnen:

Was bringt es Unternehmen und Beschäftigten, sich aktiv mit dem Thema zu beschäftigen?

  • Austrian Airlines - Johannes Schwarcz-Breuer, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft vida

  • Erste Group - Sabine Hackl, Betriebsrätin

  • IBM Österreich - Walburg Pribyl, Diversity Beauftragte

  • Metro Salzburg - Harald Stadler, Betriebsrat

  • ÖBB - Traude Kogoj, Diversity Beauftragte QBB 

Vernetzungsinitiativen: Wenn MitarbeiterInnen selbst aktiv werden.

Bisherige Erfahrungen und Erfolge. 

  • GayCopsAustria - Josef Hosp, Obmann

  • Verein Ausgesprochen – LGBTI Lehrerinnen und Lehrer -  Viktoria Veronese, Obfrau

  • MAG QUEER Netzwerk Stadt Wien - Wolfgang Wilhelm, Leiter der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt)

  • Bildungsinitiative Vielfalt im Beruf - Kathleen Schröder, HOSI Salzburg

Abschluss und Ausblick

Bernhard Achitz, Leitender Sekretär ÖGB, und Sybille Pirklbauer, AK Wien-Frauenabteilung

Moderation 

Sibylle Hamann, Journalistin

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