Wissenschafterin forscht im Labor © Darren Baker, stock.adobe.com
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18.3.2021

Arbeitsstoffe und Berufskrankheiten – Erkenntnisse und Perspektiven

74. Treffpunkt SVP Aktuell

ArbeitgeberInnen sind verpflichtet ihre Beschäftigten vor gesundheitsschädigenden Einwirkungen zu schützen. Sie müssen daher Gefahren, die am Arbeitsplatz vorliegen, ermitteln und für wirksame Schutzmaßnahmen sorgen. Oftmals sind Gefahren nicht auf den ersten Blick sichtbar und die daraus resultierenden Erkrankungen treten erst viele Jahre später auf. Dieses Problem trifft besonders bei einer Arbeitsstoffexposition zu. Wir stellen daher neue Erkenntnisse und Verbesserungsmöglichkeiten zum nachhaltigen Gesundheitsschutz der ArbeitnehmerInnen vor.


Gesundheitsgefährdende Arbeitsstoffe: Grenzwertevergleich Ö – D

Die österreichische Grenzwerteverordnung hinkt bei der Anpassung der Grenzwerte seit Jahren dem medizinischen Wissenstand hinterher. Wurden bis vor einigen Jahren aktuelle Entwicklungen aus Deutschland übernommen, so ist dies nun nicht mehr der Fall. Ein aktueller Vergleich zeigt nun die mittlerweile gravierenden Unterschiede und das damit einhergehende Erkrankungsrisiko auf. 

Berufskrankheiten: Bestandsaufnahme und überfällige Modernisierung

In Deutschland wird die derzeit aus 83 Positionen bestehende Berufskrankheitsliste regelmäßig aktualisiert. In Österreich besteht diese Liste aus nur 53 anerkannten Berufskrankheiten. Die Modernisierung der Berufskrankheitsliste ist aus arbeitsmedizinischer Sicht offensichtlich und überfällig. Eine Expertin der AUVA gibt einen Überblick über das aktuelle Berufskrankheitsgeschehen und zeigt mögliche Weiterentwicklungen auf. 

Biologische Arbeitsstoffe: Fallbeispiel Covid-19

In Zusammenhang mit dem ArbeitnehmerInnenschutz wurden biologische Arbeitsstoffe bisher kaum von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen. Vielmehr waren sie in einzelnen Berufsgruppen und Branchen relevant. Mit dem Auftreten von Covid-19 hat sich das drastisch geändert. Was sich hinter „biologische Arbeitsstoffe“ verbirgt und wie ein sicherer Umgang im Betrieb funktioniert, zeigt dieser Beitrag - auch am Fallbeispiel Coronavirus. 

Chancen einer zentralen Expositionsdatenbank in Österreich

In Deutschland gibt es seit 2018 eine zentrale Expositionsdatenbank, in welcher die krebserzeugenden Arbeitsstoffe und die damit exponierten ArbeitnehmerInnen dokumentiert werden. In Österreich verteilen sich diese Dokumentationspflichten auf verschiedene Ebenen. Es fehlt daher ein Gesamtüberblick, welcher auch für die Prävention einen Mehrwert schaffen würde. Eine aktuelle AK-Machbarkeitsstudie zeigt anhand des deutschen Vorbildes auf, wie eine solche Datenbank in Österreich aussehen kann und was sie bringt. 

Die Veranstaltung gab einen Überblick zu aktuellen Grenzwerten von gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen, zeigte den Handlungsbedarf zur Erweiterung der Berufskrankheitsliste auf, riss das aktuelle Thema der biologischen Arbeitsstoffe an und zeigte neue Dokumentationsmöglichkeiten für die bessere Präventionsarbeit auf.

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