studien Sozialpolitik

Studien

Sozialstaat und Standortqualität

Der Sozialstaat wird mitunter als Hemmnis für den Wirtschaftsstandort bezeichnet. Eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts zeigt das Gegenteil.

Datum/Jahr:
Februar 2018

Studien

Arbeit in der Langzeitpflege

Bei wachsender Einwohnerzahl und gleichzeitiger Alterung der Bevölkerung, befindet sich Österreich im Wandel zu einer demographisch alternden Gesellschaft. Besonders der Anteil der Hochbetagten (über 85-Jährigen) wächst prozentuell am stärksten. Zählte diese Bevölkerungsgruppe 2015 noch insgesamt 216.365 Personen, soll sich die Zahl bis 2040 auf 448.805 erhöhen. Diese Entwicklung stellt hohe Anforderungen sowohl an die Präsenz als auch an fachliche und soziale Kompetenzen von Pflege- und Betreuungspersonal in der stationären Langzeitpflege. Ein Mehraufwand durch Strukturveränderungen, steigende Dokumentationspflicht, die Auswirkungen des gesellschaftlichen Wandels, welche höhere Pflegestufen und eine Zunahme von multimorbiden und gerontopsychiatrischen Bewohnerinnen und Bewohnern nach sich zieht, müssen stärker berücksichtigt werden.

Datum/Jahr:
November 2018

Studien

Arbeitnehmer bist du irgendwie trotzdem

Generalunternehmen engagieren Sub-Unternehmer, die wiederum Sub-Unternehmer beschäftigten... Am Ende dieser Kette stehen oft Scheinselbstständige. Der vorliegende Bericht stellt das Forschungsdesign und die Ergebnisse des qualitativen Forschungsteiles aus dem Projekt „Neue Arbeitsformen im Grenzbereich Selbstständigkeit/Unselbstständigkeit. Analyse der Situation in der Bauwirtschaft“ vor. Auf Basis von Literaturrecherchen, Experteninterviews, Beschäftigteninterviews und teilnehmender Beobachtung wird das Wissen über abhängige Selbstständigkeit vertieft. Es zeigt sich, dass abhängige Selbstständigkeit von den ArbeitnehmerInnen in vielen Fällen aus ökonomischer Notwendigkeit, in manchen Fällen auch unwissend eingegangen wird. Scheinselbstständige haben gegenüber regulär Beschäftigten eine Reihe von Nachteilen, indem ihnen Ansprüche und Zahlungen vorenthalten werden - etwa in Hinblick auf die Gültigkeit von Kollektivverträgen, Eingruppierungen, Interessenvertretung und Urlaubszahlungen. Für die Arbeitgeber dagegen bedeutet die Beschäftigung über Scheinselbstständigkeit eine (illegale) Ersparnis von Beiträgen für ArbeitnehmerInnen.

Datum/Jahr:
2013

Studien

Working Poor in Wien

Armut ist ein zentrales Problem unserer Gesellschaft. Die aktuellen Zahlen, die eben erst vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz in Zusammenarbeit mit Statistik Austria veröffentlicht wurden sprechen eine deutliche Sprache: Über eine Million Menschen in Österreich sind von Armutsgefährdung betroffen, mehr als 200.000 davon sind sogenannte Working Poor, also Menschen, die armutsgefährdet sind, obwohl sie erwerbstätig sind. Dieses Schicksal trifft viele unterschiedliche Gruppen: Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen, Menschen, die als Alleinverdienerinnen eine große Familie versorgen müssen, vor allem Frauen, die trotz unzureichenden Kinderbetreuungsangeboten Erziehung und Beruf vereinbaren müssen.

Datum/Jahr:
Dezember 2011

Studien

Finanzierung und Kooperations­leitfaden für soziale Dienst­leistungen

Die kommende EU-Förderperiode 2014 bis 2020 soll die Umsetzung der übergeordneten Europa 2020 Strategie 2020 eines „intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstums" unterstützen. Ziele dabei sind u.a. eine Beschäftigungsquote von 75 Prozent und die Bekämpfung von Armut. Soziale Dienstleistungen können dazu wesentlich beitragen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, inwieweit soziale Dienstleistungen in Österreich ab 2014 durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) finanziert werden können. Dies auch vor dem Hintergrund, dass Mitte April 2012 der strat.at 2020-Prozess für die Programmplanung in Österreich offiziell begonnen hat und allfällige Bedarfe und (Projekt-)Themen für Finanzmittel jetzt eingebracht werden sollten. Ziel der vorliegenden Studie ist es, anhand derzeit vorhandener offizieller Dokumente und Arbeitspapiere (Stand: Juni 2012) Fördermöglichkeiten und -voraussetzungen für soziale Dienstleistungen und Infrastruktur herauszuarbeiten. Der inhaltliche Fokus liegt dabei auf dem Bereich Kinderbetreuung im ländlichen Raum. Im Zuge dessen wird es auch darum gehen, wie sich die Arbeiterkammer als Interessensvertretung in den laufenden Verhandlungsprozess für die Strukturfondsperiode 2014-2020 einbringen kann, um eine EU-Kofinanzierung sozialer Dienstleistungen und Infrastruktur innerhalb der österreichischen operationellen Programme zu verankern. Dafür werden die Studienergebnisse als Argumentation für den Programmplanungsprozess in Österreich zusammengefasst. Folgende Fragestellungen werden dabei im Vordergrund stehen: Welche Förderungsmöglichkeiten bieten die Verordnungsvorschläge des EFRE und ELER für soziale Dienstleistungen und Infrastruktur im ländlichen Raum? Welchen Handlungsspielraum hat Österreich bei der Umsetzung der von der Europäischen Kommission vorgegebenen rechtlichen Rahmenbedingungen? Was wären die Voraussetzungen, um an etwaige relevante Fördertöpfe heranzukommen?

Datum/Jahr:
März 2013

Studien

Kapitalgedeckte Pensionssysteme

Niederlande, USA, Polen und Deutschland im Vergleich.

Datum/Jahr:
Oktober 2013

Studien

Investiver Sozialstaat: Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und finanzielle Nachhaltigkeit

Investitionen in soziale Dienstleistungen erfüllen in vielfältiger Weise den hohen Anspruch einer intelligenten, nachhaltigen und integrativen Wachstumsstrategie – auf europäischer Ebene ebenso wie in Österreich! In den kommenden Jahren ist – nicht zuletzt durch die Konsolidierungspakete in den einzelnen EU Ländern – von einer Verlangsamung der wirtschaftlichen Dynamik auszugehen. Deshalb ist es umso wichtiger, über eine Stärkung der (Binnen)Nachfrage  ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum anzukurbeln.  Dafür braucht es eine intelligente Beschäftigungsstrategie, die nicht ohne soziale Dienstleistungen auskommen kann: Hinsichtlich der Steigerung von Beschäftigung hat der Ausbau sozialer Dienstleistungen höhere Effekte  als jede andere Form des Einsatzes öffentlicher Mittel.Das Beschäftigungsziel  von europaweit 75% in der Altersgruppe 20-64J. braucht eine entsprechende Erhöhung der Frauenbeschäftigung, dafür braucht es eine Beseitigung der Erwerbsbarrieren  durch die Entlastung von unbezahlter Familienarbeit.Das ist auch eine zentrale Voraussetzung um den demografischen Wandel –  auf ökonomisch sinnvolle und sozial verträgliche Weise –  zu bewältigen und die Finanzierbarkeit der Pensionssysteme sicherzustellen.Fehlt soziale Infrastruktur, führt dies zu Verwerfungen am (regionalen) Arbeitsmarkt  bis hin zu Abwanderung insbesondere qualifizierter Arbeitskräfte, deren Vorhandensein für Standortentscheidungen  von Unternehmen ein gewichtiger Faktor ist. Der vorliegende Beitrag illustriert die positiven Effekte von Investitionen in soziale Dienstleistungen am Beispiel der Kinderbetreuung. Die neuen Modell-Berechnungen1  zeigen, dass diese neben beträchtlichen Beschäftigungseffekten– abhängig von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung – auch deutliche Mehreinnahmen für die öffentliche Hand ermöglichen. 

