31.10.2013

Der Wunsch nach dem Ende der Unsicht­barkeit

In der Reinigungsbranche erfolgt die Arbeit oft unsichtbar. Gearbeitet wird in der Regel zu den Randarbeitszeiten, also früh morgens und am Abend. Für die Beschäftigten – häufig Frauen mit Betreuungspflichten – bedeutet dies eine Reihe von veritablen Herausforderungen. So müssen die Wege zur Arbeit oft doppelt zurückgelegt werden und die Kinderbetreuung wird gerade dann notwendig wenn öffentliche Einrichtungen geschlossen haben.

Die komplexe Konstellation von AuftraggeberInnen, ArbeitgeberInnen und Beschäftigten macht es zudem schwer allen Anforderungen gerecht zu werden. Denn in der Reinigung unterscheiden sich AuftraggeberIn und ArbeitgeberIn der Beschäftigten häufig. Das macht die Koordination kompliziert. Anforderungen und Druck von ChefInnen, KundInnen und KollegInnen müssen oft von den Beschäftigten selber balanciert werden. Gleichzeitig sind auch die körperliche Belastung sowie der Zeit- und Leistungsdruck der Reinigungskräfte hoch. Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten können – nicht zuletzt aufgrund der Arbeitszeiten – nicht in Anspruch genommen werden oder werden gar nicht angeboten.

Situation verbessern

Internationale Beispiele zeigen: Veränderte Arbeitszeiten, klare, unterstützende Vorgaben und mehr Augenmerk auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten hier sehr rasch und ohne großen Aufwand zu einer Verbesserung der Arbeitssituation führen. Bei Arbeitszeiten tagsüber erhält die Reinigung Name und Gesicht durch die Persönlichkeit der MitarbeiterInnen und statt der Unsichtbarkeit kann Wertschätzung und Verständnis entstehen.