12.12.2016

Kaske zu PISA-­Ergeb­nissen: „Grund­legende Refor­men sind dringend notwendig“

Das schlechtere Abschneiden der österreichischen Schülerinnen und Schüler bei der PISA-Studie 2015 offenbart deutlich die Probleme des heimischen Systems: „Die Ergebnisse sind alles andere als erfreulich. Bildung wird in Österreich vererbt, die Schule schafft es nicht, Ungleichheiten auszugleichen“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. „Grundlegende Reformen sind dringend notwendig: Es braucht mehr Ganztagesschulen, mehr pädagogische Autonomie, verstärkte Fortbildung des Lehrpersonals und eine Schulfinanzierung nach dem Chancenindex.“ Die vom Bildungsministerium geplanten Schritte gehen in die richtige Richtung, aber harren der Umsetzung. 

Schule gerecht finanzieren

„Wir müssen mit gerechter Schulfinanzierung Bildungschancen schaffen“, sagt Kaske. Nach wie vor schneiden Kinder höher gebildeter Eltern bei PISA wesentlich besser ab: In allen drei Testgebieten erreichten österreichische Akademikerkinder um fast exakt 100 Punkte (das entspricht über zwei Lernjahren) mehr als Kinder von Eltern mit maximal Pflichtschulabschluss.  

Jede 6te Schule hat einen hohen Anteil an Schülern mit großem Förderbedarf

Laut einer AK Studie hat jede sechste Schule in Österreich einen hohen Anteil an SchülerInnen mit großem Förderbedarf und bietet daher ungünstige Lernbedingungen. Um SchülerInnen aus bildungsfernen Elternhäusern besser zu fördern, sollen jene Schulen, an denen viele Kinder mit geringen Chancen unterrichtet werden, zusätzliches Personal (LehrerInnen, SozialarbeiterInnen und PsychologInnen) bekommen. „Die PISA-Ergebnisse zeigen, dass wir es uns nicht leisten können, dass alles so bleibt wie es ist“, sagt AK Präsident Rudi Kaske.