Datum/Jahr:
Jänner 2013

Studien

Gute Pflege aus Sicht der Beschäftigten

Als konkretes Ergebnis der Studie entstand ein Katalog von 53 Themen und Schlüsselaspekten, die aus Sicht der Beschäftigten „gute Pflege“ ausmachen, ermöglichen oder behindern und daher entsprechender politischer und/oder organisatorischer Aufmerksamkeit bzw. notwendiger Interventionen bedürfen. Der umfassende Katalog „Gute Pflege von A-Z“ eröffnet somit eine Vielzahl von Anregungen zur Auseinandersetzung mit der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität in der Langzeitpflege aus Sicht der Beschäftigten. Die Themen reichen von „Alltagsgestaltung“ und „Autonomie“ über „Empathie“ und „gesetzliche Rahmenbedingungen“ bis hin zu „Kooperation“, „Lebensqualität“, „Multidisziplinarität“, „Professionalität, „Zeit“ und „Zugang“. Alle 53 Themen und deren Schlüsselaspekte werden aus Sicht der involvierten Vertreterinnen und Vertreter der unterschiedlichen Berufsgruppen erläutert. Darüber hinaus werden Hinweise zur Definition, Methodik und Zielorientierung für die kontinuierliche Verbesserung sowie Querverweise auf zusammenhängende Themenbereiche gegeben.

Datum/Jahr:
August 2015

Studien

Neue Arbeits­formen im Grenzbereich Selbst­ständigkeit/Unselbst­ständigkeit

Die Zahl der EPUs steigt, doch viele "Unternehmer" am Bau verrichten Tätigkeiten, die eigentlich im Rahmen echter Dienstverträge zu erfüllen wären. Der Frage arbeitnehmerähnlicher Verhältnisse bzw. einer Scheinselbständigkeit im Baubereich geht die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) im Rahmen ihrer durchgeführten Baustellenkontrollen regelmäßig nach. Im Rahmen des vorliegenden Projektes wurden dem Projektteam seitens der BUAK eine Stichprobe der bei Baustellenkontrollen zum Einsatz kommenden Erhebungsbögen zur "Unterscheidung Werkvertrag – arbeitnehmerähnliche Verhältnisse“ zur erstmaligen systematischen Auswertung überlassen.

Datum/Jahr:
Mai 2013

Studien

Die Leiharbeit in der Krise?

Leiharbeit hat in den letzten Jahren in Europa zusehends an Bedeutung gewonnen. Laut Angaben der International Confederation of Private Employment Agencies(CIETT) hat sich die Zahl der LeiharbeiterInnen in Europa von rund 1,5 Mio. im Jahr 1996 mehr als verdoppelt und betrug im Jahr 2007 rund 3,8 Mio. (siehe CIETT 2009: 21). Länderspezifisch zeigen sich hinsichtlich der Bedeutung von Leiharbeit jedoch nach wie vor deutliche Unterschiede. Spitzenreiter ist seit Jahren das Vereinigte Königreich mit einem Anteil von zuletzt 4,8% LeiharbeiterInnen an der Gesamtzahl der Erwerbstätigen. Österreich liegt entsprechend dieser CIETT-Daten mit einem Anteil von 1,5% im europäischen Mittelfeld.

Datum/Jahr:
Mai 2010

Studien

Der Sozialstaat als produktiver Faktor

Ein leistungsstarker Sozialstaat bedarf unmittelbar keiner ökonomischen Rechtfertigung, seine Erfolge messen sich an Kriterien wie der Herstellung von Gerechtigkeit, Gleichheit oder sozialem Zusammenhalt. Der Sozialstaat hat aber auch eine ganz wesentliche Bedeutung für das Funktionieren der Wirtschaft. Im Folgenden werden an einzelnen Beispielen ökonomische Wirkungszusammenhänge dargestellt und aufgezeigt, welche wichtige Stellung der Sozialstaat auch für die Wirtschaft und eine nachhaltige Budgetkonsolidierung einnimmt.

Datum/Jahr:
August 2010

Studien

Brutto­einkommen im Jahr 2009

Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger veröffentlicht jährlich im September Daten über die beitragspflichtigen Arbeitseinkommen der Arbeiter und Angestellten. Die Arbeiterkammer Wien möchte diese Daten einem größeren Personenkreis zur Verfügung stellen, da sie eine der wichtigsten Quellen der Einkommensstatistik darstellen. Von Seiten der AK werden weitere Daten aus dieser Quelle erst im ’Wirtschafts- und Sozialstatistischen Taschenbuch 2011’ publiziert, das auch im Internet zugängig sein wird. Zusätzlich dazu wurden einige Informationen aus der Lohnsteuerstatistik aufgenommen, die aber einer anderen Logik wie die Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungen folgen. 

