Frau mit Ticket in der Hand © RH2010, stock.adobe.com
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29.6.2021

Bahn frei für Frauen?

Hebel zur Erhöhung des Frauenanteils im Eisenbahnsektor

Unter diesem Motto stand eine Veranstaltung der Gewerkschaft VIDA und der Arbeiterkammer, die am 29.6.2021 stattfand. Die Bahnen hinken beim Frauenanteil hinterher.

Frauenanteil in Europas Bahnen dramatisch gering

Die Eisenbahnen beschäftigen in der EU mehr als 1,5 Million Menschen. Der Frauenanteil in Europas Bahnen ist aber dramatisch gering, im Schnitt liegt die Frauenquote bei nur 21 Prozent. Der Anteil schwankt zudem zwischen den Mitgliedstaaten der Union. So hat Schweden mit 40 Prozent den höchsten, Österreich mit 13 Prozent den niedrigsten. Dies obwohl zahlreiche traditionelle Rollenbilder bereits aufgebrochen wurden und die Bahnen in keinem Bereich mehr eine reine Männerbastion sind.

Diversität bedeutet jedenfalls, gerade auch in Geschlechterfragen, ein Mehr für alle Seiten. Auf der einen Seite bereichern Frauen die Unternehmenskultur und das Miteinander. Diversität bürgt schlicht für eine bessere Unternehmensperformance bei höherer Mitarbeiter:innenzufriedenheit. Auf der anderen Seite sind die Bahn-Jobs gute und sichere Arbeitsplätze und es ist ausgeschlossen, dem Fachkräftemangel auf der Schiene ohne mehr Frauen effektiv begegnen zu können.

Höchste Zeit für mehr Chancengleichheit

Höchste Zeit also für weitere Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und mehr Chancengleichheit. Maßnahmen, die letztlich allen zu Gute kommen, dem gesellschaftlichen Zusammenleben, den Unternehmen sowie allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Das europäische Jahr der Schiene und die derzeitigen Verhandlungen der Sozialpartner auf Europäischer Ebene sind der richtige Zeitpunkt, um auf die wichtige Rolle der Eisenbahnen hinzuweisen. Sie sind nicht nur das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und eine klimafreundliche Alternative im Güterverkehr, sondern auch Arbeitgeber mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen unter fairen Arbeitsbedingungen. 

Diskussion

Welche Hebel es schon gibt und was es zusätzlich braucht, um mehr Frauen für Eisenbahnverkehrsunternehmen zu gewinnen, diskutierten: 

Olivia Janisch, Frauenvorsitzende Gewerkschaft vida, Betriebsrätin ÖBB
Sandra Gott-Karlbauer, Geschäftsführerin ÖBB-Technische Services GmbH
Traude Kogoj, Leitung Gleichstellungs- und Diversity Management ÖBB Holding
Claudia Kürzl, Strategisches HR Management, ÖBB Holding
Waltraud Paulin, Lokführerin Gewerkschaft vida
Sylvia Leodolter, Leiterin der Abteilung Umwelt und Verkehr der Arbeiterkammer Wien
Giorgio Tuti, Präsident der Sektion Eisenbahn in der Europäischen Transportarbeitergewerkschaft