23.1.2018
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Das Kopftuch als Projektionsfläche

Das „Kopftuch“ ist in den letzten Jahren zunehmend ins Visier (integrations-) politischer und rechtlicher Debatten geraten. Bei kaum einem Thema gehen die Meinungen so weit auseinander. Nicht nur politische Parteien und Interessenvertretungen, auch Frauenorganisationen sind tief gespalten. Mit dem Kopftuch erfolgen pauschalisierende Zuschreibungen gegenüber Frauen, die nur selten hinterfragt werden. Die Sichtweisen der Betroffenen bleiben zumeist gänzlich unbeachtet und die „Kopftuchfrau“ wird selten als selbst bestimmt handelnde Akteurin wahrgenommen.

Diese Stigmatisierung hat nicht nur für zugewanderte Frauen verheerende Folgen, wie etwa Diskriminierung am Arbeitsmarkt, sondern auch für feministische Agenden. Es wird ein dichotomes Bild einer gleichberechtigten westlichen Gesellschaft und einer Frauen unterdrückenden muslimischen Gesellschaft gezeichnet. Tatsächlich bestehende Benachteiligungen zwischen Männern und Frauen, wie etwa die ungleiche Verteilung bezahlter und unbezahlter Arbeit, häusliche Gewalt gegen Frauen oder etwa Sexismus im öffentlichen Raum, den Medien etc., geraten dadurch zunehmend aus dem Blickfeld.

Bei der Veranstaltung am 16. Jänner 2018 wurde der Frage nachgegangen, inwiefern die dominanten Diskurse zum Thema Kopftuch, die Gesellschaft als Ganzes beeinflussen, indem sie etwa bestehende sozioökonomische Schieflagen zementieren oder gar hervorbringen. Diesem Thema widmeten sich renommierte ExpertInnen verschiedener Disziplinen aus dem In- und Ausland. Die Präsentationen zum Downloaden finden Sie hier.

Programm
10.00 UhrBegrüßung, Ingrid Moritz, Abteilungsleiterin Frauen und Familie, AK Wien
10.15 UhrKeynote: Geschlechterordnung und Machtungleichheiten, Gabriele Dietze, Kulturwissenschaftlerin, Humboldt Universität Berlin
11.00 UhrKopftuch und Vollverschleierung im Rechtsdiskurs: Analyse und Kritik, Elisabeth Holzleithner, Professorin Universität Wien
11.45 UhrRegieren religiöser Differenz. Herrschaft an der Schnittstelle von Integration, Recht und Geschlecht, Birgit Sauer, Politikwissenschaftlerin und Professorin Universität Wien
12.30 UhrMittagspause
13.00 UhrDarf die Muslima sprechen? Zur Frage wie muslimische Frauen im österreichischen Mediendiskurs dargestellt werden, Katharina Hametner, Universitätsassistentin Sigmund Freud Privatuniversität Wien, Natalie Rodax, Lektorin Sigmund Freud Privatuniversität Wien
13.45 UhrEthnizität, Geschlecht und Rassismus. Zur Verflechtung von feministischen Zielen im antimuslimischen Rassismus, Meltem Kulaçatan, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Moderation: Sibylle Hamann, Journalistin und Feministin

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