Drucken
Zu Merkzettel hinzufügen

Einkommensverteilung in Österreich

Mikrodatensätze stellen eine wesentliche Datengrundlage für die wissenschaftliche Forschung im Allgemeinen und für die Analyse von Lebensbedingungen von Individuen und Haushalten im Besonderen dar. Im Laufe der letzten Jahre wurden in Österreich eine Reihe solcher Mikrodatensätze verfügbar. Obwohl sie auf den ersten Blick relativ ähnliche Merkmale der österreichischen Bevölkerung erfassen, sind sie nur bedingt substituierbar. Sie unterscheiden sich in der Erhebungsform, den verwendeten Definitionen und der Datenaufbereitung in nicht unerheblichem Ausmaß. Diese Arbeit versucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Datenquellen herauszuarbeiten und deren Auswirkungen auf die Quantifizierung der Einkommensungleichkeit darzustellen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Bedeutung der Kapitaleinkommen für die Einkommensverteilung in Österreich gelegt. Diesaggregierte Daten über Einkünfte aus Vermögen waren in Österreich bis vor Kurzem nicht verfügbar, eine Lücke die durch den Household Finance and Consumption Survey (HFCS) im Jahr 2010 geschlossen wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass zwar drei Viertel der Haushalte Vermögenseinkünfte in irgendeiner Form aufweisen, allerdings nur ein sehr geringer Prozentsatz der Haushalte von diesen Zuflüssen den Lebensunterhalt bestreiten kann. Die Verteilung der Vermögenseinkommen ist dementsprechend ungleich und stark konzentriert. Betrachtet man das Jahreseinkommen eines Haushaltes aus Erwerbstätigkeit und nimmt die Einkünfte aus Vermögen hinzu, wird ersichtlich, dass Vermögenserträge für den Großteil der Haushalte nur einen verschwindend geringen Zuverdienst darstellen. Ein relevanter Beitrag der Vermögenseinkommen kann erst ab dem 90. Perzentil verzeichnet werden, welcher dann allerdings rapide zunimmt. Im obersten Prozent der Haushalte die ein Erwerbseinkommen beziehen, machen die Vermögenseinkünfte mehr als ein Drittel aus. Betrachtet man die einzelnen Einkunftsarten aus Vermögen gesondert, dann scheinen Zinserträge am unteren Ende der Verteilung den einzig nennenswerten Beitrag aus dem Haushaltsvermögen darzustellen. Erst für die obersten 10% werden Einkünfte aus Unternehmensbeteiligungen oder Mietverträgen zu relevnten Einkommensbestandteilen.


Art der Publikation Studie
Datum / Jahr 2014
Erscheinungsort Wien
HerausgeberIn Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, Abt. Wirtschaftswissenschaft und Statistik
AutorIn Stefan Humer, Mathias Moser, Matthias Schnetzer, Michael Ertl und Atila Kilic
Seitenzahl 56 S.
ISBN 978-3-7063-0475-7
TeilenZu Merkzettel hinzufügen

Verwandte Links

Zum Seitenanfang
Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen über Cookies, sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen und die Browsereinstellungen entsprechend anpassen.
Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen dazu sowie welche Daten wir wie lange speichern, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.
OK