Datum/Jahr:
September 2010

Studien

Betriebliche Mitbestimmung in Österreich

Im Auftrag der Arbeiterkammer Wien wurde vom Institut für empirische Sozialforschung eine österreichweite repräsentative Befragung von 2.401 unselbständig Beschäftigten und 500 Betriebsratsmitgliedern mit dem Ziel durchgeführt, die Wahrnehmung und Einschätzung der Betriebsratsarbeit durch die Befragten zu erfassen. Zentrale Themenstellungen waren dabei u.a. die Einstellung der Beschäftigten zu Betriebsräten und Gewerkschaften, Tätigkeits- und Aufgabenprofile von Betriebsräten, Arbeitsmethoden und -inhalte, Motive bzw. Hemmnisse für eine Betriebsratskandidatur und die Bereitschaft zu betriebsrätlichem Engagement. Mittels multivariater statistischer Analysen wurde zudem u.a. eine Betriebsräte-Typologie erarbeitet.

Datum/Jahr:
2015

Studien

Arbeitslebens-Qualität von älteren Arbeitnehmern

Das Projekt „Qualität des Arbeitslebens älterer ArbeitnehmerInnen“ verfolgte das Ziel, den Ist-Zustand des Arbeitslebens von älteren ArbeitnehmerInnen auf der Grundlage arbeitspsychologischer Konzepte und Methoden, österreichweit auf repräsentativer und breiter Basis zu erheben.

Datum/Jahr:
2009

Fachbeiträge

Weißbuch der EU-Kommission

Im Februar 2012 hat die EU-Kommission ein Weißbuch zu den Pensionen veröffentlicht. Positiv fällt auf, dass die Bedeutung des Arbeitsmarktes hervorgehoben wird und dass eine klare Trennlinie rein demographischen und ökonomischen Abhängigkeitsquoten gezogen wird. Verwiesen wird dazu auf den von der AK-Wien entwickelten Abhängigkeitsquoten-Rechner. Bedauerlich ist, dass die neuen Erkenntnisse ohne Einfluss auf die zentralen Empfehlungen des Weißbuchs geblieben sind.  

Datum/Jahr:
2012

Fachbeiträge

Der Demografische Wandel und seine Interpreten

Die Alterung der Gesellschaft ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Leider werden in der Diskussion jedoch häufig Äpfel mit Birnen vermischt und unhaltbare Schlussfolgerungen aus dem demographischen Wandel gezogen.

Datum/Jahr:
2011

Fachbeiträge

Demografie und Sozialstaat

Berechnungen für EU-27, Österreich, Belgien und Polen – basierend auf dem in der AK-Wien entwickelten Abhängigkeitsquoten-Rechner – zeigen sehr deutlich: Die Entwicklung der ökonomischen Abhängigkeitsquoten wird in hohem Maß von der Entwicklung der Beschäftigung bestimmt. Je höher die Beschäftigung, desto niedriger der Anstieg der ökonomischen Abhängigkeit. Der Beitrag belegt die Richtigkeit einer Feststellung im EU Demographie Report 2008: „Die Anhebung der Beschäftigungsquoten [mit guten Arbeitsplätzen] … ist die wirksamste Strategie, mit der sich Länder auf die Alterung der Bevölkerung vorbereiten können.“

Datum/Jahr:
2014

Fachbeiträge

Abhängigkeits­quoten im demo­grafischen Wandel

Die öffentliche Diskussion über die langfristige Finanzierbarkeit der Rentensysteme wird ganz wesentlich durch demographische Argumente bestimmt. Sehr häufig werden dabei die künftigen Verschiebungen in der Altersstruktur der Bevölkerung als Änderungen in der Relation zwischen Rentnern und Erwerbstätigen (fehl)interpretiert. Die effektivste Strategie des alterungsbedingten Kostenanstiegs ist die Erhöhung der Beschäftigungsquoten mit hochwertigen Arbeitsplätzen.

Datum/Jahr:
2011

Fachbeiträge

1000 billion Euros at stake

In der nur in englischer Sprache* erschienen Studie wird der Frage nachgegangen, welche Effekte die Erreichung des EU-2020 Beschäftigungsziels auf die öffentlichen Haushalte im EU-Raum hätte. Das Ergebnis ist atemberaubend: Das Plus für die öffentlichen Haushalte in EU-27 würde pro Jahr ca 1.000 Mrd Euro betragen, das sind gut 6 % des BIP!

Datum/Jahr:
2012