16.6.2014
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Programm gegen Bildungsabbruch in Schule und Lehre!

„Wir brauchen dringend ein Programm gegen den Bildungsabbruch in Schule und Lehre“, sagte Melitta Aschauer, Leiterin des AK Bereichs Bildung, auf einer AK Veranstaltung in Wien. Auf der Veranstaltung präsentierte Mario Steiner vom Institut für Höhere Studien eine aktuelle Untersuchung, wonach 75.000 Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren nach der Pflichtschule keinen weiterführenden Abschluss machen konnten. Das sind acht Prozent der gesamten Altersgruppe. „Alle Jugendlichen brauchen eine gerechte Chance zum Lernen“, sagt Aschauer. Die AK fordert die Verbesserung der Berufsorientierung vor dem Wechsel in weiterführende Ausbildungen. In den berufsbildenden Schulen muss es mehr Förderung beim Einstieg geben. In der Lehrausbildung ist Qualitätsmanagement nötig.

Seit 2008 lässt die Arbeiterkammer regelmäßig untersuchen, wie sich der Anteil der so genannten frühen BildungsabbrecherInnen an allen Jugendlichen in Österreich entwickelt. Einen kleinen Erfolg gibt es: Im Jahr 2008 hatten genau 10 Prozent der 15- bis 24-Jährigen keinen weiterführenden Abschluss nach der Pflichschule, im Jahr 2012 waren es 7,9 Prozent. Freilich sind das immer noch 75.000 Betroffene.

Wer vom frühen Bildungsabbruch betroffen ist

Dramatisch ist vor allem, wer vom frühen Bildungsabbruch betroffen ist: Besonders schwer haben es Kinder, deren Eltern selbst nur die Pflichtschule abgeschlossen haben. Von ihnen haben 18,2 Prozent keinen weiterführenden Abschluss. Unter den Kindern von Zugewanderten sind in der ersten Generation 22,6 Prozent frühe BildungsabrecherInnen, in der zweiten Generation 13,4 Prozent. Nach angefangenen Bildungsgängen beträgt der Anteil der frühen BildungsabbrecherInnen in den HTL 5,1 Prozent, in den Gymnasien 6,5 Prozent, in der Lehre 16,6 Prozent und in den Handelsschulen 18,9 Prozent.

Forderung

„Wir dürfen kein Talent zurücklassen“, sagt Melitta Aschauer. Die AK fordert ein Programm gegen den Bildungsabbruch in Schule und Lehre: Bei der Mittelzuteilung an die Schulen soll es mehr Budget für Schulen mit vielen sozial benachteiligten SchülerInnen geben. Vor dem Übergang in die weiterführenden Ausbildungen muss die Berufsorientierung verbessert werden. In den berufsbildenden Schulen soll es mehr Förderung im Übergang geben, bis ab 2017 die bereits beschlossene „Oberstufe neu“ in Form der Modularisierung in die Praxis umgesetzt wird. In der Lehrausbildung fordert die AK mehr Qualität etwa durch die Einführung von Kompetenzchecks bereits während der Lehrzeit und Maßnahmen zur Unterstützung der Jugendlichen bei der Vorbereitung auf die Lehrabschluss-Prüfung. Letztlich gehe es auch darum, dass bei der geplanten Ausbildungspflicht das Angebot und die Qualität stimmen. „Dann“, so Aschauer, „werden weniger das Handtuch werfen.“

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