12.5.2014

Mehr Geld für Schulen mit vielen sozial benach­teiligten Kindern!

Das österreichische Schulsystem ist durch einen besonders starken Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg gekennzeichnet. Um die Chancen für alle Kinder zu erhöhen, fordern Armutskonferenz, bildunggrenzenlos und die Arbeiterkammer Wien auf ihrer gemeinsamen vierten Bildungsenquete „Zukunft trotz(t) Herkunft“ Modelle zur besonderen Unterstützung benachteiligter Schulstandorte.

Schulen in sozial benach­teiligten Bezirken gut ausstatten

Schulen in sozial benachteiligten Bezirken sollen besonders gut ausstattet werden, damit sie keine SchülerInnen zurücklassen müssen und für alle Einkommensschichten attraktiv bleiben können. Die Niederlande, Zürich, Hamburg und auch Kanada haben mit einer„kompensatorischen Mittelzuteilung“ gute Erfahrung gemacht. Auf der Enquete wurde diskutiert, wie die Schulfinanzierung nach einem „Sozialfaktor“ funktionieren kann.

„Durch einen solchen Sozialfaktor könnte das Vererben von Armut reduziert, schwächere Schüler besser gefördert und manche Schulstandorte für mittlere und höhere Einkommen wieder attraktiv gemacht werden“, analysiert Sozialexperte Martin Schenk von der Armutskonferenz. Mit dieser schulpolitischen Intervention kann zwar die Spaltung in „gute” und „schlechte” Wohngegenden nicht aufgehoben werden, – die liegt ja in der Einkommens- und Wohnpolitik-, aber es kann in den Schulen einiges verbessert werden, so Schenk.

Große soziale Unterschiede im Zugang zu Bildung

Heidi Schrodt von bildunggrenzenlos: „Derzeit bestehen in Österreich große soziale Unterschiede im Zugang zu Bildung. Eine gerechte Mittelzuteilung an Schulen ist ein wichtiger Schritt Richtung mehr Bildungsgerechtigkeit.“

Gabriele Schmid, Leiterin der AK Wien Abteilung Bildungspolitik sieht die Schulfinanzierung nach sozialer Lage der SchülerInnen als einen der„notwendigen Schritte, damit das Geld der Eltern nicht über den Schulerfolg der Kinder bestimmt“. Die Schule müsse „individuell Förderung anbieten, und zwar dort, wo die Eltern keine Nachhilfe zahlen können“. Es sei „nachgewiesen, dass zusätzliche Ressourcen nach sozialer Notwendigkeit zu besseren Lernbedingungen führen können“. Die Regierung soll die Erfahrungen prüfen und ein Modell für Österreich entwickeln lassen.