9.3.2016
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Kaske: „Mehrsprachigkeit in den Schulen als Chance nutzen“

In den Lehrplänen für die Lehrerausbildung ist muttersprachlicher Unterricht wenig verankert. Das ergibt eine Studie der Bildungsforscherin Judith Purkarthofer von der Universität Oslo. Purkarthofer präsentierte ihre Untersuchung der Lehrpläne zur Ausbildung von PädagogInnen auf der Veranstaltung „Mehrsprachigkeit und PädagogInnenbildung“ in der Arbeiterkammer Wien. AK Präsident Rudi Kaske forderte in seiner Eröffnung, dass die wichtigsten MigrantInnensprachen in den Schulen verstärkt als zweite Fremdsprache unterrichtet werden. Mehrsprachigkeit eröffne Chancen im Beruf. Immerhin werde es von der Wirtschaft gerne genutzt, dass ihre Beschäftigten mit Migrationshintergrund im Schnitt drei Sprachen sprechen. 

Ein Viertel aller Kinder spricht neben Deutsch noch andere Sprachen

Ein Viertel aller Kinder in den Pflichtschulen spricht neben Deutsch noch andere Sprachen im Alltag – in Wien ist es sogar die Hälfte. Gleichzeitig sagen zwei Drittel der Wiener Beschäftigten mit Migrationshintergrund, sie würden ihre Sprachkenntnisse auch beruflich einsetzen. „Das müssen die Unternehmen als Zusatzqualifikation anerkennen und honorieren“, sagt Kaske. In den Kindergärten und in den Schulen könnten die Voraussetzungen für die bessere berufliche Verwertung der Sprachkenntnisse geschaffen werden. 

In den Lehrplänen zur Ausbildung der PädagogInnen wird Mehrsprachigkeit als gegebene Realität bei den SchülerInnen und den Kindergartenkindern angenommen, aber muttersprachlicher Unterricht ist wenig verankert, wie die Studie von Judith Purkarthofer zeigt. Das liege aber nicht daran, dass niemand etwas von muttersprachlichem Unterricht versteht, so Purkarthofer. Tatsächlich gäbe es an den pädagogischen Hochschulen, Universitäten und auch in außeruniversitären Zentren jede Menge Fachwissen dazu. 

Forderung

„Wir müssen die Mehrsprachigkeit in den Schulen als Chance nutzen“, sagt Kaske. Ein guter Ansatz sei, zusätzlich zum Deutschunterricht, muttersprachlicher Unterricht, an dem derzeit immerhin 34.000 SchülerInnen teilnehmen. Zusätzlich sollten die wichtigsten Sprachen der MigrantInnen als zweite lebende Fremdsprache unterrichtet werden. Für alle diese Sprachen müsste es auch eine Lehramtsausbildung geben. Die gibt es etwa bereits für Kroatisch und für Serbisch, aber nicht für Türkisch und Chinesisch.

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