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Das europäische Schattenbankensystem

Typologisierung und die Bewertung regulatorischer Initiativen auf europäischer Ebene

In der vorliegenden Studie wird eine komparative Analyse des europäischen Schattenbankensystems (SBS) durchgeführt. Zuerst wird der Umfang des jeweiligen Schattenbankensektors für 27 EU-Staaten mithilfe einer entitätenbasierten Methodologie auf Basis von EZB-Daten für das Jahr 2014 geschätzt. Darauf aufbauend wird auf Basis des Indikators der SBS-Intensität (Umfang des SBS in Relation zum BIP) eine Typologisierung der hinsichtlich ihrer Ausprägung von Schattenbankenstrukturen sehr hete-rogenen europäischen Staaten vorgenommen. Es ergeben sich drei Grundtypen, wobei für jeden dieser Typen ein Land als Fallbeispiel (Irland für Typ 1, Österreich für Typ 2, Polen für Typ 3) näher dargestellt wird: Typ 1 umfasst jene Länder, deren Schattenbankensektor das jeweilige Bruttoin-landsprodukt um ein Vielfaches übersteigt. Hierbei zeigt sich, dass einzelne Staaten (Luxemburg, Irland, Niederlande, Großbritannien) als Knotenpunkte des europäischen Schattenbankensystems fungieren, wobei zugleich die unmittelbaren Verbindungslinien des SBS-Sektors zu den nationalen Wirtschaftsstrukturen teils als eher begrenzt angenommen werden dürfen. Typ-2-Länder lassen sich durch ein größenmäßig relativ ausgeglichenes Verhältnis von SBS-Umfang zu nationaler Wirtschafts-leistung kennzeichnen. In den Typ-3-Ländern hingegen sind nennenswerte Schattenbankstrukturen kaum vorhanden. Inwiefern die Finanzmarktentitäten der Länder der zwei letzteren Typen andern-orts in SBS-Aktivitäten eingebunden sind, bleibt hingegen offen. Die Knotenpunkte des europäischen Schattenbankensystems (Typ-1-Länder) jedenfalls, deren realwirtschaftliche Strukturen die Größe des Schattenbankensektors bei weitem nicht rechtfertigen, legen eine solche transnationale Einbin-dung nahe. Abschließend werden ausgewählte Regulierungs- und Reforminitiativen mit SBS-Bezug von Seiten der Europäischen Kommission (Geldmarktfonds-Verordnung, SFT-Verordnung, Kapital-marktunion inkl. Rahmenwerk für STS-Verbriefungen) einer kritischen Würdigung unterzogen. Hier-bei wird zu Tage gefördert, dass die länderbasierte Typologie möglicherweise nur einen temporären Zustand des europäischen Schattenbankensystems abbildet. Speziell die Effekte der gegenwärtig im Entwurf befindlichen Kapitalmarktunion haben das Potential, den Umfang des europäischen Schat-tenbankensystems deutlich wachsen zu lassen und zugleich die heterogene SBS-Landschaft erheblich umzugestalten, wobei die tatsächlichen Entwicklungen im Voraus nur vage abgeschätzt werden können.


Art der Publikation Studie
Datum / Jahr 2016
Erscheinungsort Wien
HerausgeberIn Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien
AutorIn Karl Michael Beyer, Lars Bräutigam
Seitenzahl 76
ISBN 978-3-7063-0624-9

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