11.6.2018

Kreativer Jugend-Aktionstag in der AK Wien

Welche Vorstellungen haben Jugendliche von Arbeit? Was ist ihnen wichtig? Am 29. Mai veranstaltete die Arbeiterkammer Wien im Rahmen der Dialoginitiative „Wie soll Arbeit?“ einen großen Jugend Aktionstag: Rund 300 SchülerInnen und Lehrlinge nahmen daran teil. Auf verschiedenen kreativen Wegen – etwa mit Spraydosen, im Poetry Slam, im Improvisations-Theater – skizzierten sie ihre Vorstellungen von der Zukunft der Arbeit. 

Der Jugend Aktionstag wurde mit einem inspirierenden Key-Note-Vortrag von Ali Mahlodji eröffnet (EU-Jugendbotschafter und Gründer von watchado.com). Danach beschäftigten sich die Jugendlichen in 14 verschiedenen Kreativ-Workshops damit, wie die Arbeit der Zukunft aussehen soll. In Workshops wie Graffiti, Poetry Slam, Fotografie, Impro-Theater, Rap, Argumentation und Trickfilm entstanden eindrucksvolle Kunstwerke zum Thema Arbeit.

Das Highlight des Tages war die Präsentation der Ergebnisse aus den Workshops vor allen anderen Jugendlichen sowie mit AK Direktor Christoph Klein. Richtig emotional wurde es, als die Jugendlichen bei der Präsentation viel Mut bewiesen und ein Rap-Battle gemeinsam mit dem Rap Duo EsRAP vortrugen. Weitere Highlights waren eine Poetry Slam Performance mit der Künstlerin Yasmo, eine improvisierte Theater-Einlage sowie die Präsentation der vielfältigen Kunstwerke (Trickfilme, Fotografien, Graffities u.v.m.), die in kürzester Zeit von den Jugendlichen geschaffen wurden.

Vorstellungen der Ju­gend­lichen zur Zukunft der Arbeit

Am Jugend Aktionstag zeigte sich, dass die Jugendlichen sehr klare Vorstellungen darüber haben, was sie in Zukunft brauchen und was sie nicht wollen: „Arbeit muss Spaß machen und macht selbstständig“ sagt beispielsweise die 16-Jährige Schülerin Dajana. Folgende Themen, Ziele und Forderungen wurden von den Jugendlichen besonders häufig angesprochen und betont:

  • Gleichberechtigung: In so gut wie jedem Workshop wurde die Frage der Gleichberechtigung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt als wichtiges Ziel festgehalten. „Frauen und Männer sollen gleich bezahlt werden“, betonten etwa die SchülerInnen Franziska, Jessica und Andreas, die einen Trickfilm zum Thema Gleichberechtigung gestalteten.
  • Arbeitszeit: Die Jugendlichen zeigten dem 12h-Tag die rote Karte und führten in fast allen Workshops Diskussionen zur Arbeitszeitgestaltung: Sie stellten klar, dass sie arbeiten wollen – aber so, dass sie auch etwas von ihrer Freizeit und ihrer Familie haben.
  • Gerechte Bezahlung: Faire Entlohnung für Arbeit wurde ebenfalls von vielen Jugendlichen als wichtige Forderung betont.
  • Digitalisierung: Ein großes Thema für die TeilnehmerInnen am Jugend Aktionstag war die Frage, ob es im digitalen Wandel und aufgrund von Automatisierung in Zukunft genug Arbeitsplätze geben wird.
  • Chancen im Bildungs- und Berufsweg: Auch das Thema Berufsorientierung und die Entscheidung, welche Richtung die Jugendlichen einschlagen können, wurde viel thematisiert. Deutlich wurde dabei, dass die Jugendlichen Fragen des Berufs- und Bildungswegs mit einem enormen Druck, Stress und viel Unsicherheit verbinden. Eine 18-jährige junge Frau, die aktuell die Lehre absolviert, zog den Vergleich „Arbeit ist wie eine Party, auf der du keinen kennst“.

Diese Diskussionsergebnisse wurden am Schluss gemeinsam mit AK Direktor Christoph Klein diskutiert. „Wenn wir über die Zukunft der Arbeit nachdenken, müssen wir den Dialog zu den zukünftigen ArbeitnehmerInnen suchen. Alles, was wir heute gestalten und verändern, wird ihr Leben maßgeblich prägen. Wir reden nicht über die Jugendlichen, sondern mit ihnen“, sagt Christoph Klein.

Ergebnisse aus den Kreativ-Workshops: