28.2.2014

Soziale Aspekte für die Einschätzungs­verordnung?

Unter „Behinderung“ im Sinne der im Jahr 2010 kundgemachten Einschätzungsverordnung sind  die Auswirkungen einer nicht nur vorübergehenden körperlichen, geistigen oder psychischen Funktionsbeeinträchtigung oder Beeinträchtigung der Sinnesfunktionen zu verstehen, die geeignet sind, die soziale und gesellschaftliche Teilhabe zu erschweren. Der jeweilige Grad der Behinderung wird nach Art und Schwere der Funktionsbeeinträchtigung gemäß der Einschätzungsverordnung festgelegt.

Schon im Zuge des Begutachtungsverfahrens der Verordnung wurde bedauert, dass soziale Kriterien bei der Beurteilung des Grades der Behinderung zu wenig berücksichtigt worden sind. Es wurde darauf verwiesen, dass die UN-Konvention nicht nur die subjektive, sondern auch die soziale Dimension im Blickfeld hat, die zur Einschränkung an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beiträgt. So wünschenswert die Einbeziehung dieser Perspektive auch ist - bei der Suche nach einer konkreten Berücksichtigung in der Einschätzungsverordnung stellt sich eine Fülle von Fragen.

Ziel der Veranstaltung war es, einen diesbezüglichen Diskussionsprozess einzuleiten. Dass die Umsetzung sozialer Kriterien in der Einschätzungsverordnung eine komplexe Aufgabe ist, die entsprechende Zeit erfordern wird, ist dabei sehr deutlich geworden.