25.11.2013

Kostenlose Basis­bildung für Erwach­sene ausbauen

„Wenn fast eine Million Erwachsene in Österreich Schwierigkeiten beim Lesen hat, dann dürfen wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, sagt Melitta Aschauer, Leiterin des Bereichs Bildung in der AK Wien. Auf der Veranstaltung werden die Detailergebnisse von PIAAC, also des internationalen „PISA-Tests“ für Erwachsene präsentiert. Das Ergebnis für Österreich sei ein „Weckruf“, sagt Aschauer. Fortgesetzt und ausgebaut werden müsse vor allem die „Initiative Erwachsenenbildung“, in deren Rahmen Basisbildung kostenlos nachgeholt werden kann.

Auch Betriebe sind bei Weiterbildung gefordert

Die Initiative Erwachsenenbildung gibt es seit 2012. Dabei teilen sich Bund und Länder die Kosten für Lehrgänge zum Nachholen von Basisbildung und des Hauptschulabschlusses. „Diese Initiative muss verlängert werden, am besten gleich für mindestens fünf Jahre“, sagt Aschauer. Auch das Engagement der Betriebe sei gefordert - nicht zuletzt sind die meisten erwachsenen ÖsterreicherInnen, die Schwierigkeiten beim Lesen haben, berufstätig.  Aschauer: „Wir brauchen workplace learning, Lernen am Arbeitsplatz.“

Bildungsreformen müssen fortgesetzt werden

Ein Lichtblick des PIAAC-Ergebnisses für Österreich sei, dass die Jüngeren in keiner der drei getesteten Dimensionen Lesekompetenz, Alltagsmathematik und Problemlösen unter dem Schnitt der getesteten Länder sind, sagt Aschauer: „Hier zeigen sich Erfolge der Reformen im Bildungssystem.“ Die Bildungsreformen müssten fortgesetzt werden. Die AK tritt für ein zweites Gratis-Kindergartenjahr und den Ausbau der ganztägigen Schulen ein.

Wichtig sei auch, dass jetzt die Details des PIAAC-Ergebnisses ausgewertet werden, um weitere Reformen abzuleiten, sagt Aschauer. Überdies solle sich Österreich auch beim nächsten „PISA für Erwachsene“ beteiligen, um herauszufinden, ob die getroffenen Maßnahmen wirken.